Lernzentrum in Lienz unterstützt Kinder mit Lernstörungen
In Lienz tut sich etwas! Ein ganz besonderes Zentrum hat seine Türen geöffnet und hilft seit 2021 Kindern und Jugendlichen, die mit Lernstörungen kämpfen. Das Zentrum für Lernen und Lernstörungen der UMIT TIROL bietet Unterstützung für Betroffene, die unter Legasthenie, Dyskalkulie und anderen Herausforderungen leiden. Bis heute haben bereits 90 Kinder und Jugendliche von diesem Angebot profitiert. Aktuell werden 26 von ihnen betreut, doch die Nachfrage ist hoch – viele stehen bereits auf der Warteliste. Das zeigt, wie wichtig solche Einrichtungen in unserer Gesellschaft sind.
Das Team in Lienz besteht aus vier engagierten Mitarbeiterinnen, die sich mit viel Herz um die kleinen und großen Sorgen der Kinder kümmern. Ihr Förderangebot ist breit gefächert: Von Diagnostik über individuelle Einzeltherapien bis hin zur Unterstützung bei Konzentration, Motivation und Lernstrategien – hier wird alles angeboten, was für eine positive Entwicklung notwendig ist. Auch die Eltern, Lehrkräfte und Betreuungspersonen werden nicht vergessen, denn ihre Einbeziehung ist entscheidend für den Erfolg der Therapien.
Häufige Komorbiditäten
Lernstörungen wie Legasthenie und Dyskalkulie kommen oft nicht allein. Laut Informationen aus der Lerntherapie treten häufig Komorbiditäten auf – also das gleichzeitige Auftreten mehrerer Störungen. Viele Kinder haben zusätzlich Aufmerksamkeitsprobleme, Ängste oder sogar psychosomatische Beschwerden, die das Lernen zusätzlich erschweren. Es ist faszinierend (und zugleich beunruhigend), dass Studien zeigen, dass Kinder mit Legasthenie ein vier- bis fünffach erhöhtes Risiko haben, auch Dyskalkulie zu entwickeln. Das bedeutet, dass zwischen 20 und 40 % der Kinder mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten auch Schwierigkeiten beim Rechnen haben.
Besonders auffällig ist, dass etwa jedes dritte Kind mit einer Rechenstörung ebenfalls mit Lernschwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben zu kämpfen hat. Es wird deutlich, dass diese Themen nicht isoliert betrachtet werden können. Die häufigsten Komorbiditäten sind ADHS, Ängste, depressive Symptome und sogar körperliche Beschwerden wie Bauch- oder Kopfschmerzen, die vor Prüfungen auftreten können. Diese psychosozialen Belastungen sind bei fast 70 % der Kinder mit Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwächen zu beobachten. Das ist alarmierend und zeigt, wie wichtig es ist, die gesamte Lebens- und Lerngeschichte eines Kindes in die Therapie einzubeziehen.
Ein ganzheitlicher Ansatz
Eine fundierte Anamnese ist entscheidend für die Wirksamkeit der Lerntherapie. Eltern sollten daher unbedingt alle Auffälligkeiten, wie Schlafprobleme oder Bauchschmerzen, ansprechen. So kann die Therapie optimal unterstützt werden. Der ganzheitliche Ansatz ist das A und O – es geht nicht nur um die Verbesserung der schulischen Leistungen, sondern auch um die persönliche Entwicklung der Kinder. Die Lerntherapeuten in Lienz orientieren sich an diesen Prinzipien und sind bereit, bei Bedarf auf andere Fachleute zu verweisen, um den Kindern bestmöglich zu helfen.
Mit all diesen Informationen wird klar, dass Lernstörungen ein vielschichtiges Thema sind, das weit über das Lernen im Klassenzimmer hinausgeht. Es geht um die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Zukunft der Kinder. Das Lernzentrum in Lienz ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um diesen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. Weitere Informationen sind auf der Website der UMIT TIROL zu finden.
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