Heute ist der 22.05.2026 und die Nachrichten aus dem Landesgericht Feldkirch haben es in sich. Zwei Männer, 36 und 53 Jahre alt, wurden wegen schweren Raubes verurteilt. Beide sind georgische Staatsbürger und das Urteil lautet auf jeweils siebeneinhalb Jahre Haft. Die Schwere der Tat ist nicht zu unterschätzen: Im März 2023 überfielen sie einen 92-jährigen Immobilienmakler in Bregenz. Das Opfer wurde nicht nur bestohlen, sondern auch verletzt. Immerhin erbeuteten die Täter 300 Euro, doch der Preis dafür war hoch – sowohl für das Opfer als auch für die Angeklagten.

Die Männer hatten sich in das Büro des Maklers geschlichen und vorgegeben, ein Haus kaufen zu wollen. Als der 92-Jährige, der trotz seines Alters noch aktiv im Berufsleben steht, ihre Absichten hinterfragte, ging alles schnell. Sie attackierten ihn, rangen ihn zu Boden und einer der Täter brach ihm sogar eine Rippe. Der Makler wurde mit Klebeband und einem Geschirrtuch geknebelt. Nach der Tat litt er unter zahlreichen blauen Flecken, Schwellungen und sogar unter Schwindel und Schlaflosigkeit aufgrund einer Überdehnung der Wirbelsäule. Das ist wirklich erschreckend, wenn man bedenkt, dass der Mann in einem Alter ist, in dem man sich eigentlich auf die Ruhe im Leben konzentrieren sollte.

Das Urteil und die Folgen

Das Urteil wurde am 22. Mai 2026 verkündet, ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Die Angeklagten sind verärgert über die Entscheidung und haben bereits angekündigt, mit Hilfe ihrer Verfahrenshelfer gegen das Urteil vorzugehen. Zudem sieht das Urteil auch eine Zahlung von 3.000 Euro an das Opfer vor. Kompliziert wird die Sache durch einen dritten Mann, der die beiden Angeklagten zur Tatortadresse chauffierte. Dieser Fahrer spielte eine untergeordnete Rolle, war über die Geschehnisse im Büro nicht informiert und wurde bereits rechtskräftig zu 18 Monaten Haft verurteilt. Er wurde nach Georgien abgeschoben. Es ist schon fast ironisch, wie sich das Schicksal dieser Männer gewendet hat.

Die Staatsanwaltschaft hat sich bisher nicht zu dem Fall geäußert. Es bleibt abzuwarten, ob die Angeklagten tatsächlich Berufung einlegen werden oder ob sie die Strafe letztlich akzeptieren. In jedem Fall zeigt dieser Vorfall, wie gefährlich es sein kann, wenn sich Menschen in eine ausweglose Situation drängen. Die Vorstellung, dass ein älterer Mensch so brutal angegriffen wird, ist schwer zu ertragen. Man fragt sich, wie weit die Verzweiflung oder Gier gehen kann, um solche Taten zu begehen.