In der idyllischen Region rund um Villach stehen die Gasthäuser vor großen Herausforderungen. Es ist nicht mehr wie früher, als der Stammtisch noch ein fester Bestandteil des Dorflebens war. Heute wird es zunehmend schwieriger, die Traditionen aufrechtzuerhalten. Ein Blick auf drei Gasthäuser in Paternion und Umgebung zeigt, wie sich die Gastronomie verändert hat und welche Hürden die Wirte meistern müssen.

Das Gasthaus Tell in Paternion ist nur eines von vielen, das unter dem Rückgang der Zahl von Gasthäusern leidet. Vor einigen Jahren gab es hier über fünf Betriebe, jetzt sind es nur noch zwei. Die Gründe für diesen Rückgang sind vielschichtig: Steigende Personal-, Energie- und Lebensmittelkosten setzen den Gastronomen zu. Gleichzeitig haben die Gäste ihre Erwartungen verändert. Sie legen Wert auf Qualität, sind aber auch sehr preisbewusst geworden und reservieren oft nur kurzfristig.

Der Kampf um die Köpfe

Der Personalmangel ist ein Thema, das nicht nur in Paternion, sondern im gesamten Gastgewerbe zu spüren ist. Bereits 2018 gaben 70% der Wirte an, Schwierigkeiten bei der Personalsuche zu haben. Die Pandemie hat die Situation weiter verschärft: Im Jahr 2021 sank die Zahl der Beschäftigten im Gastgewerbe um 23% im Vergleich zu 2019. Auch wenn es mittlerweile eine leichte Erholung gibt, geschieht dies oft nur durch kurzfristige Aushilfen oder ungelerntes Personal. Laut der Bundesagentur für Arbeit gibt es aktuell über 45.000 offene Stellen in der Branche – und die Dunkelziffer könnte noch höher sein.

Peter Walchensteiner, seit dem 1. Juli neuer Wirt im Gasthaus Wasserfall, hat die Bedeutung dieses Ortes für die Gemeinde erkannt. Der Saisonverlauf war besser als erwartet, doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Mitarbeiter im Service haben während der Saison aufgegeben, was den Druck auf die verbliebenen Kräfte erhöht. „Ein Gasthaus ist mehr als nur ein Ort zum Essen. Es ist ein Treffpunkt für die Gemeinde“, betont Walchensteiner.

Tradition und Wandel

Elisabeth Seefried vom Gasthaus Wiegele beschreibt ihr Wirtshaus als „großes Wohnzimmer“ und Kommunikationszentrum. Stammgäste sind für sie von großer Bedeutung, doch die junge Generation bleibt oft aus. Die Frage der Nachfolge steht im Raum, und die Unsicherheit, wie lange sie den Betrieb weiterführen kann, nagt an ihr. Es ist ein Dilemma, das viele Wirte beschäftigt. Die Veränderungen in der Gesellschaft und die veränderten Erwartungen der Mitarbeiter und Gäste stellen die traditionelle Wirtshauskultur auf die Probe.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Ursachen für den Fachkräftemangel sind vielfältig. Viele Mitarbeiter haben während der Lockdowns in andere Branchen gewechselt, die bessere Arbeitsbedingungen bieten. Der demografische Wandel tut sein Übriges; immer weniger junge Menschen drängen in die Gastronomie. Zudem hat die Gen Z andere Prioritäten als ihre Vorgänger. Sie suchen Wertschätzung, Freizeit und Perspektiven. Das Image der Branche leidet unter langen Arbeitszeiten und unzureichender Bezahlung.

Neue Wege gehen

<pEinige Gastronomen probieren neue Arbeitsmodelle aus, wie die 4-Tage-Woche, mit positiven Ergebnissen. Diese Ansätze könnten dazu beitragen, dass weniger Krankmeldungen auftreten und mehr Bewerbungen eingehen. Flexibilität und Wertschätzung sind entscheidend für die Gewinnung junger Mitarbeiter. Der Einsatz moderner Technologie, wie mobiler Ordering-Systeme, könnte ebenfalls zur Entlastung des Personals beitragen und die Qualität der Angebote sichern.

Die Gasthäuser in der Region stehen also nicht nur vor Herausforderungen, sondern auch vor Chancen. Die Wirte kämpfen darum, ihre Betriebe als Orte des Zusammenkommens zu erhalten. Am Ende ist es diese Menschlichkeit, das persönliche Engagement und die Leidenschaft für die Gastronomie, die auch in Zeiten des Wandels einen Unterschied machen können. Wenn die Gasthäuser in Paternion und Umgebung weiterhin als Treffpunkte für die Gemeinschaft fungieren wollen, müssen sie sich den veränderten Bedingungen anpassen – und das auf eine Weise, die Tradition und Fortschritt verbindet.