Imst, 22. April 2026 – Ein junges Talent aus Telfs bereichert die traditionsreiche Fasnacht von Imst. Konrad Lorenz, ein Maturant des Technischen Gymnasiums Telfs, hat seine Abschlussarbeit über die Imster Fasnacht verfasst. Diese trägt den Titel „Entwurf und Herstellung einer geschnitzten Fasnachtslarve für das Imster Schemenlaufen“. Mit viel Geschick schnitzte Lorenz seine erste Fasnachtslarve in der Werkstatt von Walter Zangerle, der nicht nur als Lehrmeister fungierte, sondern auch die beeindruckenden Fähigkeiten des jungen Mannes lobte.
Die Arbeit von Lorenz wurde nicht nur schriftlich, sondern auch fotografisch dokumentiert und erhielt die Bewertung „Sehr Gut“. Besonders erfreulich ist, dass die geschnitzte Wifligsacknerlarve bereits bei der diesjährigen Fasnacht zum Einsatz kam. Am 16. April 2026 übergab Lorenz ein Exemplar seiner Arbeit offiziell an die Imster Fasnacht, was durch die Begeisterung der Mitglieder des Fasnachtskomitees honoriert wurde. Diese zeigten sich beeindruckt von Lorenz‘ Engagement und Talent. Aktuell besucht er mit seinem Vater einen Schnitzkurs in der Fachschule für Kunsthandwerk und Design in Elbigenalp, wo er bereits eine zweite Larve geschnitzt hat. Weitere Informationen finden Sie hier.
Die Kunst des Larvenschnitzens
Die geschnitzten Holzmasken, auch Larven genannt, sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Fasnacht, sondern gelten in Deutschland auch als kostbare Familienerbstücke und Ausdruck meisterlicher Handwerkskunst. Diese Masken werden von Meistern des Larvenschnitzens erschaffen und der Prozess, bei dem sie bemalt werden, wird als „fassen“ bezeichnet. In den verschiedenen Fasnachtsgemeinden werden unterschiedliche Masken für ihre Bräuche verwendet, was die Vielfalt des Brauchtums unterstreicht.
In der Region um Innsbruck gibt es zudem spezielle Fasnachtsbräuche, die den Mullern und Matschgerern gewidmet sind. In den MARTHA-Dörfern Mühlau, Arzl, Rum, Thaur und Absam treten Figuren wie „Tuxer“, „Melcher“, „Zaggler“ und „Zottler“ in beeindruckenden Umzügen auf, die durch Hierarchien, Muster und Choreografien geprägt sind. Um die Tiroler Fasnacht in ihrer ganzen Pracht zu erleben, empfiehlt es sich, die Müller und Matschgerer auf einem der traditionellen Bälle zu sehen. In einigen Gasthäusern der genannten Dörfer findet zudem das „Mullerschaug’n“ statt, bei dem die Brauchtumsgruppen den Besuchern einen Einblick in diese lebendige Tradition geben.
Die Fasnacht ist also nicht nur ein Fest der Freude, sondern auch ein wertvolles Kulturgut, das es zu bewahren gilt. Konrad Lorenz‘ Beitrag zur Imster Fasnacht ist ein Zeichen dafür, dass diese Tradition auch in der modernen Zeit lebendig bleibt und durch das Engagement junger Menschen weitergeführt wird.