ASK Voitsberg fertigt KSV 1919 mit 4:0 ab und feiert Traumdebüt für Stefan Nutz
Der ASK Voitsberg hat am 8.11.2026 im steirischen Duell der 12. Runde der 2. Liga 2026/27 ein kräftiges Ausrufezeichen gesetzt. Der Aufsteiger besiegte den Tabellen-17. KSV 1919 vor 1.050 Zuschauern mit 4:0 (1:0) und bescherte Interimstrainer Stefan Nutz damit einen Einstand nach Maß.
Vor dem Anpfiff lagen vier Punkte zwischen den beiden Mannschaften. Kapfenberg war zuvor drei Spiele ungeschlagen geblieben – mit einem Sieg und zwei Unentschieden. Voitsberg hatte hingegen drei der vergangenen vier Partien verloren. Unter der Woche übernahm Nutz interimistisch das Traineramt von Philipp Zulechner. Viel besser hätte sein Debüt kaum laufen können.
Schubert eröffnet, Krienzer legt nach
Die Gastgeber mussten bis kurz vor der Pause warten, ehe Fabian Schubert zuschlug. In der 40. Minute köpfte er zum 1:0 ein und erzielte damit bereits sein neuntes Saisontor. Elias Neubauer hätte noch vor dem Seitenwechsel erhöhen können, scheiterte mit einer Direktabnahme aber knapp.
Unmittelbar nach Wiederanpfiff fiel das zweite Tor: Neubauer bereitete vor, Paolo Jager vollendete zum 2:0. Danach kam es für Voitsberg zunächst zu einem kleinen Dämpfer. Schubert musste erkrankt vom Feld und wurde in der 56. Minute durch Martin Krienzer ersetzt.
Der eingewechselte Krienzer brauchte allerdings nicht lange, um auf sich aufmerksam zu machen. In der 59. Minute holte er selbst einen Elfmeter heraus und verwandelte den Strafstoß zum 3:0. Sechs Minuten später stand es 4:0: Nach einer Parade von KSV-Torhüter Vinko Colic traf Krienzer im Nachschuss erneut.
In der Schlussphase kontrollierte Voitsberg die Partie. Kapfenberg brachte kaum gefährliche Offensivaktionen zustande, während die Hausherren den klaren Vorsprung ohne großes Zittern über die Zeit brachten. Der vierte Saisonsieg im Herbst hievte den Aufsteiger auf Rang zehn und vergrößerte den Abstand zum Tabellenkeller. KSV 1919 bleibt Tabellen-17. – die defensive Leistung muss in Kapfenberg aufgearbeitet werden.
Die Aufstellungen
ASK Voitsberg begann mit Dmitrovic im Tor sowie Mustafic, Zivanovic und Vakouftsis in der Abwehr. Mustafic wurde in der 82. Minute durch Stevanovic ersetzt. Im Mittelfeld liefen Saurer, Stratznig, Radics und Polster auf; Radics machte in der 75. Minute für Wölbl Platz. Neubauer wurde ebenfalls in der 75. Minute durch Brükk ersetzt. Im Angriff spielten Jager und Schubert, für den ab der 56. Minute Krienzer kam. Trainer war Stefan Nutz.
Bei KSV 1919 stand Colic zwischen den Pfosten. Davor verteidigten Ojukwu, Thaqi, Bagrationi und Weissenbacher. Thaqi und Weissenbacher wurden in der 72. Minute durch Pranjkovic beziehungsweise Diack ersetzt. Miskovic, Maier, Stöger und Heuser bildeten das Mittelfeld; Stöger ging bereits in der 43. Minute für Marinovic vom Platz. Sokcevic wurde in der 61. Minute durch Rostas ersetzt, im Angriff spielte Zlibanovic. KSV-Trainer war Michael Liendl.
Die Treffer erzielten Schubert (40.), Jager (46.) sowie Krienzer (59., 65.). Gelbe Karten sahen Bagrationi (36.), Ojukwu (57.), Marinovic (59.) und Schriebl (82.). Geleitet wurde die Begegnung von Christian-Petru Ciochirca.
Die 2. Liga zwischen Aufstieg und Abstieg
Seit der Saison 2018/19 umfasst die österreichische 2. Liga 16 Vereine. Jede Mannschaft spielt in Hin- und Rückrunde zweimal gegen jeden Gegner, damit kommt die Saison auf 30 Runden. Der Meister steigt direkt in die Bundesliga auf, sofern er die erforderliche Lizenz besitzt und aufstiegsberechtigt ist.
Ist der Meister nicht aufstiegsberechtigt, kann der bestplatzierte aufstiegsberechtigte Verein auf den Plätzen zwei bis vier in zwei Relegationsspielen gegen den Letzten der Bundesliga antreten. Gibt es unter den ersten vier Mannschaften keinen aufstiegsberechtigten Verein, bleibt der Tabellenletzte der Bundesliga in der höchsten Spielklasse.
Bei Punktegleichheit zählt seit der Saison 2021/22 zunächst das direkte Duell, danach die Gesamttordifferenz. Diese Regel war eine Folge des engen Saisonfinales 2019/20: SV Ried und Austria Klagenfurt kamen auf jeweils 64 Punkte. Ried gewann gegen den FAC 9:0, Klagenfurt gegen Wacker Innsbruck 6:1. Obwohl Klagenfurt im direkten Vergleich mit einem 3:1-Sieg und einem 1:1 die bessere Bilanz hatte, wurde Ried wegen der um fünf Treffer besseren Tordifferenz Meister. Das ÖFB-Präsidium änderte daraufhin am 30. April 2021 die Regelung zur Punktegleichheit.
In der Saison 2026/27 besteht die dritte Leistungsstufe aus vier Regionalligen: Ost, Nord, Süd und West. Die bestplatzierten aufstiegsberechtigten Vereine dieser vier Ligen spielen in zwei Play-off-Duellen mit Hin- und Rückspiel zwei Aufsteiger in die 2. Liga aus. Grundsätzlich gibt es daher zwei sportliche Absteiger aus der zweithöchsten Spielklasse.
Amateurmannschaften von Bundesligavereinen dürfen teilnehmen, ihre Zahl ist aber auf drei begrenzt. In die Bundesliga aufsteigen dürfen sie nicht. Steigt die erste Mannschaft eines Vereins aus der Bundesliga in die 2. Liga ab, muss dessen Amateurmannschaft die Liga verlassen. Würde bereits die Höchstzahl von drei Amateurmannschaften in der 2. Liga verbleiben und eine weitere Amateurmannschaft aus der dritten Leistungsstufe aufstiegsberechtigt sein, kommt es zu einem Play-off gegen die schlechtestplatzierte Amateurmannschaft der 2. Liga. Der Sieger spielt in der folgenden Saison in der 2. Liga, der Verlierer in der dritten Leistungsstufe. Verliert die bisherige Zweitligamannschaft, kann sie auch außerhalb der regulären Abstiegsplätze absteigen; die Zahl der übrigen Absteiger reduziert sich entsprechend.
Verantwortlich für die Meisterschaften der Bundesliga und der 2. Liga ist die Österreichische Fußball-Bundesliga (ÖFBL). Für die 2. Liga benötigen Vereine keine Bundesliga-Lizenz, sondern eine jährlich zu erteilende Zulassung. Neben der sportlichen Qualifikation müssen sportliche, infrastrukturelle, personelle, administrative, rechtliche und finanzielle Kriterien erfüllt werden. Vereine mit Aufstiegsabsicht müssen zusätzlich eine Bundesliga-Lizenz beantragen und erhalten. Dass ein Klub für die 2. Liga zugelassen wird, aber keine Bundesliga-Lizenz bekommt, kommt regelmäßig vor.
Von der Zweiten Klasse zur heutigen Liga
Die zweite Spielklasse gab es bereits bei Einführung der österreichischen Meisterschaft 1911 als eingleisige „Zweite Klasse“ des ÖFV. 1924 wurde sie in eine professionelle „II. Liga“ umgewandelt, die Meisterschaft war damals allerdings auf Wien beschränkt. Eine gesamtösterreichische Meisterschaft folgte 1949/50. Landesmeister aus Burgenland, Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark sowie Vertreter aus Tirol/Vorarlberg und der Tauernliga spielten in zwei Dreiergruppen um Aufstiegsplätze. Die Gruppensieger qualifizierten sich für die Staatsliga A, die Zweitplatzierten für die Staatsliga B, die Letztplatzierten mussten in ihre Landesligen zurück. Der Meister der Wiener Liga war direkt aufstiegsberechtigt.
1950/51 wurde die Liga B beziehungsweise Staatsliga B eingeführt. Sie umfasste Vereine aus Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark, Tirol und Wien. Kärnten, Salzburg und Vorarlberg konnten sich nicht qualifizieren. 1959 wurde das System einer eingleisigen professionellen Liga zugunsten der Regionalligen abgeschafft.
Eine Reform vom 21. April 1974 wurde mit der Saison 1974/75 umgesetzt. Die neue Nationalliga startete mit 14 Vereinen, je zur Hälfte aus sieben Absteigern und sieben Regionalligisten zusammengesetzt. Nach einer Übergangssaison führten ein Absteiger und drei Regionalliga-Aufsteiger zu einer Liga mit 16 Mannschaften. Dieses Format blieb bis 1985 bestehen.
1985 folgte die nächste Reform. Die neue 2. Division umfasste zwölf Vereine: elf bisherige Absteiger, drei Regionalliga-Aufsteiger und fünf Absteiger aus der 1. Division. Gemeinsam mit der 1. Division wurde ein Play-off-System eingeführt, das bis 1992/93 bestand. 1993 kehrte die 2. Division als Liga mit 16 Mannschaften zurück.
1998/99 wurde sie unter dem Namen „Erste Division“ auf zehn Vereine reduziert. Deshalb gab es in der Saison 1997/98 sieben Absteiger. Von 1998 bis 2004 spielten die Regionalliga-Meister und der Neuntplatzierte der Zehnerliga um zwei Plätze in der zweithöchsten Spielklasse. In der Saison 2004/05 wurde diese Relegation zugunsten des direkten Aufstiegs der Regionalliga-Meister abgeschafft.
2006/07 wurde die zweite Spielstufe auf zwölf Vereine erweitert. Im Herbst gab es Hin- und Rückrunde, im Frühjahr eine einfache Hinrunde – jede Mannschaft spielte dadurch dreimal gegen jeden Gegner. Das Heimrecht in der einfachen Runde richtete sich nach den Vorjahresplatzierungen. Die drei letztplatzierten Vereine stiegen in die Regionalligen ab, Regionalliga-Meister stiegen auf, sofern sie eine Zulassung durch den Senat 5 der Bundesliga erhielten. Bei verweigerter Zulassung blieb der bestplatzierte der vorgesehenen Absteiger in der Liga; Vizemeister hatten grundsätzlich kein Aufstiegsrecht.
In dieser zwölf Vereine umfassenden Ersten Liga durften Zweitmannschaften von Bundesligavereinen antreten, darunter Red Bull Juniors und Austria Wien Amateure. Die Saison 2009/10 war die letzte mit diesem Modus. Danach wurde die Liga wieder auf zehn Vereine reduziert. Die Zweitmannschaften der Bundesligavereine mussten in die Regionalligen absteigen, Regionalliga-Zweitmannschaften durften nicht mehr aufsteigen. Der Tabellenzehnte stieg direkt ab, der Tabellenneunte spielte eine Relegation gegen drei Regionalliga-Meister. Zwei Sieger spielten in der folgenden Saison in der Ersten Liga, zwei Verlierer in den Regionalligen. War ein Regionalliga-Meister nicht spielberechtigt, rückte der bestplatzierte berechtigte Verein dieser Regionalliga nach. 2009/10 nahm deshalb der ESV Parndorf anstelle des FC Waidhofen/Ybbs an der Relegation teil.
Relegationen, Reformen und die jüngere Vergangenheit
Mit der Abschaffung der Zwölferliga wurde die Relegation erneut eingeführt, zunächst nach dem Modus aus den Jahren 1998 bis 2004. Wegen des Konkurses des SK Austria Kärnten gab es kein zweites Relegationsspiel; SV Grödig und Vienna waren für 2010/11 beide in der Ersten Liga spielberechtigt. Ein Relegationsspiel zwischen GAK und Hartberg wurde beim Stand von 3:0 wegen eines Platzsturms von GAK-Anhängern abgebrochen.
Ab der Saison 2014/15 wurde die Relegation für den Vorletzten der Ersten Liga abgeschafft, stattdessen gab es zwei fixe Absteiger. Ein Regionalliga-Meister stieg direkt auf, die beiden anderen Meister spielten den zweiten Aufstiegsplatz in einem Play-off aus. Der direkte Aufstiegsplatz rotierte zwischen den drei Regionalligen: West 2014/15, Ost 2015/16 und Mitte 2016/17.
2015 erhielt der Meister der Regionalliga Ost, SC Ritzing, keine Zulassung. Deshalb spielte der Zweitplatzierte SC-ESV Parndorf in der Relegation. 2015/16 stiegen alle drei Regionalliga-Meister ohne Relegation auf: SV Grödig verzichtete nach dem Bundesliga-Abstieg auf die zweite Spielklasse, SV Austria Salzburg und SK Austria Klagenfurt erhielten keine Lizenz. WSG Wattens, Blau-Weiß Linz und SV Horn stiegen daher direkt auf.
Seit 2018/19 wird die zweite Leistungsstufe wieder mit 16 Mannschaften ausgetragen. WSG Wattens gewann 2018/19 am letzten Spieltag mit 3:1 beim SV Horn und wurde mit zwei Punkten Vorsprung auf SV Ried Meister. 2020/21 waren FC Blau-Weiß Linz und FC Liefering mit jeweils 63 Punkten Meisterschaftskonkurrenten. Nach einem 1:1 im direkten Duell entschied damals die Tordifferenz, Blau-Weiß Linz lag um ein Tor vorne. Der Klub hatte aber keine Bundesliga-Lizenz beantragt, während Liefering als Farmteam von Red Bull Salzburg nicht aufstiegsberechtigt war.
Austria Klagenfurt setzte sich am letzten Spieltag durch einen 2:1-Sieg gegen Rapid II und eine 0:1-Niederlage von Wacker Innsbruck gegen die Juniors OÖ auf Platz drei. In der Relegation besiegte Klagenfurt den Bundesligaletzten SKN St. Pölten mit 4:0 und 1:0 und stieg auf.
2021/22 gewann SC Austria Lustenau die Meisterschaft vor dem FAC und kehrte nach 22 Jahren in die Bundesliga zurück. Wacker Innsbruck verlor aus finanziellen Gründen die Zulassung, die Juniors OÖ, damals Farmteam des LASK, verzichteten auf eine weitere Teilnahme.
2022/23 führte der Grazer AK vor der letzten Runde mit einem Punkt vor Blau-Weiß Linz. Ein Sieg beim FC Dornbirn 1913 hätte dem GAK den Aufstieg gesichert. Dornbirn ging in der 89. Minute mit 1:0 in Führung, der GAK glich noch zum 1:1 aus. Blau-Weiß Linz gewann gegen Sturm Graz II nach Rückstand mit 2:1. Beim entscheidenden Tor überquerte der Ball nach einem Lattenpendler bei einem Kopfball von Danilo Mitrovic die Linie. Blau-Weiß Linz wurde mit einem Punkt Vorsprung Meister und stieg auf.
2023/24 holte der GAK den verpassten Aufstieg nach. Bereits fünf Runden vor Saisonende lag der Verein elf Punkte vor dem ersten Verfolger. 2024/25 wurde SV Ried mit 65 Punkten und sechs Punkten Vorsprung auf die Admira Meister und kehrte in die Bundesliga zurück.
In der Saison 2025/26 gab SV Stripfing im November 2025 seine Zulassung zurück. Wegen des vorzeitigen Ausscheidens wurden alle bis dahin ausgetragenen Spiele annulliert und aus der Wertung genommen. SKN St. Pölten verlor dadurch drei Punkte aus einem 3:1-Sieg gegen Stripfing, Austria Lustenau verlor aus einem 3:3 nur einen Punkt. Der Abstand zwischen beiden Vereinen verringerte sich damit um zwei Punkte. Lustenau lag vor dem letzten Spieltag mit einem Punkt vor St. Pölten, gewann gegen SKU Amstetten mit 2:1 und wurde Meister sowie Wiederaufsteiger in die Bundesliga. St. Pölten gewann sein Parallelspiel ebenfalls.
