Die Geschichte von Manuela Erber-Telemaque ist eine von Leidenschaft, Engagement und dem Willen, die Welt ein Stückchen besser zu machen. Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Going, träumte sie schon früh von einem Kindergarten in Afrika. Mit 20 Jahren packte sie dann tatsächlich ihre Koffer und startete ein Entwicklungshilfe-Projekt in Tshumbe, einer Stadt in der Demokratischen Republik Kongo. Was als kleiner Kindergarten begann, entwickelte sich über 13 Jahre zu einem Großprojekt, das weit über die ursprünglichen Vorstellungen hinausgeht.
Heute umfasst ihr Projekt „Zukunft für Tshumbe“ ein Schulzentrum, Werkstätten, ein umfassendes Landwirtschafts- und Ernährungsprogramm, ein Mutter-Kind-Programm sowie mehrere Trinkwasserbrunnen und ein Krankenhaus. Ein ganzes Paket an Hilfsmaßnahmen, das der einheimischen Bevölkerung wirklich zugutekommt. „Hilfe zur Selbsthilfe“ – so lautet ihr Leitmotiv, das die Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den Menschen vor Ort betont. Manuela möchte den Menschen nicht nur helfen, sondern sie befähigen, ihre eigene Zukunft zu gestalten.
Einblick in die Realität des Kongo
Kürzlich hatte sie die Gelegenheit, Schüler der 6. und 7. Klassen am Gymnasium Reutte über ihr Projekt und die schwierige Situation im Kongo zu informieren. Die Schüler waren sichtlich betroffen, als sie von dem seit 30 Jahren andauernden gewalttätigen Konflikt im Osten des Kongo hörten, der unzählige zivile Opfer fordert. Manuela erklärte, dass der Konflikt teilweise durch reiche Coltan-Vorkommen in der Region verursacht wird, die unter menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut werden. Diese Verbindung zwischen dem Lebensstandard in Tirol und dem Schicksal der Menschen im Kongo ist nicht zu leugnen.
Direktor Christian Meßmer und Religionslehrer Patrick Gleffe zeigten sich begeistert von ihrem Engagement und der Art, wie sie den Schülern diese wichtigen Themen näherbrachte. Die Jugendlichen waren neugierig und fragten viel, was zeigt, dass Interesse an globalen Themen und sozialem Engagement vorhanden ist.
Humanitäre Katastrophe im Kongo
Die Situation im Kongo ist jedoch alles andere als einfach. Oxfam warnt vor massiven Bedrohungen der Gesundheitsversorgung durch die ständigen Kämpfe und die Kürzungen der US-Entwicklungshilfe. Vermeidbare Krankheiten wie Masern und Cholera breiten sich rasant aus und Oxfam bezeichnet die Lage als humanitäre Katastrophe. Die Kürzungen bei der US-Behörde USAID haben einen dramatischen Einfluss auf die Hilfsorganisationen, die auf diese Mittel angewiesen sind. Es fehlen Testzentren, Krankenhäuser und die Zerstörung von Flüchtlingscamps verschärfen die Notlage der Menschen vor Ort.
Im Januar 2025 verdoppelte sich die Zahl der Cholera-Neuinfektionen auf über 3.850 Fälle, und im Februar wurden in Nord-Kivu 326 Cholera-, 269 Mpox- und 95 Masernfälle registriert. Diese Zahlen sind alarmierend und verdeutlichen, wie wichtig Projekte wie das von Manuela sind. Seit Jahren herrscht im Osten des Kongo ein Krieg zwischen verschiedenen Rebellengruppen und der Armee um Macht und Bodenschätze. Die M23-Miliz hat kürzlich Goma eingenommen und wird von Ruanda unterstützt, was die Situation weiter kompliziert.
Doch es gibt auch Hoffnung. Gespräche zwischen dem Kongo und Ruanda könnten eine Entspannung der Lage bringen. Präsident Tshisekedi traf sich mit Kagame, um über die anhaltenden Konflikte an der Grenze zu verhandeln. Ein Waffenruhe-Vorschlag wurde bei einem Gipfel der Afrikanischen Union ausgearbeitet, auch wenn frühere Friedensgespräche gescheitert sind.
Die Herausforderungen sind enorm, doch Manuela Erber-Telemaque bleibt optimistisch und kämpft für eine bessere Zukunft für die Menschen in Tshumbe. Ihre Arbeit zeigt, wie wichtig es ist, den Dialog zu suchen und Hilfe zu leisten, die wirklich ankommt. Wer mehr über ihr Projekt erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Website und Instagram von „Zukunft für Tshumbe“. Informationen über die humanitäre Situation im Kongo sind ebenfalls auf Tagesschau.de zu finden.