Steyr: Innovative Ansätze für nachhaltigen Tourismus in Oberösterreich
In Steyr, einer Stadt, die nicht nur durch ihre historische Altstadt besticht, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der neuen oberösterreichischen Tourismusstruktur ist, tut sich einiges. Seit dem 1. Januar 2023 bündelt diese neue Struktur die Kräfte von 19 Tourismusverbänden in sieben Destinationen. Besonders hervorzuheben ist die Destination 360° Alpenland, die die Regionen Pyhrn-Priel, Bad Hall, Steyr und die Nationalpark Region umfasst. Diese Destination ist nicht zu vernachlässigen: 30 Gemeinden und rund 600 Betriebe machen sie zu einem der stärksten Tourismusverbände in Oberösterreich, mit beeindruckenden 1,17 Millionen Nächtigungen pro Jahr. Eine beachtliche Zahl, die den Stellenwert des Tourismus in der Region unterstreicht. Die Landesregierung von Oberösterreich investiert zudem kräftig in die touristische Infrastruktur und die internationale Vermarktung dieser Region.
Tourismus-Landesrat Markus Achleitner hebt die erfreuliche Buchungslage hervor, besonders für Outdoor-Angebote. Das spricht für die Attraktivität der Region, die nicht nur mit ihren Berglandschaften, sondern auch mit vielfältigen kulturellen Angeboten aufwartet. Corinna Polz, die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Alpenland, berichtet von bemerkenswerten organisatorischen Entwicklungen in den ersten 180 Tagen. So wurden drei neue Kompetenzsäulen etabliert, und die Buchhaltung sowie IT-Systeme zentralisiert. Das touristische Meldewesen, eine oft unbeliebte, aber notwendige Aufgabe, wurde als Service für die Gemeinden übernommen. Lokale Tourismusforen wurden geschaffen, um einen Dialog zwischen den Akteuren zu fördern.
Neue Marken und Ausbildungspartnerschaften
Ein besonders spannendes Element ist die Entwicklung einer neuen Marke, die darauf abzielt, Gäste in „Einheimische auf Zeit“ zu verwandeln. Herbert Mayr, der Aufsichtsratsvorsitzende, betont, welch wirtschaftliche Impulse diese Zusammenarbeit mit sich bringt. Die Ausbildungspartnerschaften mit den BBS Weyer und HAK/HLW Kirchdorf sollen den Fachkräftenachwuchs sichern, was in einer Zeit, in der gute Fachkräfte rar sind, besonders wichtig ist. Erfolgreiche Betriebe wie das Landhotel Das Stocker und das Triforêt Alpin Resort sind bereits Vorbilder in der Region. Barbara Resch, die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, hebt die Bedeutung von Digitalisierung und Markenbildung als zentrale Erfolgsfaktoren hervor. Der digitale Reisebegleiter „Franzi“ und die Pyhrn-Priel Card verbessern die Zugänglichkeit für die Gäste, was sicherlich auch zur Steigerung der Besucherzahlen beiträgt.
Doch während sich die Region auf diesen positiven Entwicklungen ausruht, gibt es auch Herausforderungen zu meistern. Der Klimawandel und der steigende Tourismusdruck belasten die Natur und die Gemeinden. Ein neues EU-gefördertes Projekt namens „Lebenswerter Alpenraum“ hat sich zum Ziel gesetzt, zu untersuchen, wie Digitalisierung den Tourismus nachhaltiger gestalten kann. Wissenschaftler der Universitäten Linz und TH Rosenheim entwickeln innovative Ansätze, darunter virtuelle Avatare und interaktive Erlebnisse, die dazu beitragen sollen, Natur und Einheimische zu schützen.
Innovationen für eine nachhaltige Zukunft
Das Projekt fokussiert sich auf „Balanced Tourism“, also auf einen ausgewogenen Tourismus, der sowohl ökonomische als auch ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt. Es wird gemunkelt, dass der Avatar „Maxi“ Besucher über mobile Anwendungen durch die Region führt. Augmented Reality (AR) gilt als revolutionär für den Tourismus. Die Sensibilisierung der Bevölkerung wurde bereits erreicht, und neue Formate wie Forschungswerkstätten mit Jugendlichen fördern die Partizipation. Die EU-Finanzierung spielt dabei eine entscheidende Rolle, um diese zukunftsweisenden Ansätze in die Tat umzusetzen.
Der Übergang zu einem nachhaltigeren Tourismus ist kein leichtes Unterfangen. Seit den 1980er Jahren beschäftigt sich der Tourismus mit der Frage, wie er die regionale Wirtschaft, Natur und Kultur positiv beeinflussen kann. Der Weg hin zu einem zukunftsfähigen Tourismus, der im Gleichgewicht mit Wirtschaft, Natur und Kultur steht, ist komplex. Es sind viele Destinationen aktiv, die auf nachhaltige Entwicklung setzen und Prinzipien und praktische Ansätze für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung sowie ein effektives Destinationsmanagement in den Fokus rücken.
Insgesamt ist die Region Steyr gut aufgestellt, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen und gleichzeitig ihre Stärken auszuspielen. Die Kombination aus reichem kulturellem Erbe, beeindruckender Natur und innovativen Ansätzen für nachhaltigen Tourismus könnte genau das sein, was es braucht, um die Region auf die nächste Stufe zu heben.
Diese Informationen stammen aus meinbezirk.at und ots.at, sowie dem Lehrbuch über nachhaltigen Tourismus von bte-tourismus.de.
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