Am Sonntag kam es im bayrischen Garmisch am Rosswank zu einem dramatischen Zwischenfall: Zwei Paragleiter stürzten während eines Tandemflugs ab. Glücklicherweise hielten sie an einem morschen Baumstamm über einer steilen Rinne an, was ihren Absturz stoppte. Die beiden Männer, 35 und 58 Jahre alt, hatten kurz darauf Bodenkontakt in absturzgefährdetem Terrain. Was für ein Schreckmoment, das kann man sich kaum vorstellen!
Der Notarzthubschrauber RK-2 der ARA-Flugrettung aus Tirol wurde um 11 Uhr alarmiert. Oliver Waldschmidt, der Pilot des Hubschraubers, erklärte, dass die Bergung der beiden Männer oberste Priorität hatte, noch vor der medizinischen Versorgung. Nach einem Erkundungsflug wurde ein Flugretter sowie ein Mitglied der Bergwacht per Winde abgesetzt. Weitere Einsatzkräfte wurden in den Unfallbereich geflogen, um den Paragleiterschirm zu sichern. Der 35-Jährige hatte sich am Sprunggelenk verletzt und wurde ins Krankenhaus Garmisch geflogen, während der 58-Jährige eine ähnliche Verletzung erlitt. Eineinhalb Stunden dauerte der gesamte Einsatz – für alle Beteiligten ein großer Kraftakt.
Bergwacht im Einsatz
In der Region ist die Bayerische Bergwacht bekannt für ihre Einsätze im Gebirge, im unwegsamen Gelände und auch in Höhlen. Die Bergwacht übernimmt in vielen Fällen die Aufgaben des Rettungsdienstes, speziell in hochalpinen Regionen. Dort sind die Bergretter nicht nur ausgebildete Sanitäter, sondern verfügen auch über zusätzliche Qualifikationen in Bergsteigen, Klettern, Sommer-, Winter- und Luftrettung. So wird sichergestellt, dass die Rettungskräfte bestens auf alle Herausforderungen vorbereitet sind.
Am 11. November 2023 wird es eine große Bergwachtübung am Laber in Oberammergau geben. Dabei müssen die Bergbahnen evakuiert werden und die Fahrgäste werden abgeseilt – eine spannende Übung, die mehrere Stunden in Anspruch nehmen wird. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gibt es 567 aktive Mitglieder der Bergwacht sowie 89 Anwärter in zehn Ortsgruppen. Im Jahr 2023 zählte die Bergwacht insgesamt 1.386 Einsätze – ein Zeichen, dass die Berge viele Herausforderungen bereithalten.
Der Wandel des Bergsports
Gerade in den letzten Jahren hat sich viel verändert. Die Berichte über Bergrettungseinsätze haben zugenommen, tragische Unfälle und tödliche Steinschläge sind keine Seltenheit mehr. In Österreich, von Mai bis September 2024, leisteten die Bergretter 3.674 Einsätze, was etwa 200 mehr als im Zehn-Jahres-Schnitt entspricht. In den Bayerischen Alpen wurden 3.041 Personen gerettet, oft rund um die Zugspitze, ein Hotspot für Bergsportler.
Immer mehr Bergsportler unterschätzen die Gefahren der Berge oder rufen die Bergrettung, wenn sie vor Erschöpfung nicht mehr weiterkommen. Das ist nicht nur ein Thema für die Profis, auch Hobbysportler geraten oft in Schwierigkeiten. Besonders häufig sind Männer über 50 betroffen, die sich körperlich anstrengenden Touren stellen. Die Einsätze sind nicht nur herausfordernd, sie sind auch emotional. Ehrenamtliche Bergretter sind oft in Ortsverbänden organisiert und werden über Pager kontaktiert, wenn Hilfe gebraucht wird.
Ein weiteres spannendes Thema ist die Finanzierung der Bergrettung, die von Spenden, Mitgliedsbeiträgen und staatlicher Förderung abhängt. Während medizinische Notfälle in der Regel von der Krankenversicherung abgedeckt werden, müssen unverletzt Gerettete oft die Kosten für den Rettungshubschrauber selbst tragen – ein Betrag, der schnell in die Tausende gehen kann. Die Bergrettung wird in Zukunft noch wichtiger werden, denn der Klimawandel hat die Berge gefährlicher gemacht, mit vermehrten Steinschlägen und instabilen Bedingungen.
Die Herausforderungen im Bergsport sind vielfältig und die Einsätze der Bergrettung unverzichtbar. Wenn man sich der Natur stellt, sollte man stets gut vorbereitet sein und nicht die Risiken unterschätzen. Wer die Berge besucht, sollte sich seiner Ausrüstung und der eigenen Fähigkeiten bewusst sein – denn die Berge sind schön, aber auch tückisch.
Für mehr Informationen über die Bergwacht und ihre Einsätze, können Sie die offizielle Webseite der Bayerischen Bergwacht besuchen.
Für die ausführliche Berichterstattung über den Absturz der Paragleiter in Garmisch-Partenkirchen lesen Sie bitte hier.