Heute, am 22. Mai 2026, fand im „Gasthaus Stern“ die Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins Region Bludenz statt. Der Nachmittag war ganz dem Gedenken an die Zeit des Nationalsozialismus gewidmet. Dabei wurde eine Wanderausstellung am BG Bludenz unter dem Motto „Darüber sprechen“ eröffnet. Diese Ausstellung zeigt eindrucksvoll die Berichte von Überlebenden der NS-Terrorherrschaft und bringt die schrecklichen Erinnerungen an diese Zeit wieder ins Bewusstsein.
Leider konnte der Zeitzeuge Uri Strauß aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein. Seine Geschichten sind jedoch von unschätzbarem Wert. Olga Pircher nutzte die Gelegenheit, um über ihren Vater zu berichten, einen Widerstandskämpfer, der in Konzentrationslagern interniert war. Ihre Erzählungen berührten die Anwesenden und machten deutlich, wie wichtig es ist, solche persönlichen Geschichten zu teilen.
Erinnerungen an Józef Wiśnicki
Ein weiterer bewegender Teil der Versammlung war die Erinnerung an Józef Wiśnicki, einen polnischen Juden, der unter falscher Identität in Bludenz arbeitete. Er überlebte den Holocaust und emigrierte später nach Amerika. Seine Lebenserinnerungen sind im Tyrolia Verlag in deutscher Übersetzung erschienen und bieten einen tiefen Einblick in das Schicksal der Menschen während dieser dunklen Zeit. Solche Zeitzeugenberichte sind nicht nur wichtig für die Geschichtsschreibung, sondern auch für die emotionale Aufarbeitung der Vergangenheit.
Obmann Stefan Stachniß blickte auf ein ereignisreiches Vereinsjahr zurück. Vor etwa 30 Besuchern berichtete er von insgesamt 50 organisierten Veranstaltungen, von denen 24 in Bludenz stattfanden. Es gab Neuwahlen: Stachniß wurde als Obmann bestätigt, während Otto Schwald als Schriftführer und Julian Bitsche als neuer Kassier gewählt wurden. Der Ausblick auf das kommende Vereinsjahr verspricht spannende Vorträge, Erzählcafés und Ausstellungen im Würbel-Areal, die das Geschichtsengagement in der Region weiter stärken sollen.
Geplante Projekte und Ehrungen
Außerdem sind drei Mitteilungen und weitere Ausgaben der Bludenzer Geschichtsblätter in Planung. Ein besonderer Moment war die Ernennung des ehemaligen Obmanns Andreas Rudigier zum Ehrenmitglied. Stadtrat Cenk Dogan ließ es sich nicht nehmen, dem Vereinsvorstand für die geleistete Arbeit zu danken und Unterstützung seitens der Stadt zuzusichern. Das zeigt, wie wichtig die Arbeit des Geschichtsvereins für die lokale Gemeinschaft ist.
Diese Berichte und Erinnerungen sind nicht nur Teil der Geschichte, sondern auch ein Aufruf, die Vergangenheit nicht zu vergessen. Im LeMO-Zeitzeugenbereich können persönliche Erinnerungen und individuelle Berichte veröffentlicht werden, die mit deutscher Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts zusammenhängen. Diese Dokumente sind besonders wertvoll, um die Geschichte lebendig zu halten und den kommenden Generationen nahe zu bringen. Es ist wichtig, solche Erinnerungen kritisch zu betrachten und zu hinterfragen, gleichzeitig aber auch zu schätzen, dass sie uns einen direkten Zugang zu den Erlebnissen der Menschen bieten, die diese Zeiten durchlebt haben.
Der Geschichtsverein Region Bludenz setzt damit einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung und trägt dazu bei, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät. Es bleibt zu hoffen, dass viele Menschen die Ausstellungen und Veranstaltungen besuchen, um mehr über die Geschichte zu erfahren und die Stimme der Zeitzeugen zu hören.
Weitere Informationen zu den Zeitzeugenberichten finden Interessierte auf der Webseite des Deutschen Historischen Museums, wo persönliche Erinnerungen und individuelle Berichte zu finden sind. Der Austausch über Geschichte ist essenziell, um ein Verständnis für unsere Gegenwart zu entwickeln.
