Am 10. Mai 2026 fand im CYTA Shoppingcenter in Völs ein aufregendes Ereignis statt, das die Bedeutung von Erste Hilfe in den Fokus rückte. Rund 200 Schülerinnen und Schüler nahmen am Erste Hilfe-Landesbewerb des Jugendrotkreuzes Tirol teil. Anlässlich des Weltrotkreuztages hatten die jungen Helfer die Möglichkeit, in realitätsnahen Szenarien ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Atmosphäre war geschäftig, laut und gleichzeitig voller Spannung, als die Jugendlichen ihre Fähigkeiten zum Überprüfen von Atmung und Puls, Anlegen von Verbänden und Wiederbelebungsmaßnahmen trainierten. Die Organisatoren legten großen Wert auf die Authentizität der Übungen, was sich in der realistischen Darstellung der Verletzungen und der psychischen Krisen widerspiegelte.
Die Teilnehmer wurden dabei nicht nur auf ihre praktischen Fähigkeiten bewertet, sondern auch auf ihr Verhalten gegenüber den Verletzten, ihre Einschätzung der Umgebung und die Reihenfolge der Maßnahmen. Das Team der Realistischen Unfalldarstellung (RUD) unterstützte die Jugendlichen, indem sie als verletzte Personen auftraten und somit zur Glaubwürdigkeit der Übungen beitrugen. Ena von der Mittelschule Kematen und Amar vom Reithmanngymnasium Innsbruck berichteten von ihren intensiven Erfahrungen und der drängenden Wichtigkeit, in Notfällen nicht wegzuschauen. Günther Ennemoser, Präsident des Roten Kreuzes Tirol, war begeistert vom Engagement der Jugendlichen und hob hervor, wie wichtig die Ausbildung im Jugendrotkreuz ist.
Realitätsnahe Erste-Hilfe-Übungen
Die Notfalldarstellung, die eine zentrale Rolle in diesen Wettbewerben spielt, umfasst verschiedene Aufgabenfelder. Die Verletzendarsteller, auch bekannt als Mimen, sind verantwortlich für die Glaubwürdigkeit der Übung. Sie nutzen Gestik und Schminke, um das Krankheitsbild realistisch zu vermitteln und reagieren auf die Aktionen der Helfer. Um daran teilnehmen zu können, ist die erfolgreiche Absolvierung eines Erste-Hilfe-Lehrgangs erforderlich. Das Team der Schminker sorgt dafür, dass die Verletzungen – seien es Schnittwunden oder gar Amputationen – so realistisch wie möglich aussehen, gemäß den Leitfäden der Ersten Hilfe.
Aber nicht nur die Darsteller sind wichtig. Die Übungsbeobachter gewährleisten die Sicherheit der Verletzendarsteller und können die Übung sofort abbrechen, wenn ein Darsteller in Not gerät. Oft sind es die Schminker, die diese Rolle übernehmen. Das Zusammenspiel aller Beteiligten ist entscheidend. Die Übungsplaner arbeiten eng mit den Führungskräften der Hilfsorganisationen und Feuerwehren zusammen, um die Übungen zu koordinieren und sicherzustellen, dass alles reibungslos abläuft. Diese umfassende Vorbereitung und das Training sind für die Jugendlichen von unschätzbarem Wert, nicht nur für den Wettbewerb, sondern auch für die reale Anwendung von Erste-Hilfe-Kenntnissen.
Bedeutung der Ausbildung
Bettina Ellinger, die Landesleiterin des Jugendrotkreuzes Tirol, betonte die Wichtigkeit, Erste-Hilfe-Kenntnisse frühzeitig zu vermitteln. In einer öffentlichen Umgebung wie dem CYTA Shoppingcenter wird die Sichtbarkeit der Jugendlichen erhöht und Erwachsene werden daran erinnert, wie wichtig es ist, Erste Hilfe zu lernen und regelmäßig zu üben. Cornelia Hagele, die Landesrätin für Gesundheit, schloss sich diesem Gedanken an und hob hervor, dass regelmäßiges Üben entscheidend sei. Am Ende des Tages durften die Teilnehmer stolz ihre Urkunden und Medaillen entgegennehmen und gemeinsam eine Jause genießen – ein kleiner, aber feiner Abschluss für einen Tag voller Wissen und Engagement.
Die Ausbildung im Jugendrotkreuz ist nicht nur für die Wettbewerbe gedacht. Sie bereitet die Jugendlichen auf reale Notfälle vor und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Die Notfalldarstellung wird seit Jahren genutzt, um Helfende auf echte Einsätze vorzubereiten. Es ist eine wertvolle Erfahrung, die nicht nur für die jungen Helfer, sondern auch für die Gesellschaft von großer Bedeutung ist. Denn wer weiß, vielleicht sind sie die ersten, die in einer Notsituation eingreifen und Leben retten können.