Im Museum Arbeitswelt in Steyr wird der November musikalisch und gerichtsmedizinisch. Im Rahmen des AK-Kulturmonats stehen zwei Abende auf dem Programm: Am Freitag, 6. November, um 19:30 Uhr gastiert das Klangkombinat Kalksburg, am Samstag, 7. November, ebenfalls um 19:30 Uhr folgt der Live-Talk „Es wird a Leich’ sein“ mit Florian Klenk und Christian Reiter.

Das Klangkombinat Kalksburg ist ein Kollektiv rund um das Kollegium Kalksburg. Arrangements, Texte und Kompositionen entstehen gemeinschaftlich. Tradition trifft dabei auf experimentelle Elemente und eigenständige Klangformen – also Wienerlied, Jazz, Improvisation und gelegentlich ordentlich schräges Geräusch nebeneinander.

Zwei Abende im Museum Arbeitswelt

Florian Klenk und Christian Reiter sind zum zweiten Mal in Steyr zu Gast. In ihrem Live-Talk präsentieren sie neue Fälle und Geschichten aus der Gerichtsmedizin. Der Titel „Es wird a Leich’ sein“ lässt dabei wenig Raum für falsche Erwartungen.

AK-Mitglieder erhalten im Rahmen der Aktion „Hurra, November!“ 50 Prozent Ermäßigung auf beide Veranstaltungen. Für Inhaber der AK-Karte gilt dafür der Code „Hurra, November!“; die AK-Karte muss bei der Veranstaltung mitgebracht werden. Zusätzlich können Mitglieder der Arbeiterkammer Oberösterreich die Ausstellungen des Museum Arbeitswelt im gesamten November um einen Euro besuchen.

Mitglieder erhalten außerdem mit dem Mitgliedercode 20 Prozent Rabatt auf Kulturveranstaltungen des Museums. Pro Mitgliedschaft kann ein Ticket gekauft werden, die Mitgliedskarte ist am Veranstaltungsabend mitzunehmen. Informationen und Tickets gibt es unter www.museumarbeitswelt.at und www.museumarbeitswelt.at/shop.

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Neun Musiker, viele Klangfarben

Zum KlangKombinat gehören Oskar Aichinger an Klavier und Gesang, Thomas Berghammer an Trompete und Gesang, Hannes Enzlberger an Bass und Gesang, Christian Gonsior an Saxophon und Gesang, Clemens Hofer an Posaune und Gesang sowie Martin Zrost an Saxophonen, Klarinette und Gesang. Die Kalksburg-Seite besetzen Heinz Ditsch mit Akkordeon, Gesang und „Foxtail“, Paul Skrepek mit Schlagzeug und Gesang sowie W. V. Wizlsperger mit Gesang, Euphonium und Kamm.

Das Ensemble entstand 2012 aus dem Kollegium Kalksburg und weiteren Musikern der österreichischen Jazzszene. Es versteht sich als Kollektiv nach den Prinzipien von Gleichheit und Brüderlichkeit. Der Klang ist vielfältig, wenig standardisiert und von mehreren kaum ausgebildeten Stimmen geprägt – dazu kommen geschliffene Bläsersätze, Saxofonsoli, Akkordeon, Kontrabass, Schlagzeug und Wizlspergers Kammspiel.

Die Doppel-CD „schee is wos aundas“, Vol. 1 und 2, erschien beim Label Off Shore. Insgesamt sind darauf 19 Titel zu hören: Eigenkompositionen, Neubearbeitungen traditioneller Wienerlieder und Fremdkompositionen. Genannt werden unter anderem „Hell auf“, „I hob kan Zins no zoid“, „Fleischhokka“, „Dschango“, „Kalksjazzsuite“, „Schee is wos aundas“, „Es schbüd si o“, „Komm in den Park von Sans Souci“, „Liebe ohne Leiden“ und „Igentwie“.

Als Komponisten und Texter werden unter anderem Hans von Frankowski, Martin Zrost, Christian Gonsior, Franz Mika, Heinz Ditsch, Paul Skrepek, W. V. Wizlsperger, Udo Jürgens, Robert Stolz und Renato Rascel genannt. Besprechungen beschreiben die Musik als Verbindung von Wienerlied, Jazz und Free Jazz. Manche Stücke kippen in improvisierte oder kakophonische Passagen – nicht alles bleibt geschniegelt im Takt, und genau darin liegt der Reiz.

Von „Kalksjazz Stageburg“ bis „frooh show pan“

Die Vorgeschichte reicht zurück: 2009 wurde im Wiener Jazzclub Porgy & Bess ein gemeinsames Projekt des Kollegium Kalksburg mit Jazzmusikern angekündigt, zunächst unter dem Namen „Kalksjazz Stageburg“. Für 2010 war eine monatliche Konzertreihe vorgesehen. Die Termine hießen „Dschango“, „Ing. Fasch“, „Knakkwurst Presssakk“, „Liebe ohne Leiden“, „may or ship“ und „rooh somethd“.

Am 26. Juni 2010 wurde das Ende der damaligen Konzertreihe angekündigt, zugleich stellte man einen Tonträger mit einer Auswahl der Stücke in Aussicht. Im Oktober 2010 folgte im Wiener Lokal Blue Tomato ein Revival, das inzwischen „KlangKombinatKalksburg“ genannt wurde. 2012 und 2013 waren im Porgy & Bess mehrere sonntägliche Frühschoppen-Konzerte unter den Titeln „frooh show pen“ beziehungsweise „frooh show pan“ angekündigt. Für eine Veranstaltung 2012 wurde sogar ein 50-Liter-Fass Bier als mögliche Publikumsbewirtung erwähnt.

2013 plante das Ensemble das Programm „im Ernst“. Anlass war eine Ausschreibung von Richard Graf zum Thema „Ernst?! Esprit und Witz (in) der Musik“. Verwendet werden sollten ausschließlich bereits vorhandene Kompositionen von Ernst Kölz. Die Texte stammten von H. C. Artmann, Joe Berger, Joachim Ringelnatz und Gerhard Rühm; die Arrangements übernahmen Oskar Aichinger, Hannes Enzlberger und Christian Gonsior.

Bei einem Platzkonzert in Saalfelden trat das Klangkombinat 2014 als Nonett auf. Gespielt wurden unter anderem eine Version von Udo Jürgens’ „Liebe ohne Leiden“ und eine Wiener Bearbeitung von „Chan Chan“. In dieser Fassung ging es auch darum, dass übermäßiger Alkoholkonsum zwar sexuell stimulierend wirken könne, zugleich aber die Erektionsfähigkeit beeinträchtige. Der Schmäh darf also mit, selbst wenn er mitten im Takt kurz hängen bleibt.

Unterstützer und Karten

Das Klangkombinat wird als musikalische Erweiterung des dreiköpfigen Kollegium Kalksburg beschrieben: Heinz Ditsch, Paul Skrepek und Wolfgang Vincenz Wizlsperger. Das Kollegium war zuvor seit rund 15 Jahren dem traditionellen Wienerlied in eigenen Interpretationen und mit Eigenkompositionen gewidmet. Die Doppel-CD dokumentiert die Zusammenarbeit mit Oskar Aichinger, Thomas Berghammer, Hannes Enzlberger, Christian Gonsior, Clemens Hofer und Martin Zrost – eine Mischung aus Wienerlied-Melodien und -Texten, Jazzharmonik, freien Soli und improvisatorischen Elementen.

Das Jahresprogramm wird vom BMB, der Stadt Steyr, der AK OÖ und PROGE unterstützt. Partner sind KUPF, Hunger auf Kunst & Kultur, Ennsthaler und Glück Auf! Als Sponsoren werden Atteneder, GRS Steuerberatung, HERTL, KSM, Minichmayr und Christkindlwirt genannt.

Der Fotohinweis lautet: Kollegium Kalksburg, © Wolfgang Lienbacher. Das Foto stammt von Wolfgang Lienbacher.