In Wien ist es in den letzten Wochen trocken wie ein Wüstensand. Der fehlende Niederschlag hat nun dazu geführt, dass eine Waldbrandverordnung kurz vor der Umsetzung steht. Diese Verordnung, die bis zum 15. September 2026 gelten soll, wird im Amtsblatt veröffentlicht und tritt nach Kundmachung sofort in Kraft. Die Maßnahmen wurden aufgrund der erhöhten Waldbrandgefahr ergriffen und betreffen vor allem die Feuer-, Rauch- und Grillverbote im Wald sowie im Gefährdungsbereich.
Der Gefährdungsbereich erstreckt sich in der Regel über einige hundert Meter von Waldflächen. Grillen im privaten Garten ist jedoch erlaubt, solange die Abstände zu den Waldflächen eingehalten werden. Was viele nicht wissen: Öffentliche Grillplätze sind nicht automatisch betroffen, das hängt alles vom Abstand ab. In den Jahren 2024 und 2025 wurden bereits ähnliche Verbote in öffentlichen Grillanlagen erlassen. Das Ganze wird von Förstern überwacht – bei Verstößen gegen die Verordnung drohen Geldstrafen von bis zu 7.200 Euro. Mehr zu den Details dieser Verordnung findet man in einem Artikel auf meinbezirk.at.
Aktuelle Waldbrandgefahr in Österreich
Die Situation ist nicht nur in Wien angespannter als ein Drahtseil. Auch in Kärnten, speziell im Lesachtal, sowie in der Steiermark hat es in den letzten Tagen Waldbrände gegeben. Diese Feuer breiten sich rasend schnell in den trockenen Wäldern aus und die Bekämpfung gestaltet sich als äußerst aufwendig, insbesondere in steilem und unwegsamem Gelände. Und auch wenn ein bisschen Regen vielleicht Hoffnung bringt, so ist das oft nicht genug – Glutnester können tief im Boden weiterbrennen und die Einsatzkräfte können noch Tage mit der Bekämpfung beschäftigt sein.
Für das kommende Wochenende ist sonniges und warmes bis frühsommerliches Wetter in vielen Regionen Österreichs angesagt. Das bedeutet, dass viele Menschen in die Wälder und Berge strömen werden, um dort zu wandern, spazieren zu gehen oder einfach nur zu entspannen. Daher appellieren der Österreichische Alpenverein, die Naturfreunde Österreich und die Österreichischen Bundesforste eindringlich an alle Erholungssuchenden, besonders achtsam zu sein. Man kann sich nur zu gut vorstellen, wie schnell ein kleines Feuer entstehen kann, wenn man nicht aufpasst. Auch hierzu gibt es mehr Informationen auf alpenverein.at.
Waldbrand-Risikokarte in Österreich
Um die Gefahren besser einschätzen zu können, wurde eine Waldbrand-Risikokarte von der Universität für Bodenkultur Wien erstellt. Diese Karte zeigt die Gefährdung von Waldbeständen, Infrastrukturen und Siedlungsräumen sowie die potenziellen Auswirkungen. Sie orientiert sich an Kriterien des EFFIS und des JRC und zielt darauf ab, Problemfelder und Herausforderungen in der Waldbrandentstehung und -bekämpfung zu identifizieren.
Die Methodik der Risikokarte basiert auf Daten der österreichischen Waldbrand-Datenbank von 2001 bis 2020. Dabei werden auch Waldbrandereignisse berücksichtigt, die weniger als drei Hektar Gesamtbrandfläche betragen. Geodaten zur räumlichen Verteilung des Waldes wurden vom BFW und dem Forstwirtschaftsministerium bereitgestellt. Für jeden Bezirk und jede Statutarstadt in Österreich wurden wichtige Daten erfasst, wie die Anzahl der Waldbrände und die Gesamtbrandfläche. Interessanterweise wurden 50 von 94 Bezirken und Statutarstädten mit Risikostufe 3 (mittleres Waldbrandrisiko) bewertet. Ziel dieser Karte ist es, eine schnelle Einschätzung des nationalen Waldbrandrisikos zu ermöglichen und die Anforderungen des Waldfondsgesetzes zu unterstützen. Mehr dazu findet man auf der Webseite des BMLUK.