In Voitsberg fand kürzlich eine Veranstaltung mit dem Titel „Ethische Fragen am Lebensende – Leben begleiten bis zuletzt“ statt, organisiert von Christine Halper vom Hospizverein Steiermark in Zusammenarbeit mit dem Bildungs- und Begegnungszentrum Voitsberg. Über 60 Gäste waren anwesend, was zeigt, wie wichtig und relevant das Thema für die Gemeinschaft ist. Primarius Florian Eisner, der Vorstand der Abteilung für Innere Medizin am LKH Graz II, hielt einen aufschlussreichen Vortrag über die ethischen Fragestellungen, die uns alle betreffen, wenn es um Krankheit, Sterben und die würdevolle Begleitung am Lebensende geht.
Eisner betonte dabei, dass es entscheidend ist, den ganzen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Es geht nicht nur um die Krankheit, sondern um die Lebensqualität, die bis zuletzt erhalten bleiben sollte. Diese Worte hallten im Raum wider und schienen viele der Anwesenden zu berühren. Die anschließende Diskussionsrunde mit Christine Halper und dem PalliativCare-Experten Roland Manfred Vanicek bot den Teilnehmern die Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, wie wichtig menschliche Nähe, Zeit, Zuhören und Begleitung in schwierigen Lebensphasen sind. Die beiden berichteten eindrücklich aus ihrer Praxis und schafften einen Raum, in dem offen über Ängste und Sorgen gesprochen werden konnte.
Ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und deren wichtige Rolle
Besonders beeindruckend war die starke Präsenz des Teams der ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen aus dem Bezirk Voitsberg. Sie standen den Gästen für Gespräche und Fragen zur Verfügung und zeigten, wie wertvoll ehrenamtliches Engagement in der Sterbebegleitung ist. Diese Form der Unterstützung ist nicht nur für die Sterbenden von Bedeutung, sondern auch für die Angehörigen, die in dieser schweren Zeit oftmals Hilfe und einen Gesprächspartner benötigen. Christine Halper wies während der Veranstaltung darauf hin, dass weitere ehrenamtliche Hospizbegleiter gesucht werden. Interessierte können sich direkt bei ihr unter voitsberg@hospiz-stmk.at informieren.
Die Diskussion über ethische Fragen am Lebensende ist nicht nur lokal, sondern auch national von großer Bedeutung. HOSPIZ ÖSTERREICH unterstützt die Verwendung spezifischer Begriffe im Kontext der Sterbebegleitung. Der Begriff Sterbebegleitung umfasst beispielsweise die Pflege, Betreuung und Behandlung von Symptomen bei Sterbenden. Hierbei kommen verschiedene Aspekte ins Spiel, wie das Stillen von Bedürfnissen oder die menschliche Zuwendung, die oft entscheidend sind. Es ist wichtig, dass die Einwilligung des Patienten immer respektiert wird.
Therapiezieländerung und die Bedeutung der Palliative Care
Ein weiteres zentrales Thema ist die Therapie am Lebensende, die sich auf medizinische Maßnahmen bezieht, die in der letzten Lebensphase durchgeführt werden, um die Lebensqualität zu verbessern oder Leiden zu lindern. Hierbei ist es entscheidend, dass Ärzte und Angehörige gemeinsam entscheiden, welche Maßnahmen sinnvoll sind. Manchmal ist es auch notwendig, das Therapieziel zu ändern – von einer Heilung hin zu Palliative Care, um ein Sterben in Würde zu ermöglichen, das begleitet wird.
Diese ethischen Fragestellungen sind nicht neu, aber sie sind immer wieder aktuell und wichtig. Der Artikel „Erweiterte Nomenklatur und Terminologie rund um die Situationen am Lebensende“, veröffentlicht 2023 von der ARGE Ethik der ÖGARI, beleuchtet diese Themen detailliert und gibt wichtige Empfehlungen. Unsere Gesellschaft steht vor der Herausforderung, diese sensiblen Themen offen zu diskutieren und den Raum zu schaffen, in dem Menschen in Frieden und mit Würde gehen können.
Die Veranstaltung in Voitsberg hat gezeigt, wie wichtig es ist, solche Gespräche zu führen. Der Austausch zwischen Fachleuten, ehrenamtlichen Helfern und der Öffentlichkeit könnte nicht wertvoller sein. Denn letztlich berührt das Thema Sterben und die ethischen Fragen dazu jeden von uns – früher oder später.