In Kitzbühel gibt es heute einen Grund zur Trauer. Christian Poley, eine der prägenden Figuren im österreichischen Skisport, ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Der Kitzbüheler Ski Club (K.S.C.) gab die traurige Nachricht am Donnerstag bekannt. Poley war nicht nur ein leidenschaftlicher Skisportler, sondern auch ein wahrer Visionär, der die Hahnenkammrennen von 1973 bis 2000 als Vorsitzender des Organisationskomitees leitete. Unter seiner Ägide erlebte die Veranstaltung eine eindrucksvolle Entwicklung und wurde auf ein neues Niveau gehoben.
Sein unermüdliches Engagement umfasste eine Vielzahl von Bereichen. Poley war maßgeblich an der Verbesserung internationaler Kontakte und der Schaffung moderner Organisationsstrukturen beteiligt. Er kümmerte sich um TV- und Vermarktungsverträge und sorgte dafür, dass die Hahnenkammrennen nicht nur national, sondern auch international zu einem bedeutenden Ereignis wurden. Sein Wirken erstreckte sich auch über den Österreichischen Skiverband (ÖSV), wo er über 50 Jahre lang Vorstandsvorsitzender im Austria Ski Pool war. Diese Position hatte er seit der Gründung des Pools im Jahr 1971 inne und sicherte einen wesentlichen Teil der finanziellen Basis für die Athlet:innen des ÖSV.
Ein Leben für den Skisport
Poley war nicht nur im Kitzbüheler Skiclub aktiv, sondern auch im Internationalen Skiverband (FIS). Dort wirkte er als technischer Delegierter und Vorsitzender des Regelkomitees. In dieser Funktion war er zwischen 1994 und 2010 verantwortlich für die Erarbeitung eines systematischen Wettkampfreglements und die Überarbeitung der IWO. Besonders stolz war er auf die Einführung der Athletenerklärung, die als wichtiger Schritt für den Skisport gilt.
Die Auszeichnungen, die Poley erhielt, spiegeln seine außergewöhnlichen Verdienste wider. Im April 2013 wurde ihm der „Schneekristall des Skisports“ verliehen, die höchste Auszeichnung des österreichischen Skisports. Diese Ehrung zeigt, wie sehr seine Arbeit geschätzt wurde. Der ÖSV wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren, was nicht nur für Poley selbst, sondern auch für die gesamte Skisportgemeinschaft von großer Bedeutung ist.
Die Hahnenkammrennen im Wandel der Zeit
Die Hahnenkammrennen haben eine lange Tradition, die bis in die 1930er Jahre zurückreicht. Damals gab es bereits erste weibliche Beteiligungen, doch die Damenrennen wurden 1962 aus dem Programm genommen, um Bad Gastein ein eigenes Weltcuprennen zu ermöglichen. Technisch gesehen wären Damenrennen mit einer geeigneten Streckenführung möglich, jedoch scheitern die organisatorischen Herausforderungen bis heute an den finanziellen Aufwendungen. Rosi Mittermaier, die Doppel-Olympiasiegerin von 1976, äußerte Bedenken, dass Frauen auf der berüchtigten Streif Abfahrtswettkämpfe bestreiten sollten – ein Thema, das nach wie vor diskutiert wird.
Christian Poley hinterlässt eine beeindruckende Legacy im österreichischen Skisport. Mit seiner Vision und seinem unermüdlichen Einsatz hat er das Hahnenkammrennen und den Skisport insgesamt geprägt. Sein Tod ist ein großer Verlust, nicht nur für Kitzbühel, sondern für alle, die den Skisport lieben. Sein Engagement wird sicherlich nicht in Vergessenheit geraten.