Heute ist der 23.04.2026 und die Stadt Bregenz hat einen neuen, naturnahen Friedhof eröffnet: den „Wald des Friedens“ am Gebhardsberg. Dieser Waldfriedhof ist nicht nur ein weiterer Ort für Naturbestattungen in Vorarlberg, sondern auch eine Antwort auf die wachsende Nachfrage nach alternativen Bestattungsformen. Der Stadtratsbeschluss vom September 2025 zur Bereitstellung eines Waldgrundstücks bildet die Grundlage für dieses innovative Bestattungskonzept.
Die Eröffnung des Waldfriedhofs ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bregenz, dem Ethik & Umwelt Krematorium Hohenems und Vorarlberger Bestatter:innen. Das Krematorium übernimmt die operative Durchführung und Organisation der Bestattungen, was die Abläufe für die Angehörigen erleichtert. Der Waldfriedhof bietet ein schlichtes und konfessionsoffenes Bestattungskonzept, das in einem ruhigen Mischwald verwirklicht wird. Hier sind Beisetzungen in natürlicher Waldumgebung möglich, und die individuelle Gestaltung von Abschiedsfeiern ist ausdrücklich erwünscht.
Ein Trend zu alternativen Bestattungsformen
Die Beliebtheit alternativer Bestattungsarten hat in den letzten Jahren merklich zugenommen. Dieser Trend geht einher mit einer Säkularisierung der Bestattungs- und Trauerkultur, in der christliche Bestattungstraditionen zunehmend an Bedeutung verlieren. Viele Angehörige möchten sich nicht um die Pflege eines Grabes auf einem traditionellen Friedhof kümmern, und alternative Bestattungsarten bieten vielfältige Möglichkeiten, die persönlichen Wünsche zu erfüllen.
Naturbestattungen, wie sie nun im Waldfriedhof am Gebhardsberg angeboten werden, sind eine beliebte Alternative zur traditionellen Friedhofsbestattung. Sie ermöglichen sowohl individuelle Beisetzungen im Wald als auch anonyme Beisetzungen, beispielsweise durch Ascheverstreuungen im Meer. Diese Formen der Bestattung sind nicht nur ökologisch verantwortungsbewusst, sondern bieten auch eine tiefere Verbindung zur Natur, die insbesondere von den Hinterbliebenen geschätzt wird.
Die Rolle der Natur und individuelle Abschiedsrituale
In der heutigen Zeit wünschen sich viele Menschen eine persönliche und einzigartige Bestattung. Der Geschäftsführer des Ethik & Umwelt Krematoriums, Claus Kergel, hebt die bedeutende Rolle der Natur in der Grabpflege hervor, die den letzten Weg in einem würdevollen Rahmen gestaltet. Der Waldfriedhof am Gebhardsberg ermöglicht kreative Abschiedsrituale und fördert die Rückkehr zur Natur.
Eine Umfrage hat ergeben, dass etwa 25% der Deutschen sich eine Beisetzung im Wurzelbereich eines Baumes wünschen. Baum- und Waldbestattungen bieten nicht nur eine friedliche Traueratmosphäre, sondern auch eine Verbindung zur Natur, die viele Angehörige als tröstlich empfinden. Zudem gewinnen anonyme Bestattungen, die weniger Pflegeaufwand erfordern und Raum für Trauer ohne gesellschaftlichen Druck bieten, an Akzeptanz.
Alternative Bestattungsformen sind ein Zeichen des gesellschaftlichen Wandels hin zu mehr Individualität und ökologischer Verantwortung in der Bestattungskultur. Das Konzept des Waldfriedhofs in Bregenz ist ein Beispiel dafür, wie zukünftige Friedhofskonzepte moderne und naturnahe Elemente miteinander verbinden können. Weitere Informationen zu diesem innovativen Friedhof finden Sie auf der Webseite www.walddesfriedens.at.