Tödlicher Falschfahrer-Unfall auf der B1 in Wels
In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026, ist es gegen 2 Uhr auf der B1 Linzer Straße im Stadtgebiet von Wels zu einem tödlichen Verkehrsunfall mit drei Pkw gekommen. Ein 39-jähriger Autofahrer aus dem Bezirk Grieskirchen war stadtauswärts in falscher Richtung unterwegs.
Auf Höhe der Linzer Straße 246 prallte sein Wagen frontal gegen das entgegenkommende Auto eines 22-jährigen bosnischen Staatsangehörigen aus dem Bezirk Linz-Land. Wenige Augenblicke später stieß auch ein nachfolgender 44-jähriger Autofahrer aus dem Bezirk Wels-Land gegen die bereits verunfallten Fahrzeuge. Er konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen beziehungsweise reagieren.
Ein Toter, zwei Verletzte
Der 39-Jährige erlitt bei der Kollision tödliche Verletzungen. Der 22-Jährige wurde schwer verletzt, notärztlich erstversorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Der 44-Jährige kam mit leichten Verletzungen davon.
Der Unfall reiht sich in eine österreichweite Problematik ein, die jedes Jahr aufs Neue sichtbar wird. Laut ASFINAG wurden 2025 auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen 425 Falschfahrer-Warnungen registriert – sechs Prozent mehr als 2024, als es 400 Meldungen waren. Bei 13 Unfällen kamen zwei Menschen ums Leben, vier Personen wurden schwer und 13 leicht verletzt. 2024 waren elf Unfälle verzeichnet worden.
Viele Meldungen aus Kärnten
Erstmals stammten die meisten Warnungen 2025 aus Kärnten: Insgesamt wurden dort 93 Meldungen registriert, 69 davon im Großraum Klagenfurt bis Villach. Am Knoten Villach treffen die A2, A10 und A11 aufeinander. Zusätzliche Beschilderungen und ein Farbleitsystem sind dort bereits umgesetzt worden. Die Zahl der Meldungen sank von 18 im Jahr 2024 auf 15 im Jahr 2025. Ab 2028 soll der Knoten erneuert und umgebaut werden, damit die Abzweigungen Richtung Italien, Slowenien und Wien übersichtlicher werden.
Als häufigste Ursachen für Falschfahrten nennt die ASFINAG gravierendes Fehlverhalten von Lenkern: Alkohol- oder Drogeneinfluss, Unachtsamkeit, Verwirrtheit und Überforderung. Auch Navigationsgeräte, die zum Wenden auffordern, spielen eine Rolle.
Wie schnell eine solche Situation entstehen kann, zeigte sich am 18. März 2025 im Bereich der A1 und A7. ASFINAG-Mitarbeiter hielten dort einen Lkw-Lenker an, der nach eigenen Angaben wegen einer Navi-Anweisung gewendet hatte. Im März 2025 stoppte die Polizei außerdem auf der A13 einen 55-jährigen Falschfahrer, der vor der Mautstelle Schönberg umgedreht hatte. Als Grund nannte er, dass auf seiner Firmenkreditkarte kein Geld mehr verfügbar gewesen sei.
Am 25. Januar 2026 wurde ein 57-jähriger deutscher Staatsbürger im Bosrucktunnel von ASFINAG-Mitarbeitern angehalten. Seine Bankomatkarte habe an der Mautstelle Bosruck nicht funktioniert, erklärte er. Daraufhin wendete er und fuhr durch den Tunnel zurück Richtung Voralpenkreuz – eine denkbar gefährliche Entscheidung.
Was bei einer Warnung zu tun ist
Die ASFINAG analysiert die Falschfahrer-Meldungen jedes Jahr und prüft mögliche Verbesserungen bei Beschilderungen, Bodenmarkierungen und Baustellenführungen. Für Lenker gilt bei einer Falschfahrer-Warnung: Ruhe bewahren, die Geschwindigkeit reduzieren und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug vergrößern. Auf dem rechten Fahrstreifen bleiben, nicht überholen. Nach Möglichkeit sollte man am nächsten Parkplatz oder Rastplatz anhalten und dort bis zur Entwarnung warten.
