In Wels-Neustadt gibt es Neuigkeiten, die für viele Anwohner von Bedeutung sind. Die Smartwork GmbH hat den Unimarkt-Standort in der Grieskirchnerstraße übernommen und führt diesen weiter. Damit wird die Nahversorgung in diesem Stadtteil langfristig gesichert. Smartwork ist ein Tochterunternehmen von pro mente OÖ und hat sich zum Ziel gesetzt, soziale Perspektiven für Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt zu schaffen. Die Belieferung erfolgt durch Nah & Frisch, was auf eine gute Zusammenarbeit hinweist.
Das Besondere an diesem Standort ist, dass das bisherige Team übernommen wurde. Das sorgt dafür, dass die Kundinnen und Kunden eine persönliche Betreuung beim Einkauf genießen können – eine wichtige Sache, die in der heutigen Zeit oft zu kurz kommt. Das Sortiment konzentriert sich auf ausgewählte Produkte für den täglichen Bedarf und wird kontinuierlich weiterentwickelt, um den Bedürfnissen der Menschen vor Ort gerecht zu werden. Zudem bietet dieser Unimarkt Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, die neu im Berufsleben starten möchten. Hier wird also nicht nur eingekauft, sondern auch ein Stück weit soziale Verantwortung übernommen.
Soziale Verantwortung und Integration
Die Initiative der Smartwork GmbH reiht sich in einen größeren Kontext ein, der die Integration und Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt fördert. Ein Beispiel dafür ist das Forschungsvorhaben PATHS2INCLUDE, das vor drei Jahren initiiert wurde, um soziale Ungleichheiten zu reduzieren. Unter der Leitung der OsloMet Universität in Norwegen und mit Unterstützung der Leibniz Universität Hannover wird bis 2026 untersucht, wie benachteiligte Personen in Europa besseren Zugang zu Arbeitsplätzen erhalten können. Die EU fördert dieses Projekt mit beeindruckenden 2,87 Millionen Euro im Rahmen von Horizon Europe.
Ein zentraler Punkt der Forschung ist, wie Unternehmen durch gezielte Maßnahmen soziale Ungleichheiten abbauen können. Dabei werden verschiedene Faktoren betrachtet, wie etwa Ethnizität, Geschlecht oder Care-Verantwortung. Interessanterweise zeigt sich, dass firmeneigene Kriterien oft größere Einflussnahme auf Einstellungsentscheidungen haben, als man zunächst annehmen würde. Deutschkenntnisse spielen in vielen Branchen eine entscheidende Rolle, besonders in kundenorientierten Berufen – ein Punkt, der auch im Kontext des Unimarks relevant ist.
Chancen durch Vielfalt
Das Engagement von Smartwork und die Forschungsergebnisse des PATHS2INCLUDE-Projekts verdeutlichen, wie wichtig es ist, flexible Einarbeitungsstrategien zu entwickeln und betriebsinterne Weiterbildung zu fördern. So können Unternehmen nicht nur ihre Diversität erhöhen, sondern auch als attraktive Arbeitgeber im Wettbewerb um Talente punkten. Die Empfehlungen für Arbeitgeber, wie die Schaffung klarer Bewertungskriterien und Mentoring-Ansätze, könnten auch für den Unimarkt in Wels-Neustadt von Nutzen sein.
Insgesamt wird deutlich, dass der neue Unimarkt nicht nur ein Ort des Einkaufens ist, sondern auch ein Schritt in Richtung einer inklusiveren Gesellschaft. Die Verbindung von sozialer Verantwortung und wirtschaftlicher Notwendigkeit könnte ein Modell für ähnliche Initiativen sein, um in Zeiten des Fachkräftemangels Antworten auf die Herausforderungen des Arbeitsmarktes zu finden. Das Engagement für Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt ist ein Zeichen für den Wandel, den wir alle brauchen – und das nicht nur in Wels.
