In Innsbruck-Land gibt es einen Ort, an dem Menschen in schwierigen Zeiten Unterstützung finden können: das Psychosoziale Zentrum (PSZ). Diese Einrichtung, die 2022 gegründet wurde, hat sich als wichtige Anlaufstelle für alle etabliert, die unter psychischen Belastungen leiden. Die Leiterin, Alexandra Steiner-Mangweth, und Geschäftsführer Michael Wolf stehen an der Spitze dieser Initiative, die im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Beratungsgespräche geführt hat – das sind etwa 800 Gespräche pro Monat! Darunter waren auch rund 280 Klienten, die zum ersten Mal Hilfe suchten. Die häufigsten Belastungen, mit denen die Menschen zu kämpfen haben, sind Depressionen, familiäre Konflikte, Verlust, finanzielle Sorgen und Einsamkeit.
Die Nachfrage nach psychosozialer Unterstützung ist hoch, und das PSZ ist gut in Tirol vernetzt. Es gibt acht Standorte, die von Außerfern bis Osttirol reichen, mit dem Ziel, innerhalb von 30 Minuten erreichbar zu sein. Das Team besteht aus 38 Mitarbeitern, die sich um die Sorgen der Klienten kümmern. Trotz der hohen Nachfrage und Wartezeiten von über einer Woche für Erstgespräche, bleibt die Unterstützung kostenlos – bis zu fünf Beratungstermine können oft schon ausreichen. Bei größerem Bedarf erfolgt eine Vermittlung zu Therapie oder psychiatrischer Behandlung. Die Finanzierung von 2,4 Millionen Euro jährlich kommt vom Land Tirol, und Soziallandesrätin Eva Pawlata hebt die Unverzichtbarkeit des PSZ als Stützpfeiler der psychosozialen Hilfelandschaft hervor. Kürzungen der Mittel sind derzeit nicht geplant.
Die Herausforderungen
Ein wichtiger Punkt ist, dass seit diesem Jahr keine Krisenfinanzierung mehr vom Bund zur Verfügung steht. Das sorgt für Unsicherheiten, und die Verhandlungen mit den Sozialversicherungsträgern über Zuschüsse von etwa 480.000 Euro laufen noch. Das PSZ hat eine wichtige Rolle in der Gesellschaft übernommen, und der steigende Bedarf an seelischer Unterstützung ist ein Zeichen unserer Zeit. Die Belastungen, die viele Menschen empfinden, sind vielfältig und betreffen oft mehrere Lebensbereiche gleichzeitig.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert psychosoziale Gesundheit als einen Zustand des Wohlbefindens, der es Menschen ermöglicht, alltägliche Sorgen zu bewältigen und produktiv zur Gemeinschaft beizutragen. Psychosoziale Gesundheit umfasst nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern auch soziale Beziehungen, Arbeitsbedingungen und finanzielle Sicherheit. Krisen sind keine Krankheiten, sondern Momente, in denen die Belastungen überhandnehmen und Unterstützung notwendig wird. Wenn Gefühle der Ausweglosigkeit aufkommen, können diese schnell zu ernsthaften Problemen führen, wie Selbstverletzungen oder Selbstmordgedanken.
Hilfsangebote und Unterstützung
Das PSZ ist nicht die einzige Option für Betroffene. Es gibt zahlreiche Hilfsangebote, die an Menschen in Krisensituationen sowie deren Angehörige gerichtet sind. Dazu gehört beispielsweise die telefonische Hilfe von „Rat auf Draht“ rund um die Uhr unter der Nummer 147 oder der Kindernotruf für Krisensituationen, erreichbar unter +43 800 567 567. Auch Selbsthilfegruppen bieten eine Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Zudem können Informationen über psychiatrische Ambulanzen auf der Website des Kriseninterventionszentrums gefunden werden.
Die Unterstützung ist enorm wichtig, denn unbehandelte psychische Erkrankungen können sich verschlimmern. Psychische Erkrankungen äußern sich in vielen Formen, wie Ängsten, Depressionen, Burn-out oder posttraumatischen Belastungsstörungen. Fachkundige Hilfe ist unabdingbar, besonders bei länger andauerndem Leidensdruck. Es ist ermutigend zu sehen, dass in Innsbruck-Land eine Institution wie das PSZ bereitsteht, um Menschen in schwierigen Zeiten zur Seite zu stehen und ihnen zu helfen, wieder einen Weg in ein besseres Leben zu finden. Wer mehr über die Angebote erfahren möchte, kann sich auf der Website des PSZ umsehen oder direkt Kontakt aufnehmen.
Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website der Tiroler Tageszeitung oder auf der Seite des österreichischen Bundesportals.