Am Dienstag, dem 28. April 2026, wurde in Lienz der neue Iselsteg offiziell eröffnet. Dieser moderne Steg, der sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer freigegeben ist, stellt eine wichtige Verbindung vom Norden in das Zentrum der Stadt wieder her. Bei der Eröffnungsfeier waren unter anderem Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Johannes Nemmert, der Leiter des Baubezirksamts Lienz, sowie die Fraktionsführer der im Gemeinderat vertretenen Parteien anwesend. Der alte Steg war seit dem 10. November 2025 gesperrt, nachdem der Abriss im Zuge von Hochwasserschutzarbeiten am 12. November 2025 erfolgt war.
Der neue Iselsteg, der aus verzinktem Stahl gefertigt wurde, misst beeindruckende 41,66 Meter in der Länge und 2,77 Meter in der Breite. Mit einem Gewicht von rund 125 Tonnen, von denen 80 Tonnen auf die Stahlkonstruktion entfallen, und einem 15 cm starken Betontragwerk, das mit 1,20 Meter hohen Geländern komplettiert wurde, bietet er nicht nur eine stabile Überquerung, sondern auch eine verbesserte Sicherheit, besonders bei Hochwasser. Johannes Nemmert erläuterte, dass zunächst nur das freistehende Tragwerk ohne Aufbeton eingehoben wurde. Die ersten Überquerer nach der Eröffnung waren die Kinder Valentina (7), Mathias Rauter, Liliane Schenkermayr und Ayden (2).
Hochwasserschutz und Stadtentwicklung
Die Eröffnung des Iselstegs ist Teil eines umfassenden Hochwasserschutzprojekts, das in Lienz in die Endphase geht. Die Isel stellt die Stadt aufgrund ihrer Dynamik und saisonalen Wasserführung vor besondere Herausforderungen. Über drei Winter hinweg wurden die Bauarbeiten in Niedrigwasserperioden durchgeführt, um den Fortschritt trotz schwieriger Witterungsbedingungen und kalter Phasen im Zeitplan zu halten. Die Planung und örtliche Bauaufsicht wurden durch flussbau iC sichergestellt, mit einem klaren Fokus auf sichere Ausführung, Qualitätskontrolle und Koordination.
Zusätzlich zur neuen Fußgängerbrücke werden im Mai 2026 die Uferpromenade „Sonnenlounge“ und eine Erholungszone in der Nähe der Schlossbrücke folgen. Damit wird die Wegeführung entlang der Isel verbessert, und neue Fußgängerbereiche an beiden Ufern werden neu gestaltet. Ein neuer Seitenkanal in der Nähe der Schlossbrücke wurde als ökologische Ausgleichsmaßnahme angelegt, um zusätzliche Lebensräume zu schaffen.
Vorbereitung auf Hochwasser
In Anbetracht der Hochwassergefahr ist es wichtig, sich rechtzeitig auf mögliche Überschwemmungen vorzubereiten. Dazu gehört, ausreichend Lebensmittel und Getränke vorrätig zu halten sowie Notfallutensilien wie Taschenlampen und Dokumentenordner bereitzuhalten. Aktuelle Warnungen können über das Internet oder die Warn-App NINA des BBK verfolgt werden. Bei Evakuierungen sollten instabile Ufergelände gemieden und keine Fahrzeuge in überfluteten Gebieten genutzt werden.
Um das Eigentum zu schützen, empfiehlt es sich, Sandsäcke, wasserfeste Sperrholzplatten und Silikon bereitzuhalten. Fenster, Türen und Abflussöffnungen sollten gesichert werden, und gefährdete Kellerräume müssen geräumt werden. Auch sollten elektrische Geräte und Heizungen abgeschaltet und gefährliche Stoffe geschützt werden. Nach einem Hochwasser ist es wichtig, Schäden zu dokumentieren und betroffene Räume schnell zu räumen, um Bauschäden oder Schimmelbildung zu vermeiden.
Die offizielle Eröffnung des neuen Iselstegs ist somit nicht nur ein Zeichen für fortschrittliche Stadtentwicklung, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung Hochwasserschutz und Sicherheit für die Bürger von Lienz. Weitere Informationen über das Projekt finden Sie in der Quelle. Die Fortschritte beim Hochwasserschutz können auch auf der entsprechenden Webseite nachverfolgt werden.