Wer hätte gedacht, dass 26 Jahre so schnell vorbeigehen? Werner Preßler, der über viele Jahre als Obmann der Bezirkskammer Voitsberg fungierte, hat nun seinen Rücktritt bekanntgegeben. In seiner Zeit hat sich einiges bewegt, und er zieht mit einem Gefühl der Erleichterung Bilanz. Die Veränderungen in der Landwirtschaft sind nicht zu übersehen. Wo früher zwei Sprechstunden pro Woche ausreichten, ist es heute eine ständige Erreichbarkeit per Handy, die von den Landwirten gefordert wird. Mit nur noch rund 1100 landwirtschaftlichen Betrieben im Bezirk Voitsberg, wo es zuvor etwa 1800 waren, zeigt sich deutlich, wie sich die Landschaft gewandelt hat.

Die Flächenbewirtschaftung bleibt gleich, aber die Betriebe wachsen. Interessanterweise werden zwei Drittel der Höfe mittlerweile als Nebenerwerbsbetriebe geführt. Das wirft Fragen auf: Ist der Nebenerwerb der Schlüssel zum Überleben in der Landwirtschaft? Und wie können Landwirte trotz der Herausforderungen, vor denen sie stehen, ihre Existenz sichern? Preßler reflektiert über den Druck, der auf den Landwirten lastet. Sprunghafte Marktentwicklungen, Klimaveränderungen und die Suche nach qualifizierten Fachkräften – die Herausforderungen sind vielfältig. Besonders die hochtechnisierte Landwirtschaft verlangt nach gut ausgebildeten Arbeitskräften, und die Suche danach gestaltet sich oftmals schwierig.

Ein Blick zurück

In seinen Jahren als Obmann erlebte Preßler Höhen und Tiefen. Höhepunkte wie der Bezirksbauernball, die Bäuerinnentage und die Viehmärkte werden ihm immer in Erinnerung bleiben. Doch es gab auch dunkle Zeiten. Die Unwetterkatastrophe durch Sturmtief Paula, die der Forstwirtschaft immense Schäden in Höhe von bis zu 40 Millionen Euro zufügte, wird wohl nicht so schnell vergessen. Auch die Zusammenlegung der Bezirkskammern Voitsberg, Deutschlandsberg und Graz-Umgebung in Lieboch war ein einschneidendes Ereignis. Preßler konnte allerdings eine ursprüngliche Zusammenlegung mit Graz abwehren, was ihm sicherlich ein gewisses Maß an Zufriedenheit bescherte.

Wie er selbst sagt, genießt er nun weniger Aufgaben, bleibt aber als Seniorenvertreter in der Vollversammlung der Landeskammer aktiv. Sein familiärer Betrieb, vulgo Plosi in Edelschrott, hat ebenfalls Umstellungen durchlebt. Die Nachfolgepläne sind geplatzt, Rinder wurden verkauft, und der Betrieb ist nun an seinen Sohn verpachtet. Preßler und seine Frau bewirtschaften den Großteil der Flächen und haben sich mit 20 Jungkalbinnen für einen Partnerbetrieb arrangiert. Das Leben geht weiter, auch wenn es manchmal ganz anders kommt, als man denkt.

Nebenerwerb und seine Herausforderungen

Ein bedeutender Aspekt in der heutigen Landwirtschaft ist der Nebenerwerb. Viele Landwirte sind gezwungen, neben ihrem Hauptberuf Tätigkeiten auszuüben, um ihre Existenz zu sichern. Nebentätigkeiten sind grundsätzlich erlaubt, es gibt jedoch einige Rahmenbedingungen, die beachtet werden müssen. Arbeitgeber können Einschränkungen oder sogar Verbote aussprechen, wenn die Nebentätigkeit die Arbeitsleistung im Hauptjob beeinträchtigt. Auch dürfen diese Tätigkeiten nicht gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen oder in direkter Konkurrenz zum Haupt-Arbeitgeber stehen. Laut den gesetzlichen Vorgaben darf die Höchstarbeitszeit von 48 Stunden pro Woche nicht überschritten werden. Das alles macht die Balance zwischen Haupt- und Nebenerwerb nicht gerade einfach.

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Die Zukunft der Landwirtschaft

Die Herausforderungen, mit denen die Landwirtschaft konfrontiert ist, sind nicht nur lokal, sondern auch national und international von Bedeutung. Der Situationsbericht 2024/2025 des Deutschen Bauernverbands (DBV) beleuchtet die wirtschaftliche Lage des Agrarsektors und die Fragen des Ressourcenschutzes sowie der Flächennutzung. Diese Themen sind nicht nur für Landwirte relevant, sondern auch für politische Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit. Der Bericht wird jährlich veröffentlicht und bietet wertvolle Informationen, die in der heutigen Zeit unerlässlich sind, um die richtige Richtung für die Zukunft der Landwirtschaft einzuschlagen. Weitere Informationen dazu sind auf der Website des DBV zu finden: www.situationsbericht.de.

Die Entwicklungen in der Landwirtschaft sind spannend und herausfordernd zugleich. Manchmal hat man das Gefühl, dass die Welt um einen herum rasend schnell dreht und man sich anpassen muss, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die nächsten Jahre gestalten werden, sowohl für Preßler als auch für die gesamte Branche.

Für weitere Informationen zu den Herausforderungen und Veränderungen in der Landwirtschaft, lesen Sie auch den Artikel von der Kleinen Zeitung und die Ausführungen über Nebenerwerb in der Bauernzeitung.