Tirols Naturparke führen einheitliche Ranger-Ausbildung ein
In Innsbruck-Land gibt es Neuigkeiten, die Naturliebhaber und Umweltschützer gleichermaßen erfreuen dürften. Die fünf Tiroler Naturparke haben sich zusammengetan, um eine einheitliche Ausbildung für RangerInnen einzuführen. Diese Maßnahme ist nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, sondern auch eine Notwendigkeit, um die Herausforderungen der Naturschutzgebietsbetreuung angesichts von Overtourism und der damit verbundenen Erholungsansprüche zu meistern. Der erste Ausbildungslehrgang, der unter dem Motto „Es gibt nichts Gutes außer man tut es“ stand, wurde bereits erfolgreich mit 14 TeilnehmerInnen in Innsbruck abgeschlossen.
Der Naturschutzlandesrat René Zumtobel betonte dabei die umfassende Fachexpertise, die die RangerInnen künftig in die Naturparke einbringen werden. Sie sollen als AnsprechpartnerInnen für Gäste fungieren und Konflikte zwischen Mensch und Natur auf ein sensibles Niveau heben. Die Ausbildung, die im Rahmen eines EU-geförderten Projekts konzipiert wurde, umfasst Pflichtmodule, Praktika sowie schriftliche und mündliche Abschlussprüfungen. Themen wie Kommunikation, Konfliktmanagement, Biodiversität und moderne BesucherInnenlenkung werden dabei behandelt. So werden die RangerInnen nicht nur in den Naturparken, sondern auch als MultiplikatorInnen in ihren Regionen aktiv sein.
Herausforderungen und Lösungsansätze
Die Herausforderung, Natur und Erholung unter einen Hut zu bringen, ist groß. Um dem entgegenzuwirken, setzt die Ausbildung auf digitale Besucherlenkung durch gezielte Informationen und didaktisch hochwertige Naturerlebnisangebote. Die aktive Präsenz von gut ausgebildeten RangerInnen im Gelände ist entscheidend, um ein Gleichgewicht zwischen der Natur und den Bedürfnissen der Besucher zu schaffen. Es wird auch darauf hingewiesen, dass es in der Vergangenheit an spezialisierten Ausbildungsangeboten in proaktiver Besucherlenkung und praktischer Naturschutzarbeit mangelte. Dies soll sich nun ändern.
Die Gründung einer Naturparke-Akademie ist geplant, um die Ausbildung langfristig weiterzuentwickeln. Das Projekt wurde vom Naturpark Karwendel koordiniert und wird von Land, Bund und EU finanziert. Der Projektzeitraum erstreckt sich vom 01.04.2024 bis zum 31.03.2026, und die Gesamtkosten belaufen sich auf 81.027,30 €. Beteiligte Organisationen sind unter anderem die LAG Innsbruck-Land und die LAG Region Imst, die gemeinsam an einem Strang ziehen, um die Schutzgebietsarbeit zu verbessern.
Die Rolle der RangerInnen
RangerInnen sind nicht nur Wächter der Natur, sondern auch wichtige Mittler zwischen Mensch und Natur. In Deutschland arbeiten sie bereits in etwa der Hälfte der 104 Naturparke. Ihre Aufgaben sind vielfältig: Nachhaltigkeit, Natur- und Klimaschutz, Besucherinformation und -lenkung sind nur einige Aspekte. Sie stehen in direktem Kontakt mit Besuchenden und Einheimischen, beantworten Fragen zur Natur und fördern das Verständnis für die lokale Flora und Fauna. Zudem helfen sie bei der Pflege der Wanderinfrastruktur und überprüfen digitale Naturerlebnismedien, um sicherzustellen, dass diese den Zielen der Naturparke entsprechen.
Die Ausbildung und die daraus resultierende Präsenz der RangerInnen in den Tiroler Naturparken sind also von großer Bedeutung. Sie sollen nicht nur die Schönheit der Natur schützen, sondern auch dazu beitragen, dass die Besucher ein respektvolles und bewussteres Verhalten gegenüber der Umwelt entwickeln. Damit wird nicht nur die Natur selbst, sondern auch die nachhaltige Entwicklung der Region gefördert. Man darf gespannt sein, wie sich die RangerInnen in den kommenden Jahren entwickeln werden und welchen Einfluss sie auf den Natur- und Umweltschutz haben werden.
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