Heute ist der 25.10.2026

In den letzten Jahren haben sich die Sicherheitsbehörden in Österreich mit einer wachsenden Bedrohung konfrontiert gesehen. Der Anstieg islamistisch motivierter Tathandlungen ist alarmierend. Allein im Jahr 2025 wurden 306 solcher Taten registriert, was einem Anstieg von 42,3 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders besorgniserregend ist die hohe Radikalisierungsrate unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Im Jahr 2025 standen 31,3 % der Tatverdächtigen – das sind 85 von 272 – noch in der Jugend. Ein Drittel!

Die Situation ist in Wien besonders angespannt, wo 37,9 % aller registrierten Tathandlungen stattfanden. Ein herausragendes Beispiel ist der Stadtteil Favoriten, wo die Zahl der Tathandlungen von 6 im Jahr 2024 auf 13 im Jahr 2025 gestiegen ist, also ein unglaublicher Anstieg von 116,7 %. Die ÖVP Wien-Favoriten hat einen Resolutionsantrag gegen den politischen Islam eingebracht, der jedoch nicht zur Behandlung zugelassen wurde, weil er als „nicht bezirksspezifisch“ eingestuft wurde. Raphael Steiner, Vizeklubchef der ÖVP-Favoriten, hat sich über diese Ablehnung empört und fordert eine klare Haltung gegen islamistischen Extremismus sowie konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung der Radikalisierung.

Die Rolle des Internets

Ein entscheidender Faktor in der Radikalisierung ist der digitale Raum. Über 56 % der islamistisch motivierten Taten im Jahr 2025 standen in Verbindung mit dem Internet. Jugendliche werden durch Plattformen wie Instagram, TikTok und Telegram angesprochen. Ein 16-jähriger Junge namens Amir, der vor fünf Jahren auf der Suche nach Antworten war, fand auf Instagram religiöse Inhalte und wurde schnell in extremistische Gruppen hineingezogen. Er wurde mit Videos konfrontiert, die den IS glorifizieren und die eine verzerrte Realität von unterdrückten Muslimen vermitteln. Diese Form der Radikalisierung findet nicht nur in sozialen Medien statt, sondern auch beim Gaming. Spieler werden durch gewalttätige Szenarien und IS-Flaggen beeinflusst, was die Problematik noch verstärkt.

Die Plattformbetreiber, darunter Meta (Instagram) und Roblox, betonen zwar ihre Maßnahmen gegen extremistische Inhalte, doch die Realität zeigt eine andere Seite. Die Expertin Kaiya Reisch fordert eine stärkere Regulierung und klare Vorgaben für die Inhalte. In geschlossenen Gruppen wird rekrutiert, oft durch direkte Kommunikation. Das führt dazu, dass viele Jugendliche in einen gefährlichen Strudel geraten, aus dem sie nur schwer entkommen können.

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Präventionsansätze und Unterstützung

Die Radikalisierung wird als schrittweiser Prozess beschrieben, und die Prävention sollte so früh wie möglich ansetzen. Der Infodienst Radikalisierungsprävention bietet umfassende Informationen zur Bekämpfung von Islamismus und Extremismus. Dort finden sich auch Beratungsstellen und Fortbildungsangebote für Fachleute. Es ist wichtig, dass Familien Unterstützung erhalten, um ihre Angehörigen, die sich in extremistischen Strömungen verlieren, zurück auf den richtigen Weg zu bringen.

Ein Vater, dessen 18-jähriger Sohn extremistische Ansichten vertritt, berichtet von den Schwierigkeiten, die er hat, um seinen Sohn zu erreichen. „Er missioniert und bezeichnet andere als ‚Kuffar‘,“ erzählt er. Sami Alkomi von „Demokratielotsen“ sieht die Radikalisierung des Sohnes als weit fortgeschritten an und denkt über zusätzliche Hilfsprojekte nach. Es ist ein verzweifelter Kampf, der viele Familien betrifft und oft eine enorme emotionale Belastung darstellt.

Die Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft steht, sind groß und erfordern ein gemeinsames Vorgehen. Nur durch Aufklärung und präventive Maßnahmen kann die gefährliche Entwicklung aufgehalten werden. Die digitale Welt, in der so viele Jugendliche verkehren, ist ein zentraler Schauplatz dieser Radikalisierung. Daher ist es umso wichtiger, dass wir als Gesellschaft zusammenarbeiten und innovative Lösungen finden, um diesen gefährlichen Strömungen entgegenzuwirken.