Am Donnerstag fand in Innsbruck die Landesveterinärreferentenkonferenz statt, ein wichtiges Treffen, bei dem sich alles um die Tierseuchenbekämpfung, aktuelle Tuberkulose-Verordnungen und die tierärztliche Versorgung drehte. Die Bundesländer haben beschlossen, ihre Zusammenarbeit im Veterinärwesen weiter zu intensivieren. Einstimmig wurden Beschlüsse gefasst, die darauf abzielen, die Tiergesundheit zu stärken und sich besser auf mögliche Tierseuchenausbrüche vorzubereiten. In einer Zeit, in der die Erfahrungen mit Geflügelpestausbrüchen und Maul- und Klauenseuche im Ausland in Erinnerung sind, ist dies mehr als nur ein Lippenbekenntnis.

Ein zentraler Punkt dieser Konferenz war die Forderung nach einer bundesweiten amtstierärztlichen Unterstützungstruppe. Diese speziell geschulten Tierärzte sollen über die Grenzen der Bundesländer hinweg eingesetzt werden, was die Notwendigkeit eines engeren Austauschs zwischen den Regionen unterstreicht. Dr. Geisler, der Tirols Landesveterinärreferent, hob die Bedeutung dieser Zusammenarbeit hervor und kündigte an, dass es eine Kooperation mit dem Gesundheitsministerium und der AGES geben wird, um eine passende Organisationsstruktur zu schaffen.

Dringlichkeit bei Tuberkulose-Verordnungen

Ein weiteres wichtiges Thema war die rasche Überarbeitung der Tuberkulose-Verordnungen für Rinder und Rotwild. Tirol und Vorarlberg sind besonders betroffen von der Rotwild-Tuberkulose, und die aktuellen Regelungen passen nicht mehr zu den heutigen Anforderungen. Fachliche Grundlagen und Änderungsvorschläge liegen bereits seit Jahresbeginn vor. Geplant ist, dass eine Arbeitsgruppe Anfang Juli einberufen wird, um Übergangsmaßnahmen vorzubereiten.

Ein noch nicht ganz gelöstes Problem ist die langfristige tierärztliche Versorgung für Nutz- und Haustiere. Hier betont Geisler die flächendeckende tierärztliche Versorgung als eine Grundlage für Landwirtschaft und Tierschutz. Tirol hat bereits Maßnahmen ergriffen, um den Beruf des Tierarztes attraktiver zu gestalten, was angesichts der Herausforderungen in der Veterinärmedizin dringend notwendig ist.

Die Lage der Tierseuchen in Europa

Das Thema Tierseuchen ist nicht nur in Österreich von Bedeutung. In Deutschland etwa informiert das BMLEH regelmäßig über aktuelle Tierseuchen und Tierkrankheiten. Dort ist die Tierseuchenbekämpfung ein fester Bestandteil der staatlichen Gefahrenabwehr, geregelt durch das Tiergesundheitsgesetz. Die Verantwortung liegt bei den Ländern und wird durch Landkreise sowie kreisfreie Städte umgesetzt.

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In Deutschland wurde das Land am 14. April 2025 wieder als „MKS-frei ohne Impfung“ anerkannt, nachdem im Januar 2025 ein Fall von Maul- und Klauenseuche bei Wasserbüffeln in Brandenburg festgestellt wurde. Die Afrikanische Schweinepest (ASP), eine hochansteckende Virusinfektion, die Wild- und Hausschweine befällt, breitet sich seit 2014 in Europa aus und ist für Menschen nicht gefährlich. Auch die hochpathogene Aviäre Influenza, bekannt als Geflügelpest, hat in Deutschland immer wieder für Aufregung gesorgt.

Rechtslage und Maßnahmen

Um die Seuchen bei Tieren zu bekämpfen, hat der Bundestag ein Gesetz zur Vorbeugung und Bekämpfung von Seuchen bei Tieren beschlossen. Dieses regelt die Vorbeugung und Bekämpfung von Seuchen und dient der Erhaltung der Gesundheit von Tieren, die der landwirtschaftlichen Erzeugung dienen. Unternehmer sind verpflichtet, bei Anzeichen schwerer Krankheiten einen Tierarzt zu informieren, und das Bundesministerium für Landwirtschaft hat die Möglichkeit, Verordnungen zur Meldung von Seuchen zu erlassen. Darüber hinaus gibt es Regelungen zur Entschädigung für Tiere, die auf behördliche Anordnung getötet wurden.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Maßnahmen entwickeln werden. Eines ist jedoch klar: Die Herausforderungen im Veterinärwesen sind groß, und die Bundesländer müssen zusammenarbeiten, um Tierseuchen wirkungsvoll zu bekämpfen. Die Zukunft der veterinärmedizinischen Laboranalytik in Österreich wird durch eine geplante gesamtstaatliche Bedarfsanalyse beleuchtet, die Synergien nutzen und Effizienz steigern soll. Die Bedeutung bestehender Laborstandorte, insbesondere die AGES in Innsbruck, ist dabei unbestritten.