In der Südoststeiermark zeigt sich ein bemerkenswerter Trend: Alkoholfreie Getränke sind längst kein Nischenprodukt mehr, sondern eine feste Größe in der Gastronomie. Früher war es noch die Ausnahme, heute ist es fast schon selbstverständlich, dass man auch ohne Alkohol stilvoll anstoßen kann. Dieser Wandel spiegelt sich in den vier Betrieben der Region wider, die den wachsenden Wunsch nach genussvollen Alternativen bedienen. Die Brauerei Bevog in Bad Radkersburg und der Sattlerhof in Gamlitz berichten sogar von einem Rückgang beim Bier- und Weinkonsum. „Die Endkunden und Gasthäuser kaufen weniger Bier und Wein“, sagt Andreja Pejić Horvat von Bevog. Dabei gibt es eine deutliche Nachfrage nach Bieren mit geringerem Alkoholgehalt, während Starkbiere immer weniger gefragt sind.

Alexander Sattler, vom Sattlerhof, hebt den Qualitätsanspruch der neuen Zielgruppe alkoholfreier Genusstrinker hervor. Hochwertige, geschmacklich überzeugende und optisch ansprechende alkoholfreie Getränke sind gefragt. Das Café Rescheria in Feldbach bietet seit drei Jahren alkoholfreie Aperitife an, die mittlerweile gut angekommen sind. Auch das Seehaus Riegersburg verzeichnet eine steigende Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen – und zwar nicht nur von schwangeren Frauen. Immer mehr Gäste möchten auch ohne Alkohol genießen und legen Wert auf Geschmack und Präsentation. Diese Entwicklung zeigt, dass alkoholfreie Getränke als eigenständige Genussprodukte wahrgenommen werden und nicht einfach nur als Ersatz für alkoholische Varianten.

Der Wandel der Trinkkultur

Dieser Trend ist jedoch nicht auf die Südoststeiermark beschränkt. In Deutschland beispielsweise trinken 75 % der Menschen Alkohol, während 25 % darauf verzichten – ein Anstieg um drei Prozentpunkte seit 2024. Marktanalysen von Mintel belegen, dass 61 % der Verbraucher:innen bis 2025 Low- und No-Alcohol-Alternativen konsumieren werden. Das alkoholfreie Bier erlebt einen Zuwachs, und innovative Produkte wie das alkoholfreie Nitro Stout von Nirvana sind sogar Finalisten bei den Mintel Most Innovative Awards. Bier bleibt das beliebteste Getränk in Deutschland, aber traditionelle Biere wie Pils und Weißbier verlieren an Bedeutung zugunsten neuer, kreativer Alternativen.

Die Verbraucher:innen legen Wert auf gesunde Alternativen und eine ansprechende Präsentation – auch bei Wasser. Immerhin sind 60 % der Menschen in Deutschland der Meinung, dass Wasser die beliebteste Alkoholalternative ist, sowohl zu Hause als auch in der Gastronomie. Ein interessanter Aspekt ist, dass 34 % der Deutschen besorgt über den Zuckergehalt in alkoholarmen und alkoholfreien Getränken sind. Dies bietet eine Chance für Marken und Gasthäuser, da Angaben zu niedrigem Zucker- und Kaloriengehalt im Gastgewerbe selten sind.

Qualität im Fokus

Zurück zur Südoststeiermark: Am Sattlerhof werden neue Getränke entwickelt, die mit Gerbstoffen aus Kräutern arbeiten. Die Brauerei Bevog betrachtet alkoholfreies Bier als wichtigen Bestandteil ihres Sortiments und legt großen Wert auf Qualität. Die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier bleibt stabil, während gleichzeitig mit besonderen Bierstilen experimentiert wird. Der Verzicht auf Alkohol ist für viele keine Einschränkung des Genusses mehr. Vielmehr öffnet sich ein neues Feld, in dem Geschmack, Qualität und ansprechende Präsentation im Vordergrund stehen.

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Der Trend zu alkoholfreien Getränken findet also nicht nur in der Gastronomie, sondern auch in den Herzen der Menschen statt. Der bewusste Umgang mit Alkohol hat an Bedeutung gewonnen, besonders seit der Pandemie. Alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke werden sowohl im Einzelhandel als auch in der Gastronomie zunehmend akzeptiert. Ein Beispiel dafür ist der Münchner Biergarten „Die Null“, der eine neue Trinkkultur verkörpert, die Genuss und Verzicht neu definiert.

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