Wiener Helden im Einsatz: Gemeinsam gegen die Zigarettenstummel-Flut!
Am 20. September 2026 fand in Wien der World Cleanup Day statt, und die Atmosphäre war schlichtweg großartig. Bei strahlendem Sonnenschein machten sich 112 Freiwillige auf den Weg zur Neuen Donau, um gemeinsam ein Zeichen gegen die Umweltverschmutzung zu setzen. In nur zwei Stunden schafften sie es, beeindruckende 291 Kilogramm Müll zu sammeln. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!
Besonders auffällig war die große Menge an Zigarettenstummeln – über 42.000 Stück! Um sich das mal vor Augen zu führen: Zigarettenstummel sind nicht nur ein ärgerliches Problem, sie sind auch hochgiftig und können bis zu 1.000 Liter Grundwasser verunreinigen. Da stellt sich die Frage, was wir tun können, um die Situation zu verbessern.
Die gesammelten Müllarten waren bunt gemischt: 45 PET-Flaschen, 12 Getränkekartons, 62 Aluminiumdosen und 83 Glasflaschen. Besonders erfreulich war der Rückgang der Aluminiumdosen um 93,5 % im Vergleich zu 2022, als noch 948 Dosen gesammelt wurden. Dies könnte auf die Einführung des Einwegpfands in Österreich seit Januar 2025 zurückzuführen sein, das offenbar Wirkung zeigt. Dennoch bleibt das Problem der Zigarettenstummel bestehen, und das nicht nur in Wien.
Green Heroes Austria, die die Initiative seit 2018 in Österreich koordinieren, fordert deshalb Aschenrohre an Sitzbänken entlang der Donau, um eine bessere Entsorgung der Zigarettenstummel zu ermöglichen. So könnte man der Umweltverschmutzung noch gezielter entgegenwirken.
Müllsortierung und Verpflegung
Nach der Sammlung wurde der gesamte Müll sortiert, gezählt und dokumentiert. Dabei war die Verpflegung der Teilnehmer durch NENI und Joseph Brot ein weiterer schöner Aspekt dieser sinnvollen Veranstaltung. Man merkte, dass die Leute nicht nur aus einem Pflichtbewusstsein heraus mitgemacht haben, sondern auch mit Freude und einer Portion Gemeinschaftsgefühl.
Der World Cleanup Day hat seinen Ursprung im Jahr 2008 in Estland und ist mittlerweile in über 190 Ländern aktiv. Das Ziel? Sichtbarmachung von strukturellen Veränderungen zur Reduzierung von Müll und Littering. Ein ehrenvoller Anlass, der ganz klar zeigt, dass wir alle etwas tun können.
Zigarettenstummel – Ein globales Problem
Die erschreckenden Zahlen über Zigarettenstummel machen deutlich, dass wir es hier mit einem globalen Problem zu tun haben. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es das häufigste Abfallprodukt weltweit. Zwei Drittel der gerauchten Zigaretten landen in der Natur, was jährlich etwa 5,6 Billionen gerauchte Zigaretten bedeutet. Wenn man bedenkt, dass Zigarettenfilter aus Plastik und Mikroplastik bestehen, die schwer aus der Umwelt zu entfernen sind, wird die Dringlichkeit des Themas klar.
Zigarettenfilter enthalten zudem giftige Substanzen wie Nikotin, Arsen und Schwermetalle, die nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit gefährden. Der Regen spült diese Schadstoffe ins Grundwasser und kann Trinkwasser verunreinigen. Ein Zigarettenstummel in einem Liter Wasser kann innerhalb von vier Tagen die Hälfte der Fische töten – ein schreckliches Bild, das uns alle angehen sollte.
Verantwortung der Hersteller
Hier sind nicht nur wir als Konsumenten gefordert, sondern auch die Hersteller. Die EU und die WHO sehen die Zigarettenhersteller in der Verantwortung, für Öffentlichkeitskampagnen zu Umweltrisiken aufzukommen und geschlossene Aschenbecher an öffentlichen Mülleimern bereitzustellen. Der BUND fordert zudem die Umsetzung der EU-Einwegplastikrichtlinie und Bußgelder für das Entsorgen von Zigarettenkippen in der Umwelt.
Es gibt Lösungen wie Taschenaschenbecher, die eine einfache Entsorgung ermöglichen, wenn kein Mülleimer in der Nähe ist. Der World Cleanup Day ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir dürfen nicht nachlassen. Die Herausforderungen sind groß, aber gemeinsam können wir einen Unterschied machen.
