Mit einer Mischung aus Trauer und Respekt nehmen wir Abschied von Roland Collombin, der am Freitag im Alter von 75 Jahren verstorben ist. Der Schweizer Ski-Legende wurde nach einem langen und mutigen Kampf gegen Kehlkopf- und Leberkrebs in seinem Geburtshaus von seiner Familie umgeben. Seine Familie bestätigte den Tod auf Instagram, und die Walliser Zeitung Le Nouvelliste berichtete ebenfalls darüber. Es ist ein schwerer Verlust für die Skiwelt. Collombin schlief „friedlich ein“, und das berührt uns alle.

Der Name Roland Collombin ist untrennbar mit der Geschichte des Skisports verbunden. Im Alter von nur 20 Jahren begann er, die ersten Top-10-Ergebnisse im Weltcup zu erzielen. Bald darauf gehörte er zur absoluten Weltspitze. Zu seinen größten Erfolgen zählen die Silbermedaille in der Abfahrt bei den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo sowie der Gewinn des Weltcup-Gesamtsiegs in der Abfahrt in den Jahren 1973 und 1974. Besonders beeindruckend war seine Leistung im Januar 1974, als er an vier aufeinanderfolgenden Wochenenden sämtliche Abfahrten gewann – darunter die prestigeträchtigen Rennen am Lauberhorn in Wengen und am Hahnenkamm in Kitzbühel.

Ein Leben auf der Überholspur

Collombin war nicht nur ein herausragender Athlet, sondern auch ein Charakter, der als das „Enfant terrible“ des Schweizer Skisports bekannt war. Mit seinem unkonventionellen Lebensstil und seiner Abenteuerlust stellte er oft die Normen seiner Zeit in Frage. Er hatte stets ein gewisses unberechenbares Image, das ihn von anderen Skisportlern unterschied. Seine Rivalität mit Bernhard Russi, dem Olympiasieger von 1972, war legendär.

Seine Karriere wurde jedoch von schweren Verletzungen überschattet. Der entscheidende Moment kam 1974, als er in Val-d’Isère stürzte und sich zwei Rückenwirbel brach. Dies führte zu seinem Karriereende im Dezember desselben Jahres. Ein Sprung auf der Piste Oreiller-Killy trägt bis heute seinen Namen: „Bosse à Collombin“. Nach dem Ende seiner sportlichen Laufbahn arbeitete er in verschiedenen Berufen, unter anderem als Restaurateur und Winzer, und hinterließ damit auch in anderen Bereichen seine Spuren.

Kampf gegen die Krankheit

In den letzten zwei Jahren kämpfte Collombin tapfer gegen Kehlkopf- und Leberkrebs. Mehrere Operationen waren nötig, aber er verlor den Kampf gegen die Krankheit. Komischerweise äußerte er noch 2018, dass es ihm besser gehe denn je und er die besten Jahre seines Lebens erlebe. Diese Worte strahlen eine ungebrochene Lebensfreude aus, die ihn auch in schwierigen Zeiten begleitete. Er hinterlässt seine Frau sowie einen Sohn und eine Tochter, die sicher stolz auf sein Erbe sind.

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Die Geschichte des Wintersports in der Schweiz, die durch Persönlichkeiten wie Collombin bereichert wird, hat eine lange Tradition. Begonnen hat alles mit dem Wintertourismus, als genesene Tuberkulose-Patienten in den Bergen Zerstreuung suchten. Seitdem hat sich der Skisport rasant entwickelt und ist heute nicht mehr aus der Schweizer Kultur wegzudenken. Die 1970er Jahre waren eine Blütezeit für den Skisport, und Collombin war ein Teil dieses faszinierenden Kapitels. Es ist traurig zu sehen, wie eine solche Legende von uns geht, aber sein Einfluss wird in der Skiwelt für immer bestehen bleiben.

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