Weiz erlebt Umstrukturierung im AMS nach Pensionsantritt von Gottfried Walter
Heute ist der 19.06.2026 und in Weiz gibt es eine bedeutende Veränderung im Arbeitsmarktservice (AMS). Nach über 40 Jahren im Dienst, davon 23 Jahre als Leiter der Geschäftsstelle in Gleisdorf, geht Gottfried Walter in Pension. Seine Abwesenheit wird nicht nur eine persönliche Lücke hinterlassen, sondern auch die Schließung der AMS-Geschäftsstelle in Gleisdorf nach sich ziehen. Gabriele Maitz wird seine Nachfolgerin und plant, neue Büros in Weiz zu eröffnen. Diese Umstrukturierung ist ein wichtiger Schritt, um den Herausforderungen des regionalen Arbeitsmarktes zu begegnen und die Effizienz des AMS zu steigern. Mehr Informationen dazu finden Sie in einem Artikel der Kleinen Zeitung.
Die Schließung in Gleisdorf könnte auf den ersten Blick wie ein Rückschritt erscheinen, doch die AMS-Geschäftsstelle hat in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle gespielt. So wurden unter Walter’s Führung zahlreiche Initiativen gestartet, um den Kontakt zu den regionalen Unternehmen zu stärken. Eine der bemerkenswertesten Aktionen war die Business Tour, bei der über 70 Unternehmensbesuche durchgeführt wurden. Das Ziel? Den direkten Austausch mit den Betrieben und die Besprechung aktueller Herausforderungen. Es ist tatsächlich beeindruckend, wie das AMS maßgeschneiderte Programme wie die Arbeitsplatznahe Qualifizierung (AQUA) und die Impulsberatung für Betriebe (IBB) entwickelt hat.
Fokus auf Fachkräfte
Die AQUA-Initiative ist besonders spannend. Sie zielt darauf ab, neue Mitarbeiter direkt am Arbeitsplatz zu qualifizieren. Damit können Fachkräfte gezielt entwickelt werden, was nicht nur den Einstieg für neue Mitarbeiter erleichtert, sondern auch den Betrieben hilft, den eigenen Personalbedarf zu decken. Das ist in Anbetracht der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt mehr als wichtig. Viele Unternehmen haben Probleme, offene Stellen zu besetzen, und mehr als 40% der kleinen und mittleren Unternehmen kämpfen damit, geeignete Bewerber zu finden.
Die IBB hingegen unterstützt Unternehmen bei der Personal- und Organisationsentwicklung. Themen wie Mitarbeiterbindung, betriebliche Weiterbildung und altersgerechte Arbeitsplätze stehen hier im Vordergrund. Die positive Resonanz auf die persönlichen Gespräche und passgenauen Angebote zeigt, dass das AMS auf dem richtigen Weg ist. Das AMS wird auch in Zukunft weitere Betriebsbesuche planen, um den Kontakt zu den Unternehmen aufrechtzuerhalten. Es ist ein offenes Ohr für die Anliegen der Wirtschaft.
Die Herausforderungen des Fachkräftemangels
<pDoch trotz dieser Bemühungen bleibt die Situation angespannt. Der Fachkräftereport der DIHK zeigt auf, dass 36% der befragten Unternehmen Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen, weil geeignetes Personal fehlt. Diese Zahl ist zwar im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozentpunkte gesunken, bleibt aber hoch. Besonders in der dualen Berufsausbildung ist der Bedarf an Fachkräften enorm. Achim Dercks von der DIHK warnt vor einer trügerischen Entspannung beim Fachkräftemangel und hebt hervor, dass 83% der Unternehmen in den kommenden Jahren negative Auswirkungen aufgrund dieses Mangels erwarten.
Die steigenden Arbeitskosten und die Belastungen für die Belegschaft sind nur einige der Herausforderungen, die auf die Unternehmen zukommen. Es wird klar, dass die Weiterbildung, die Zuwanderung von Fachkräften und die Beschäftigung älterer Menschen dringend notwendig sind, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Bundesregierung hat mit der Aktivrente einen ersten Schritt in diese Richtung unternommen, aber es bleibt noch viel zu tun.
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