Protest gegen Fernpasspläne in Nassereith und Reutte
In der kleinen Gemeinde Nassereith und der benachbarten Stadt Reutte ging es am vergangenen Wochenende hoch her. Hunderte Bürgerinnen und Bürger gingen bei drückenden Temperaturen auf die Straße, um gegen die umstrittenen Fernpasspläne des Landes Tirol zu demonstrieren. Die Protestmärsche, die offiziell genehmigt waren, starteten sowohl von der Burgruine Ehrenberg in Reutte als auch vom Rastland in Nassereith. Dabei versammelten sich in Reutte über 300 Personen, während in Imst rund 360 Teilnehmer mit Transparenten und klaren Botschaften ihren Unmut äußerten. Auf den Schildern war zu lesen: „Zug statt Zölle“ und „Tunnel und Maut abgelehnt“ – deutlichere Worte hätten es nicht sein können.
Die zweistündige Sperre der B 179 zwischen den beiden Standorten, die von 10 bis 12 Uhr andauerte, führte überraschenderweise nicht zu dem befürchteten Verkehrschaos. Laut den Berichten des ÖAMTC blieb die Verkehrslage entspannt, was wohl auch daran lag, dass das Land Tirol Reisende im Vorfeld gewarnt und Umfahrungsrouten empfohlen hatte. Es ist schon erstaunlich, dass trotz der 5,5 Millionen Fahrten pro Jahr auf dieser stark belasteten Route, die Demonstrationen ohne größere Störungen über die Bühne gingen.
Protest gegen das Fernpasspaket
Die Bürgerinitiative „Lebensraum Gurgltal – Außerfern – Mieminger Plateau“ hat sich klar positioniert und fordert, dass die Bedenken der Anwohner ernst genommen werden. Ein gewaltiges Projekt steht auf der Agenda: das Fernpasspaket, das eine neue Tunnelverbindung vom Rastland nach Fernstein sowie eine zweite Röhre beim Lermooser Tunnel vorsieht. Die Investitionssumme beläuft sich auf stolze 500 Millionen Euro, wobei der Haftungsrahmen auf 600 Millionen Euro festgelegt ist. Kritiker befürchten jedoch, dass dies zu einer noch größeren Verkehrszunahme führen wird und die bereits belastete Route zusätzlich überlastet.
Politische Gruppierungen wie die Grünen, die Liste Fritz und sogar die FPÖ waren unter den Protestierenden zu finden. Die Redner ließen kein gutes Haar an den Landespolitikern Rene Zumtobel und Josef Geisler, die für die Pläne verantwortlich gemacht werden. Unverständnis herrscht über die unterschiedliche Behandlung von Demos durch die ÖVP/SPÖ-Landesregierung. Der Unmut der Bevölkerung ist deutlich spürbar, denn 95 Prozent der wahlberechtigten Bürger in Nassereith haben sich gegen das Fernpasspaket ausgesprochen.
Ausblick auf zukünftige Proteste
Die nächste ähnliche Demonstration ist bereits für den 1. August geplant, wobei die Genehmigung dafür noch aussteht. Die Bürger sind entschlossen, ihre Stimmen zu erheben. Es bleibt abzuwarten, ob die Landesregierung auf den Protest reagiert und die Bedenken der Bevölkerung ernst nimmt. Bis dahin wird die Diskussion um das Fernpasspaket sicherlich weitergehen – die Sorgen und Ängste der Anwohner sind nicht einfach aus der Welt zu schaffen.
Die Ereignisse rund um die Protestmärsche sind ein eindringliches Beispiel dafür, wie lokale Anliegen und die Stimme der Bürger in der politischen Entscheidungsfindung Gehör finden sollten. Die Zukunft der Fernpassroute und die damit verbundenen Projekte stehen auf der Kippe, und die Bürger sind bereit, dafür zu kämpfen, was sie für richtig halten.
Für nähere Informationen zu den Protesten können Sie die vollständigen Berichte auf MeinBezirk und Exxpress nachlesen.
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