Wohnraumkrise in Tirol: Gewerkschaft fordert Maßnahmen gegen steigende Immobilienpreise
Heute, am 13.06.2026, fanden sich zahlreiche Vertreter der Tiroler Gewerkschaft im ÖGB-Büro in Imst zusammen, um ein brennendes Thema zu diskutieren: den Wohnraum in Tirol. ÖGB-Vorsitzende Sonja Föger-Kalchschmid stellte ein Positionspapier vor, das als Diskussionsgrundlage dienen soll. Dabei berichtete sie von den alarmierenden aktuellen Wohnraum-Zahlen, die für niemanden von uns wirklich überraschend sind. Tirol hat mit die höchsten Kosten für Miet- und Eigentumswohnungen sowie Grundstückspreise in ganz Österreich!
Wusstet ihr, dass der durchschnittliche Quadratmeter-Preis für Eigentumswohnungen in Tirol bei satten 7043 Euro liegt? Im Bezirk Imst ist dieser Preis mit 4887 Euro etwas niedriger, allerdings ist auch dieser Wert durch die entlegenen Regionen stark verzerrt. Die Teuerung macht den Tirolern zu schaffen, und Föger-Kalchschmid kritisierte in diesem Zusammenhang die Spekulation im Wohnungsmarkt. Ihr Appell: „Lebensraum statt Spekulation“! Christian Hauser, der Gewerkschaftsvorsitzende Bau-Holz in Tirol, will dem sogenannten „Wohnraum-Monopoly“ den Kampf ansagen und hat bereits erste Vorschläge ins Spiel gebracht.
Neue Ansätze für geförderten Wohnraum
Ein Vorschlag, der für Aufsehen sorgt, ist das Bonus-Malus-System, das Gemeinden anregen soll, geförderten Wohnraum zu schaffen. Außerdem sollen Bedarfszuweisungen künftig eng mit dem Thema Wohnraum verknüpft werden. Um dem massiven Leerstand von Wohnraum und der Spekulation entgegenzuwirken, fordert der ÖGB eine Abgabe auf gewidmetes Bauland, die bis zu zwei Prozent des Verkehrswerts jährlich betragen könnte. Ein mutiger Schritt, der sicherlich kontrovers diskutiert werden wird.
Die Immobilienpreise in Tirol sind seit 2022 gestiegen, doch 2023 gab es eine Korrektur – allerdings nicht in allen Marktsegmenten. Der durchschnittliche Wohnungspreis in Tirol liegt mittlerweile bei 4727 Euro pro m², was einen Rückgang von 9 % gegenüber dem Jahr 2022 darstellt. Dennoch sind die Preise in Tirol immer noch höher als der österreichische Durchschnitt, wenn auch nicht ganz so hoch wie in Wien, Vorarlberg oder Salzburg. Besonders teuer sind die Wohnungspreise in Innsbruck, Kitzbühel und Landeck, während die Grundstückspreise im Schnitt von 198 Euro pro m² im Jahr 2016 auf 414 Euro pro m² im Jahr 2024 gestiegen sind.
Die aktuelle Marktsituation
Die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt sind alles andere als einfach. Die Transaktionszahlen von Wohnimmobilien in Österreich sind von 67.000 im Jahr 2021 auf nur 40.000 im Jahr 2023 gesunken. Ein alarmierender Rückgang, der sich laut Prognosen 2024 stabilisieren könnte. Bei den Baubewilligungen für neue Wohnungen sieht es noch düsterer aus: Diese sanken von 51.000 im Jahr 2019 auf nur 22.500 im Jahr 2024 – ein Rückgang von über 55 %! Trotz alledem bleibt die Nachfrage nach Wohnraum hoch. Für 2025 werden moderate Preissteigerungen für bestehende Wohnungen erwartet, während die Zinsen, die von 0 % im Jahr 2022 auf 4,5 % im Jahr 2023 stiegen, aktuell bei 2,4 % liegen.
Die Diskussion um den Wohnraum in Tirol ist also nicht nur ein Thema für die Politik, sondern betrifft jeden Einzelnen. Wer in Tirol leben möchte, muss sich auf eine verworrene und teure Reise begeben. Die Kriterien beim Immobilienkauf sind vielfältig und reichen von der Verkehrsanbindung über den baulichen Zustand bis hin zu Energieeffizienz – schließlich wollen wir nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch einen Ort, an dem wir uns wohlfühlen können.
Wenn ihr mehr über die Mietpreise in Tirol erfahren möchtet, könnt ihr euch hier weiter informieren: Mietspiegel Tirol.
