Heute ist der 11.06.2026 und die Diskussion über die Notschlafstelle der Tiroler Sozialen Dienste (TSD) am Schusterbergweg in Innsbruck nimmt kein Ende. Im Fokus stehen die Sicherheit und die angespannte Personalsituation der Einrichtung, die seit Jahren mit Menschen in den unterschiedlichsten Krisensituationen konfrontiert ist – sei es Obdachlosigkeit, psychische Erkrankungen oder Suchtproblematiken. TSD-Geschäftsführer Florian Stolz hat sich nun zu Wort gemeldet und verteidigt den bisherigen Kurs der Notschlafstelle. „Die Probleme sind nicht neu, sie waren schon immer da“, sagt er. Doch jetzt werden sie durch eine systematische Dokumentation sichtbarer gemacht.

Die Situation ist ernst. Stolz hebt hervor, dass die Notschlafstelle hochbelastet ist und es in der Vergangenheit immer wieder zu Gewaltvorfällen gekommen ist. Um die Sicherheit der Mitarbeitenden zu gewährleisten, sind kurzfristige Schutzmaßnahmen wie der Einsatz von Bodycams, Stichschutzwesten und Stichschutzhandschuhen bereits umgesetzt worden. Außerdem laufen Gespräche über zusätzliche Sicherheitskräfte. Doch das ist nur ein Teil der Lösung. Mittelfristig sind umfangreiche Umbauten geplant: Eine Sicherheitsschleuse am Eingang, getrennte Bereiche für Frauen und vulnerable Gruppen sowie barrierefreie Strukturen. Auch neue Sanitäranlagen und Schließsysteme sollen geschaffen werden. Selbst für Familien sollen eigene Zonen bereitgestellt werden.

Kritik und Forderungen der Parteien

Die Kritik an der Notschlafstelle kommt nicht nur von Stolz. Die Alternative Liste Innsbruck (ALi) sieht strukturelle Probleme und fordert mehr Personal sowie eine stärkere finanzielle Verantwortung des Landes. Außerdem wird die Rücknahme der Kündigung eines verletzten Mitarbeiters gefordert. Die Liste „Das Neue Innsbruck“ hat den Einsatz von Stichschutz als ein Zeichen der Überforderung gewertet und fordert ein funktionierendes Gesamtkonzept. Besonders heftig wird die Situation von der Liste Fritz kritisiert, die von „untragbaren Zuständen“ spricht. Hygieneprobleme und Personalmangel stehen hier im Vordergrund. Auch sie fordern ein sofortiges Maßnahmenpaket, um die Situation zu verbessern und dauerhaft Sicherheitspersonal zur Verfügung zu stellen.

Der geplante Neubau ab 2027 wird von vielen als keine kurzfristige Lösung angesehen. Es besteht ein Drang nach sofortigen Maßnahmen, um die akuten Probleme anzugehen. Die Notschlafstelle ist niedrigschwellig angelegt, ihre Kernaufgabe bleibt die Akutversorgung und Weitervermittlung der Menschen in Not. Die unterschiedlichen Perspektiven und Forderungen zeigen, wie ernst und vielschichtig die Situation ist. In einem Umfeld, in dem die Herausforderungen so groß sind, ist es wichtig, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Wie es weitergeht? Wir bleiben dran und beobachten die Entwicklungen in Innsbruck, denn die Notschlafstelle spielt eine zentrale Rolle in der sozialen Landschaft der Stadt. Es bleibt zu hoffen, dass die verschiedenen Akteure in der Stadt die richtige Balance finden – für die Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind und für die Mitarbeitenden, die tagtäglich unter enormem Druck arbeiten.

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