Am 30. Mai 2026 ist in Imst ein spannendes Kapitel in der Geschichte der Tiroler Wasserkraft aufgeschlagen worden. Die offizielle Taufe der Tunnelbohrmaschine, die den klangvollen Namen „HAIMO“ trägt, fand in Haiming statt. Der Name selbst wurde von SchülerInnen der Volksschule Haiming kreiert, die sich mit kreativen Vorschlägen einbrachten. Auf der TIWAG-Homepage konnten die Bürger abstimmen, und „HAIMO“ setzte sich gegen die Konkurrenznamen „Bohrtschi“ und „Steinbeißer“ durch. Ein schöner Beweis dafür, wie die Jugend in die wichtigen Entscheidungen der Zukunft eingebunden wird!
Diese Tunnelbohrmaschine ist keine gewöhnliche Maschine. Sie ist Teil des ambitionierten TIWAG-Kraftwerksprojekts Innstufe Imst-Haiming, das einen 14 Kilometer langen unterirdischen Triebwasserweg umfasst. Die „HAIMO“ wird dabei etwa 10,5 Kilometer vom Haiming bis zur Innquerung beim Bahnhof Imst-Pitztal in Betrieb genommen. Die TIWAG investiert rund 680 Millionen Euro in das Projekt, das nicht nur der Energieunabhängigkeit Tirols dienen, sondern auch Arbeitsplätze schaffen soll.
Nachhaltige Energieerzeugung und regionale Wertschöpfung
Das Kraftwerk, das durch die Nutzung bereits genutzten Wassers zur Stromerzeugung konzipiert wurde, wird jährlich etwa 252 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom erzeugen. Das reicht für die Versorgung von rund 60.000 Haushalten in Tirol! Und das Beste daran: Voraussichtlich wird das Projekt 60.000 Tonnen CO2e pro Jahr einsparen. Das Wasser, das durch den neuen Triebwasserweg geleitet wird, wird anschließend schonend in den Inn zurückgeführt. Eine Win-win-Situation für Mensch und Natur!
Landeshauptmann Anton Mattle betonte bei der Taufe die Notwendigkeit einer sauberen Energieproduktion in Tirol. Mit dem prognostizierten Anstieg des österreichischen Strombedarfs auf 100 Terawattstunden bis 2035 ist das Kraftwerk ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die TIWAG, die für das Projekt verantwortlich ist, hebt die Bedeutung des Kraftwerks für die Eigenversorgung und die Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten hervor.
Engagement der Bevölkerung
Ein weiterer erfreulicher Aspekt ist die enge Einbindung der Bevölkerung und regionaler Interessenvertreter in den gesamten Planungsprozess. Informationsveranstaltungen wurden frühzeitig durchgeführt, und die Anliegen der Bürger fanden Gehör. Der Raftingsport in der Imster Schlucht bleibt durch garantierte Wasserabgaben ungestört, und die Trinkwasserversorgung der Region bleibt ebenfalls unberührt. Das zeigt, dass auch bei großen Projekten die Bedürfnisse der Menschen nicht aus den Augen verloren werden.
Die Bauarbeiten für das Kraftwerk sind bereits in vollem Gange. Die Bauzeit beträgt etwa fünf Jahre, und die Inbetriebnahme des Kraftwerks ist für 2030 geplant. Abgesehen von den bereits genannten Investitionen in die Wasserkraft plant die TIWAG bis 2029 insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energieinfrastruktur zu investieren. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das Tirol auf die Landkarte der nachhaltigen Energieproduktion setzen könnte.
In einem ähnlichen Kontext wird auch das neue Kraftwerk Tauernbach-Gruben erwähnt, das in Osttirol entsteht und 2026 in Betrieb genommen werden soll. Hier wird ebenfalls auf die Bedeutung der Wasserkraft für die Region verwiesen. Diese Projekte zeigen, wie wichtig es ist, die Ressourcen der Natur nachhaltig zu nutzen und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. In Tirol scheint man die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und geht mit großen Schritten in eine grünere Zukunft.
