In Wels hat sich ein mutmaßlicher Täter nach einem Raubüberfall auf eine Tankstelle in der Stadt gestellt. Der Vorfall ereignete sich am 6. September 2026. Der 30-jährige Mann, der bereits mehrfach vorbestraft ist, erschien persönlich auf der Polizeiinspektion Wels Pernau und gestand den Überfall. Als Motiv nannte er Drogen-Schulden aus einem gescheiterten Suchtgiftgeschäft. Nach seinem Geständnis wurde er aufgrund einer mündlichen Festnahmeanordnung der Staatsanwaltschaft Wels festgenommen und in die Justizanstalt Wels überstellt.

Ein solcher Vorfall wirft Fragen auf. In Österreich ist die Zahl der Drogentoten in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Jahr 2023 wurden landesweit 256 Drogentote registriert, was einer drogenbezogenen Sterberate von 4,3 je 100.000 Einwohner entspricht. Besonders betroffen ist das Bundesland Wien, wo die meisten Drogentoten, nämlich 101, zu verzeichnen sind. Auch Niederösterreich und die Steiermark folgen mit hohen Zahlen. Die Situation wird durch den Umgang mit illegalen Drogen, der im Suchtmittelgesetz geregelt ist, nicht einfacher. Cannabisprodukte, Opiate, Kokain, Amphetamine und Designerdrogen zählen zu den Suchtgiften, die viele Menschen in den Abgrund ziehen.

Drogenkonsum in Österreich

Der Konsum von Drogen ist nicht nur ein Problem für die Betroffenen selbst, sondern betrifft die gesamte Gesellschaft. Jüngere Menschen konsumieren Cannabis häufiger als ältere, und das trotz der steigenden Zahl an Drogentoten. Bei Männern ist die Konsumprävalenz von Cannabis deutlich höher als bei Frauen. Besonders psychisch belastete Männer greifen mehr als viermal so häufig zu Cannabis als gering belastete Männer. Bei Frauen sieht es ähnlich aus: Psychisch stark belastete Frauen konsumieren dreimal häufiger als ihre gering belasteten Kolleginnen.

Kokain hat sich als eine besonders problematische Substanz etabliert. Rund 3,8 Prozent der österreichischen Bevölkerung haben im Laufe ihres Lebens bereits Kokain konsumiert. In den letzten Jahren ist der Konsum bei jüngeren Generationen gestiegen. Österreich rangiert im europäischen Vergleich im oberen Mittelfeld, was die Lebenszeitprävalenz des Kokainkonsums betrifft. Die Zahl der Personen in Substitutionsbehandlungen hat 2023 mit 21.116 einen Rekordwert erreicht, wobei die Mehrheit dieser Behandlungen in Wien erfolgt.

Die steigenden Zahlen und die damit verbundenen Kosten – die Ausgaben des Bundesministeriums für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz beliefen sich 2023 auf rund 9,1 Millionen Euro – zeigen, dass der Umgang mit Drogen ein drängendes Problem darstellt. Und während der mutmaßliche Täter in Wels sich seiner Taten bewusst geworden ist und zur Polizei ging, bleibt zu hoffen, dass solche Geschichten nicht zur Regel werden. Denn hinter jedem Fall stehen Menschen, die oft in einem Teufelskreis gefangen sind, aus dem es oft keinen Ausweg gibt.

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