Heute ist der 26.06.2026 und während wir in Wels den Sommer genießen, gibt es in den Gewässern Baden-Württembergs eine Entwicklung, die ernsthafte Sorgen bereitet. Die Welse, diese beeindruckenden Raubfische, breiten sich rasant aus und stellen eine Bedrohung für heimische Fischarten dar, insbesondere den Lachs. Laut einem Artikel auf web.de hat sich die Zahl der Flüsse mit Wels-Nachweisen in den letzten 20 bis 40 Jahren fast verdreifacht. Verändert sich hier das Ökosystem vor unseren Augen?

Diese Ausbreitung ist nicht einfach ein lokales Phänomen. Im Bodensee nahm die Menge gefangener Welse von 4,5 Tonnen im Jahr 2020 auf fast 8 Tonnen im Jahr 2024 zu. Im Vergleich dazu waren es 1990 nur rund 100 Kilogramm. Der Klimawandel scheint den Wels zu begünstigen, denn die Wassertemperatur im Bodensee stieg von 11-12 Grad auf 13-14 Grad. Diese warmen Gewässer sind wie ein Schlaraffenland für die Welse, die dank ihrer Fähigkeit, sich an die steigenden Temperaturen anzupassen, in tiefere Wasserlagen ausweichen können.

Neues Verhalten der Welse

Forschende der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg und der Technischen Universität München haben ein neues Verhalten der Welse im Bodensee beobachtet. Sie haben 24 Welse mit Spezial-Sensoren ausgestattet, um ihre Anpassung an die Umgebung zu untersuchen. Dabei zeigte sich, dass die Welse ihren Auftrieb im Wasser präzise steuern können, um Energie zu sparen. Sie tauchen schnell und tief, was ihre Jagdtechnik als Spitzenjäger noch effektiver macht. Und das ist nicht alles: Sie halten sich im Sommer in warmen Flachwasserbereichen auf, während sie im Winter die kühleren, tieferen Schichten bevorzugen. Diese Anpassung ist besonders bedenklich, da Welse keine natürlichen Feinde haben und sich kontinuierlich vermehren.

In der Kinzig im Ortenaukreis warten die Welse sogar an Fischpässen, um wandernde Lachse anzugreifen. Das führt zu erheblichen Verlusten und Verletzungen. Ab einer Körperlänge von etwa einem Meter haben diese Raubfische keine natürlichen Feinde mehr und können bis zu 3 Meter lang und 150 Kilogramm schwer werden. Ein Exemplar mit 2,43 Metern und 70 Kilogramm ist im Fischereimuseum in Langenargen ausgestellt.

Regulierungsmaßnahmen und Herausforderungen

Die Behörden versuchen, den Welsbestand durch Fangmaßnahmen zu regulieren. Es gibt keine Schonzeit oder Mindestmaß für die Fangmenge. An Hotspots für Welse werden gezielt Fänge aus dem Rhein und Neckar durchgeführt. Doch die Frage bleibt: Wie lange kann dieser Ansatz noch funktionieren? Die Ausbreitung des Welses in Deutschland könnte sich bald ähnlich problematisch gestalten wie auf der iberischen Halbinsel. Dies sollte uns alarmieren!

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein Vorfall in Bayern zeigt, dass Welse für Menschen gefährlich werden können, auch wenn Angriffe auf Menschen als unrealistisch gelten. Der Vorfall, bei dem ein Wels mehrere Badende verletzte, steht exemplarisch für die Herausforderungen, die mit dieser invasiven Art verbunden sind.

Um die Folgen des Klimawandels und Extremwetterlagen zu bewältigen, sind langfristige Maßnahmen erforderlich. Laut dem Umweltbundesamt müssen Schutzgebiete eingerichtet und renaturierte Gewässer geschaffen werden, um die Stabilität der Fischarten in Binnengewässern zu gewährleisten.

Schutzgebiete müssen angepasst werden, und es ist wichtig, die Vernetzung und ökologischen Durchgängigkeit von Gewässern zu verbessern. Schließlich könnte die Schaffung von Kaltwasserrefugien durch Aushub von tiefen Abschnitten entscheidend sein, um den heimischen Fischarten eine Überlebenschance zu geben. Es bleibt zu hoffen, dass durch Monitoring und Forschung tragfähige Anpassungsstrategien entwickelt werden können, um den Welsen und den Herausforderungen, die sie mit sich bringen, entgegenzuwirken. Werden wir das Ruder noch rechtzeitig herumreißen können?

Neues Design, maximale Performance: Wie gefällt Ihnen unsere neue Website?

Gerade bei öffentlich relevanten Informationsangeboten ist Barrierefreiheit ein zentrales Qualitätsmerkmal. Unser Website-System erfüllt die Anforderungen der BITV 2.0 und WCAG 2.1 auf hohem Niveau – von semantisch korrektem Markup über ausreichende Kontraste bis zur vollständigen Tastaturbedienbarkeit. Umgesetzt wurde dies durch Daniel Wom und VeloCore mit einem durchgängig barrierefreien Ansatz.