Am 19. Juni fand an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen eine feierliche Diplomverleihung für die Absolvent:innen des Studiengangs Angewandte Ethik statt. Eigentlich eine ganz besondere Gelegenheit, denn dieser Studiengang wird in einer Kooperation zwischen der Universität Innsbruck, der PTH Brixen und der Freien Universität Bozen angeboten. Es war ein Tag voller Stolz, Freude und ehrlicher Worte.

Prof. Josef Quitterer, der wissenschaftliche Leiter des Studiengangs, überreichte die Diplome und sprach in seiner Rede darüber, dass eine Ethik-Qualifikation nicht automatisch zu einem besseren Menschen führt. Aber sie hilft dabei, ethische Probleme zu erkennen und letztlich bessere Entscheidungen zu treffen. Ein kluger Gedanke, der zum Nachdenken anregt – wie oft stehen wir im Alltag vor schwierigen Entscheidungen, bei denen es um moralische Werte geht?

Einblicke in den Studiengang

Astrid Marsoner, Präsidentin der Südtiroler Ärztekammer, ergriff ebenfalls das Wort und sprach im Namen der Studierenden. Sie betonte die Fähigkeit, komplexe Herausforderungen differenziert zu betrachten. In dieser schnelllebigen Zeit, in der wir oft mit einfachen Antworten konfrontiert werden, ist es wichtiger denn je, die menschliche Würde, Gerechtigkeit, Verantwortung und Solidarität in den Vordergrund zu stellen. Diese Werte sind es, die die Absolvent:innen auf ihrem Weg begleiten werden.

Der Dekan der PTH Brixen, Prof. Martin M. Lintner, übermittelte die Glückwünsche des Rektors der Freien Universität Bozen, Alex Weißensteiner. Ein schöner Gedanke, denn die Gemeinschaft und das Miteinander sind zentrale Aspekte der akademischen Ausbildung. Übrigens, der neue Durchgang des Studiengangs startet im Herbst an der PTH Brixen, und die Anmeldungen sind ab sofort möglich. Wer Interesse hat, sollte schnell sein!

Studium und Perspektiven

Das Studium der Ethik ist theoretisch ausgerichtet und umfasst zahlreiche Texte sowie praktische Fragestellungen. Themen wie politische Philosophie und angewandte Ethik – das umfasst z.B. auch die Medizinethik – sind zentrale Elemente. Komischerweise wird oft vergessen, wie wichtig diese Diskussionen für die Gesellschaft sind. Ein Beispiel aus der Medizinethik ist die ethische Vertretbarkeit von Sterbehilfe. Solche Themen fordern uns heraus, über den Tellerrand hinauszuschauen.

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In der Regel kann Ethik in Kombination mit einem weiteren Fach auf Lehramt studiert werden, was eine sehr spannende Option für zukünftige Lehrer:innen darstellt. Der klassische Abschluss des Staatsexamens dauert zwischen sieben und neun Semestern, gefolgt von einem Referendariat und dem zweiten Staatsexamen. Wer also Lehrer werden möchte, muss auch den Master of Education absolvieren. Das klingt vielleicht nach viel, aber die Reise ist es wert!

In den ersten Semestern stehen vor allem Einführungsveranstaltungen auf dem Programm. Die Studierenden können Seminare nach ihren Interessen auswählen, und gegen Ende des Studiums gibt es eine freiere Wahl der Studieninhalte. Das sorgt dafür, dass jeder seinen eigenen Weg finden kann und nicht in einem starren System gefangen ist. Zudem sind Schulpraktika vorgesehen, um die Theorie in die Praxis umzusetzen und das Gelernte direkt anzuwenden.

Die Möglichkeit, ein Auslandssemester über das EU-Programm Erasmus+ oder andere Austauschprogramme zu absolvieren, öffnet zusätzliche Türen. So wird das Studium nicht nur zu einer rein akademischen Erfahrung, sondern auch zu einer Reise zu neuen Kulturen und Perspektiven.

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