Kampfgeist am Wörthersee: Aljbina Murtezani und das Rialto im Schatten der Insolvenz
Heute ist der 28.09.2026 und in Villach gibt es eine Geschichte, die das Herz berührt. Aljbina Murtezani, die Wirtin des beliebten Restaurants „Rialto“ in Velden am Wörthersee, kämpft gegen die Widrigkeiten des Lebens. Seit 15 Jahren ist sie in der Gastronomie tätig und hat sich in Kärnten einen Namen gemacht. Doch im Sommer 2026 stehen die Zeichen schlecht. Externe saisonale Nebenbetriebe in der Steiermark setzen Aljbina und ihre Gastronomie unter Druck. Es ist eine harte Zeit, in der die Sorgen und der Stress überhandnehmen.
Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über ihr Vermögen eröffnet. Mit Passiva von 183.000 Euro sieht sie sich einer enormen finanziellen Belastung gegenüber. Es ist eine Situation, die viele Unternehmer in Kärnten betrifft. Im ersten Halbjahr 2026 mussten 231 Unternehmen Insolvenz anmelden – ein Anstieg von rund 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein besorgniserregender Trend, der auf hohe Energie-, Lohn- und Mietkosten sowie Kaufzurückhaltung der Konsumenten zurückzuführen ist.
Ein persönlicher Verlust
Doch Aljbina trägt nicht nur die Last ihrer finanziellen Sorgen. Vor kurzem hat sie ihren Neffen Billi durch einen tragischen Badeunfall am Faaker See verloren. Diese persönliche Tragödie hat ihre Familie stark belastet. In diesen dunklen Zeiten möchte sie sich jedoch auf das „Rialto“ konzentrieren, das trotz der Herausforderungen schwarze Zahlen schreibt. „Ich danke meinen Stammgästen für deren Unterstützung“, sagt sie voller Dankbarkeit. Es ist dieser Zusammenhalt, der ihr Kraft gibt, weiterzumachen.
Aljbina hat das „Rialto“ seit zwei Jahren und war zuvor 13 Jahre im „Venezia“ in Feldkirchen tätig. Ihre Leidenschaft für die Gastronomie ist ungebrochen, auch wenn die Umstände alles andere als einfach sind. Sie möchte nicht aufgeben und kämpft weiter für ihr Restaurant und ihre Träume.
Die Lage in Kärnten
Die Situation in Kärnten ist angespannt. Im ersten Halbjahr 2026 wurden insgesamt 557 Insolvenzverfahren registriert, davon 231 für Unternehmen und 326 für Privatpersonen. Während die Zahl der Privatinsolvenzen leicht zurückging, stiegen die Firmeninsolvenzen dramatisch. Besonders betroffen ist die Baubranche, gefolgt von der Gastronomie und Beherbergung. Diese Sektoren haben in der Vergangenheit so viel zur wirtschaftlichen Stabilität beigetragen. Nun stehen sie an der Kippe.
Die Immobilienbranche hat die höchsten Verbindlichkeiten mit rund 19,9 Millionen Euro, während die Gastronomie und Beherbergung etwa 17,2 Millionen Euro aufweist. Die Herausforderungen für Unternehmer wie Aljbina Murtezani sind enorm. Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) erwartet, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen weiterhin hoch bleibt und eine Entspannung frühestens 2027 eintreten könnte. Das wirft Fragen auf – wie lange können Unternehmer noch durchhalten? Und welcher Preis muss dafür bezahlt werden?
Aljbina ist ein Beispiel für den unermüdlichen Kampfgeist vieler Geschäftsinhaber in Kärnten. Trotz aller Widrigkeiten, trotz des Verlustes und der finanziellen Sorgen – sie will weitermachen. Ihr Restaurant ist nicht nur ein Ort des Essens und Trinkens, sondern auch ein Ort der Gemeinschaft und des Miteinanders. Und genau das braucht es jetzt mehr denn je.
