Am 31. Mai 1936 wurde mit der Eröffnung der Packstraße ein bedeutender Schritt in der Verkehrsverbindung zwischen Steiermark und Kärnten gesetzt. Damals war der schnellste Weg zwischen Graz und Klagenfurt über Maribor und das Drautal, was nicht nur umständlich, sondern auch zeitaufwendig war. Vor der Packstraße waren die Möglichkeiten, diese beiden Bundesländer zu verbinden, begrenzt. Kleinere, unwegsame Pfade existierten, die jedoch kaum praktikabel waren und für den Personenverkehr in der Weststeiermark sogar auf Verhältnisse zurückfielen, die an das Mittelalter erinnerten.

Die Notwendigkeit einer besseren Verkehrsanbindung wurde vor allem nach dem Ersten Weltkrieg deutlicher, als die Drau-Verbindung wegfiel und das Köflacher Kohlerevier eine Krise erlebte. Ende der 1920er-Jahre suchte man nach Lösungen. Ein Bahnprojekt über die Pack scheiterte aufgrund der Weltwirtschaftskrise, und so entschloss man sich schließlich, die Packstraße als geschotterte Piste auszubauen. Dies geschah nicht nur aus praktischen Gründen, sondern auch, um der hohen Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Der Spatenstich fand am 23. September 1930 statt, und innerhalb von knapp sechs Jahren wurde die Straße in Handarbeit neu gebaut.

Ein Prestigeprojekt mit Geschichte

Die Packstraße, die später während der NS-Zeit asphaltiert und in Reichsstraße 333 umbenannt wurde, entwickelte sich zu einem der wichtigsten Verkehrswege. Der Schwerverkehr aus dem Kohlerevier transportierte jährlich beeindruckende 1,66 Millionen Tonnen und erleichterte den Zugang zu Universitäten, die zuvor nur schwer erreichbar waren. Doch die Straße hatte auch ihre Schattenseiten: Sie wurde zu einer der unfallträchtigsten Straßen des Landes, was in den 60er-Jahren eine neue Lösung für den Verkehr notwendig machte.

Die Idee, eine neue Autobahn über die alte Drau-Route zu führen, wurde verworfen. Stattdessen entschied man sich für eine teurere Autobahn über die Pack. Der Spatenstich für diese Autobahn erfolgte 1971, die Verkehrsfreigabe fand 1982 und der Vollausbau wurde bis 2007 abgeschlossen. Heute wird die Strecke durch den Koralmtunnel, der die Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt auf nur 45 Minuten verkürzt, weiter optimiert.

Aktuelle Ausstellungen und kulturgeschichtliche Aspekte

Im Rahmen dieses historischen Kontextes thematisieren die aktuellen Ausstellungen „Aufbruch – Steiermark und Kärnten“ im Museum für Geschichte in Graz und im kärnten.museum in Klagenfurt die kulturgeschichtlichen Aspekte dieser beiden Bundesländer. Kuratiert von Walter Feldbacher und Thomas Felfer, wird der Fokus auf die historischen Verbindungen und persönlichen Aufbruchsmomente zwischen Steiermark und Kärnten gelegt. Die Ausstellung ist bis Januar 2027 zu sehen und bietet einen faszinierenden Einblick in die Entwicklung und die Herausforderungen, die diese Verbindung geprägt haben.

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Die Packstraße gilt als Symbol für die Verbindungen zwischen den Ländern und als ein Prestigeprojekt des Ständestaats. Es ist spannend zu sehen, wie sich die Verkehrswege über die Jahrhunderte entwickelt haben. Von den römischen Straßenpflasterungen bis zu den modernen Autobahnen erzählt die Verkehrsgeschichte Österreichs von unzähligen Veränderungen, die durch wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Faktoren beeinflusst wurden. Historische Disziplinen erforschen diese Entwicklungen und zeigen, wie wichtig der Verkehr für die Vernetzung von Regionen war und weiterhin ist.

In der Antike etwa führten wichtige Fernverbindungen über die Donau und die Limesstraße, während im Mittelalter die geografische Lage Wiens an der Donau den Ost-West-Verkehr förderte. Auch die Entwicklung städtischer Massenverkehrsformen in Wien, wie die Straßenbahn und später die U-Bahn, sind Teil dieser spannenden Geschichte. Verkehr ist nicht nur eine Frage der Infrastruktur, sondern auch der Verbindung zwischen Menschen, Kulturen und Regionen.