Heute, am 11. Juni 2026, gibt es im österreichischen Einzelhandel bedauerliche Nachrichten: Die Sporthandelskette Hervis wird in diesem Jahr 17 von insgesamt 93 Filialen schließen. Diese Entscheidung trifft rund 100 Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Die Schließungen sind Teil eines umfassenden Umstrukturierungsprozesses, der bereits in Gang gesetzt wurde. Laut Kurier sind die betroffenen Standorte unter anderem in Wien (Q19), Bischofshofen, Salzburg Forum, Hallein, Reutte, Kitzbühel, Lienz, Feldkirchen, Deutschlandsberg, Leoben, Liezen, Perg, Steyr, Wels und Linz (Lentia). Bereits geschlossen wurden die Filialen in Salzburg (SAM Outlet) und Baden.

Der Grund für diese drastischen Maßnahmen ist nicht neu: Hervis kämpft seit Jahren mit Verlusten. Im Geschäftsjahr 2024 betrug der Umsatz 252,66 Millionen Euro, während der Verlust bei 43 Millionen Euro lag. Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass die Filialen nicht mehr ertragsbringend sind. Auch die Muttergesellschaft Spar hat die Reißleine gezogen und sich nach über 50 Jahren von der verlustbringenden Tochtergesellschaft getrennt. Die Quantum Investment Holding GmbH, ein neues Unternehmen mit Sitz in Wien, hat das Auslandsgeschäft mit 43 Filialen übernommen. An dieser GmbH sind sowohl ein deutscher Investor als auch der Snipes-Gründer Sven Voth sowie Udo Schloemer, Gründer des Bürocampus Factory Berlin, beteiligt.

Sozialplan und schrittweise Schließungen

Es ist nicht alles schwarz-weiß – die Mitarbeiter müssen nicht ohne Unterstützung dastehen. Ein Sozialplan wurde in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft ausgearbeitet, um den betroffenen Mitarbeitern eine gewisse Sicherheit zu bieten. Die Schließungen erfolgen schrittweise, sodass die Kündigungsfristen der Mietverträge eingehalten werden können. Dies könnte den Mitarbeitern etwas Zeit geben, um sich auf die Veränderungen einzustellen.

Die Lage im Einzelhandel ist generell angespannt. Der Wirtschafts-Nachrichten berichten, dass Österreich im EU-Vergleich eine der niedrigsten Unternehmensgründungsraten aufweist. Viele traditionelle Betriebe verschwinden, und es fehlt oft an Nachfolgern. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Wirtschaft, sondern auch auf die regionale Versorgung und die Arbeitsplätze in den Städten. Irina Andorfer von Sport 2000 fordert daher eine Händleroffensive der Bundesregierung, um die Bürokratie zu reduzieren und die Gründung neuer Unternehmen zu erleichtern.

Die Herausforderungen, vor denen Händler stehen, sind nicht zu unterschätzen. Innovative Vertriebsformen und digitale Dienstleister sind rar, was die Situation weiter verschärft. In Anbetracht dieser Umstände ist es umso wichtiger, dass die Politik anpackt und die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung im Einzelhandel schafft.

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