Im Herzen der Steiermark, genauer gesagt in Voitsberg, schlägt ein finanzielles Kraftwerk, das seit 30 Jahren mehr als 100 Millionen Euro an EU-Fördermitteln in die Region gebracht hat. Elfriede Pfeifenberger, die Geschäftsführerin des EU-Regionalbüros Voitsberg, weiß genau, wie wichtig diese Mittel für die Entwicklung der Region sind. Praktisch alle Leitprojekte, die in Voitsberg realisiert wurden, fanden dank dieser finanziellen Unterstützung ihren Weg in die Realität.
Denken wir nur an die beeindruckenden Projekte, die mit EU-Förderung ins Leben gerufen wurden: Der Telepark Bärnbach, der 2001 mit Kosten von knapp 3 Millionen Euro und einer Förderung von 800.000 Euro aus der EU auf die Beine gestellt wurde, ist nur eines von vielen Beispielen. Auch die Therme NOVA, der Kurpark in Köflach und der Pumptrack in Ligist haben von dieser Unterstützung profitiert. Sogar das Langlaufzentrum auf der Hebalm und das Bildungs- und Begegnungszentrum am Voitsberger Hauptplatz wären ohne die EU-Fördermittel wohl nie verwirklicht worden.
Starke Kooperationen und innovative Projekte
Doch wie kommt es, dass all diese Projekte realisiert werden konnten? Ein entscheidendes Erfolgsgeheimnis liegt in der Kooperation zwischen den Gemeinden. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Technologie- und Gründerpark Rosental, der durch interkommunale Finanzausgleichsmaßnahmen und den Einsatz von Kommunalsteuern finanziert wurde. Diese Zusammenarbeit zeigt, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen für den Fortschritt in der Region ist. Und nicht zu vergessen: Für die Projekte sind Eigenmittel zur Ausfinanzierung und Vorfinanzierung unerlässlich.
Ein weiteres Highlight sind die Lipizzanerheimat-Einkaufsgutscheine. Eine Million Gutscheine wurden bereits verkauft, was eine Wertschöpfung von 10 Millionen Euro in der Region bedeutet. Das stärkt nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern auch die touristische Marke Lipizzanerheimat. Pfeifenberger zeigt sich begeistert über die Sichtbarkeit dieser Projekte im Alltag der Menschen, sei es durch die Nutzung der Gutscheine oder die Rad- und Mountainbike-Routen, die immer mehr Anhänger finden.
Vielfalt der Fördermöglichkeiten
Doch die EU-Fördermittel sind nicht nur auf Voitsberg beschränkt. Die EU bietet eine Vielzahl von Programmen für Kommunen an, die Finanzmittel und Beratungsangebote umfassen. Der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) zielt darauf ab, die Entwicklungsunterschiede zwischen Regionen zu verringern und die Lebensbedingungen in strukturschwächsten Gebieten zu verbessern. Auch der Just Transition Fond (JTF) unterstützt das Ziel des europäischen Grünen Deals zur Klimaneutralität bis 2050.
Für Städte aller Größen gibt es die European Urban Initiative (EUI), die innovative Maßnahmen und übertragbare Lösungen in der nachhaltigen Stadtentwicklung fördert. Hier wird deutlich, dass die EU nicht nur auf regionale Projekte schaut, sondern auch auf die Herausforderungen, die Städte in der heutigen Zeit bewältigen müssen.
Ein Blick in die Zukunft
Mit Programmen wie Interreg, das grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten unterstützt, wird der Austausch und die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg gefördert. Auch URBACT steht für den europaweiten Erfahrungsaustausch und hilft Städten, wirtschaftliche, soziale und umweltpolitische Herausforderungen besser zu meistern.
Die Vielzahl der verfügbaren Fördermittel – sei es durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) oder das LIFE-Programm für Umweltschutz – zeigt, wie vielschichtig die Unterstützung für Gemeinden ist. Diese Mittel sind unverzichtbar, um auch in Zukunft lebendige, nachhaltige und innovative Projekte zu realisieren.
In Voitsberg und darüber hinaus bleibt die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und die Nutzung von EU-Fördermitteln ein entscheidender Faktor für den Fortschritt. Das Engagement von Elfriede Pfeifenberger und ihrem Team im EU-Regionalbüro ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man gemeinsam mehr erreichen kann – und das ist einfach nur beeindruckend!