Eine Trauer um eine große Persönlichkeit des österreichischen Skisports erfüllt derzeit die Region. Christian Poley, ein Mann, der über viele Jahrzehnte hinweg das Gesicht des Skisports in Österreich prägte, ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Der Kitzbüheler Ski Club (K.S.C.) gab am Donnerstag die traurige Nachricht bekannt. Poley hinterlässt ein beeindruckendes Erbe, das weit über die Pisten Kitzbühels hinausreicht.
Von 1973 bis 2000 war er Vorsitzender des Organisationskomitees der berühmten Hahnenkammrennen. Unter seiner Führung erlebte das Event eine wahre Renaissance. Poley war nicht nur für die reine Organisation zuständig, sondern auch für die internationalen Kontakte, TV- und Vermarktungsverträge sowie moderne Organisationsstrukturen, die das Event auf ein neues Niveau hoben. Er verstand es, sowohl die Tradition als auch die Innovation miteinander zu verbinden.
Ein Leben für den Skisport
Sein Engagement erstreckte sich jedoch nicht nur auf die Hahnenkammrennen. Poley war über 50 Jahre lang Vorstandsvorsitzender im Austria Ski Pool des Österreichischen Skiverbands (ÖSV), eine Position, die er seit der Gründung 1971 innehatte. Als er 1988 einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wurde, sicherte er einen wesentlichen Teil der finanziellen Basis für Training und Wettkampf der ÖSV-Athlet:innen. Sein unermüdlicher Einsatz im Internationalen Skiverband (FIS) als Vorsitzender des Regelkomitees und technischer Delegierter half, die Regeln und Strukturen im Skisport zu modernisieren und zu verbessern.
Im Jahr 2013 wurde sein Lebenswerk mit dem „Schneekristall des Skisports“ gewürdigt, der höchsten Auszeichnung des österreichischen Skisports. Die Bedeutung seiner Arbeit wird auch heute, nach seinem Tod, durch die Anerkennung des ÖSV, der ihm ein ehrendes Andenken bewahren wird, deutlich. Poley war nicht nur ein Vizepräsident des Tiroler Skiverbands, sondern auch Präsident des Kitzbüheler Skiclubs. Seine Spuren in der Skiszene sind unübersehbar.
Die Hahnenkammrennen und die Frauen im Skisport
Die Hahnenkammrennen selbst haben eine lange und bewegte Geschichte. Es ist interessant zu bemerken, dass die Damenrennen bereits 1962 aus dem Programm genommen wurden, um Bad Gastein ein eigenes Weltcuprennen zu ermöglichen. Witterungsbedingte Absagen der Damenrennen in den Jahren 1990 und 1998 führten dazu, dass das Thema „Damen am Hahnenkamm“ in Kitzbühel immer mehr in den Hintergrund trat. Technisch wäre es zwar möglich, Damenrennen mit einer geeigneten Streckenführung über Vorderganslern auszutragen, aber organisatorisch gestaltet sich das als schwierig und mit erheblichen finanziellen Hürden verbunden.
Die ersten Frauen, die in Kitzbühel antraten, waren bereits in den 30er Jahren auf den Pisten aktiv. Rini Andretti sicherte sich 1932 den Sieg bei den ersten Hahnenkammrennen mit weiblicher Beteiligung. Auch Baronesse Grazia Schimmelpenninck glänzte mit zwei Siegen in den Jahren 1935 und 1936. Es bleibt jedoch die Frage, ob und wann wir jemals wieder Damenrennen am Hahnenkamm erleben werden – eine Debatte, die auch die Legenden des Skisports, wie Rosi Mittermaier, beschäftigt. Sie äußerte Bedenken, ob Frauen auf der Streif, der berühmtesten Abfahrtsstrecke, antreten sollten.
Christian Poley wird schmerzlich vermisst werden, nicht nur für all das, was er für den Skisport geleistet hat, sondern auch für die Leidenschaft und das Engagement, das er in jede seiner Funktionen gesteckt hat. Ein wahrer Pionier, dessen Einfluss Generationen von Skifahrern und -fans geprägt hat. Sein Andenken wird in den Herzen all derjenigen weiterleben, die den Skisport lieben und schätzen.
Weitere Informationen zu Christian Poley und seinem Lebenswerk sind unter Merkur und Skiaustria zu finden.