Am 7. März hat die 21-jährige ÖSV-Newcomerin Leonie Zegg aus Vorarlberg bei der Weltcupabfahrt in Val di Fassa einen schweren Rückschlag erlitten. Sie riss sich das Kreuzband und den Innenmeniskus im linken Knie. Ein schrecklicher Moment für die talentierte Skifahrerin, die erst kürzlich ihre erste Europacup-Abfahrt in St. Moritz gewonnen hatte und auf einem guten Weg zu den Top 3 in der Gesamtwertung war. Doch der vergangene Freitag war für Zegg der schwierigste Tag seit ihrer Verletzung. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man in Saalbach beim Europacupfinale emotional reagiert, weil man nicht teilnehmen kann. Der Druck und die Enttäuschung müssen gewaltig gewesen sein.

Die Operation in der Medalp Imst, durchgeführt von Dr. Katja Tecklenburg, verlief glücklicherweise gut. Jetzt erhält Zegg Unterstützung von ihrer ÖSV-Physiotherapeutin Astrid Rhomberg in Lech. Nach einer solch schweren Verletzung ist es wichtig, die nötige Betreuung zu bekommen. Zegg hat auch bereits einen Plan für ihre Rückkehr: Sie startet einen dreiwöchigen Rehablock in Bad Hofgastein. Dabei wird sie ihre Skitechnik analysieren und ihre Position verändern, um ähnliche Verletzungen in der Zukunft zu vermeiden. Sie hat selbst gesagt: „Mein Schwerpunkt war viel zu weit hinten.“ Das zeigt, wie bewusst sie mit ihrer Situation umgeht und dass sie aus ihren Fehlern lernen möchte.

Ein Blick auf das Verletzungsrisiko im Skisport

Der Fall von Leonie Zegg ist leider kein Einzelfall. Aktuelle Zahlen des Deutschen Skiverbands zeigen, dass das Verletzungsrisiko im alpinen Skisport ansteigt. In der Saison 2023/2024 mussten etwa 46.000 bis 48.000 Skisportler ärztlich behandelt werden. Das ist ein alarmierender Trend. Im Vergleich zur Basis-Saison 1979/80 ist zwar ein Rückgang um gut 52 Prozent zu verzeichnen, jedoch ist die Zahl im Vergleich zur Vorsaison gestiegen. Besonders auffällig ist der Anstieg der Knieverletzungen, der von 2,70 auf 3,01 pro 1.000 Skifahrer gestiegen ist. Das klingt nicht nur nach einer Zahl, sondern nach echten Menschen, die sich in der geliebten Sportart verletzen. Das sollte uns alle zum Nachdenken anregen.

Der DSV und die Stiftung Sicherheit im Skisport setzen daher auf präventive Maßnahmen, um solche Verletzungen zu reduzieren. Dazu gehören Aufklärungsarbeit, die Verbesserung der Ausrüstung und ein gesteigertes Sicherheitsbewusstsein. Zudem gibt es spezielle Safety Days, die das Bewusstsein für Sicherheit im Skisport fördern. All das könnte vielleicht auch für Leonie Zegg von Bedeutung sein, wenn sie nach ihrer Rehabilitation wieder auf die Skier steht. Es bleibt zu hoffen, dass sie bald wieder auf die Pisten zurückkehren kann, um ihre Träume weiter zu verfolgen – und vielleicht mit ihrem Freund, dem ÖSV-Skispringer Jonas Schuster, einen wohlverdienten Urlaub zu genießen. Denn nach all dem, was sie durchgemacht hat, hat sie sich eine kleine Auszeit mehr als verdient.