In Österreich haben Opfer von Gewalt oder Hass im Netz Anspruch auf kostenlose juristische und psychosoziale Prozessbegleitung. 2025 wurden 12.809 Menschen begleitet, 80 Prozent davon waren Frauen. Betroffene wenden sich direkt an Beratungsstellen oder werden von der Polizei vermittelt; die Einrichtungen prüfen, ob eine Begleitung notwendig ist.

Finanziert wurde dieses Angebot 2025 vom Justizministerium mit rund 15 Millionen Euro. Die Prozessbegleitung ist ein wichtiges Opferrecht: Sie soll auf das Strafverfahren und die damit verbundenen emotionalen Belastungen vorbereiten. Anspruch können unter anderem Opfer von Gewalt oder gefährlicher Drohung, sexueller Gewalt wie Vergewaltigung, Stalking und typischen Hass-im-Netz-Delikten haben. Auch Kinder, die häusliche Gewalt miterlebt haben, sowie nahe Angehörige getöteter Personen – etwa Eltern, Ehegatten, Lebensgefährten, Kinder, Enkel und Geschwister – kommen infrage. Sonstige Angehörige wie Nichten, Neffen, Cousinen und Cousins können anspruchsberechtigt sein, wenn sie Zeugen der Tat waren.

Bei Tamar beginnt die Hilfe oft vor der Anzeige

In Wien bietet die Beratungsstelle Tamar misshandelten Frauen, Mädchen und Kindern Beratung, Psychotherapie und psychosoziale Prozessbegleitung an. Die Mitarbeiterinnen begleiten Betroffene bei der Entscheidung für oder gegen eine Anzeige, gegebenenfalls zur Polizei und später vor Gericht. Für die rechtliche Vertretung wird eine Anwältin oder ein Anwalt beigezogen.

Die psychosoziale Prozessbegleitung umfasst Unterstützung bei der Anzeigeerstattung und bei gerichtlichen Einvernahmen. Die juristische Prozessbegleitung besteht aus rechtlicher Beratung und Vertretung vor Gericht durch Rechtsanwältinnen oder Rechtsanwälte. Üblicherweise beginnt die Begleitung mit der Anzeige, in Ausnahmefällen schon davor – etwa bei einer Beratung zur Frage, ob und wie man Anzeige erstattet.

Bei Tamar ist die Finanzierung der psychosozialen Prozessbegleitung daran geknüpft, dass letztlich eine Anzeige erstattet wird. Erstberatungen können zwar abgerechnet werden, Voraussetzung ist laut Justizministerium jedoch eine anschließende Anzeige. Jährlich kommen rund 85 neue Fälle hinzu, gleichzeitig laufen etwa 40 bis 50 Verfahren aus früheren Jahren weiter. Acht Teilzeitmitarbeiterinnen, allesamt ausgebildete Psychotherapeutinnen, teilen sich die Fälle.

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Während des Verfahrens bearbeiten sie das Trauma nicht therapeutisch – die Aussage soll nicht beeinflusst werden. Sie unterstützen die Betroffenen, schätzen innere Gefährdungen ein und fangen Krisen ab. Sexualisierte Gewalt wird meist von Personen aus dem näheren Umfeld verübt; laut Tamar lernen sich Täter und Opfer aber zunehmend auch über soziale Medien kennen.

Bei Vergewaltigungsdelikten erhob die Staatsanwaltschaft Wien 2025 in 88 Fällen Anklage und erreichte 38 Verurteilungen. 399 Verfahren wurden eingestellt. Tamar kritisiert, dass Opfer wegen kleiner Ungenauigkeiten teilweise mit einer Anklage wegen Falschaussage konfrontiert würden. Die Staatsanwaltschaft weist das zurück: Voraussetzung seien „eklatant“ falsche Angaben.

Tamar empfiehlt, Beweise möglichst in einer Gewaltambulanz sichern zu lassen und die Aussage – wenn möglich – ein bis zwei Tage später mit psychosozialer Begleitung zu machen. Die Prozessbegleitung endet mit dem Abschluss des Verfahrens. Eine weiterführende Psychotherapie wäre danach häufig wichtig, etwa nach einem Freispruch oder wenn der Täter wieder in das familiäre Umfeld zurückkehrt. Tamar vermittelt Betroffene weiter, doch verfügbare Kassenplätze für Psychotherapie sind knapp.

Prozessbegleitung ist für Opfer während des gesamten Verfahrens kostenlos – unabhängig vom Ausgang des Strafverfahrens. Wird jemand verurteilt, können der verurteilten Person Kosten von bis zu 1.000 Euro auferlegt werden; bei einem Freispruch trägt der Staat die Kosten. Anspruchsberechtigte müssen bereits beim ersten Kontakt mit Polizei oder Gericht über die Möglichkeit informiert werden. Gewaltschutzeinrichtungen bieten Frauen kostenlose psychosoziale und juristische Prozessbegleitung an.

Psychosoziale Prozessbegleitung ist außerdem in Zivilverfahren möglich, wenn diese mit einem Strafverfahren zusammenhängen, etwa bei Schadenersatz- oder Schmerzengeldforderungen, Ehescheidungen sowie Obsorge- und Besuchsrechtsverfahren. Einen Anspruch auf juristische Prozessbegleitung gibt es im Zivilverfahren nicht.

In Wien helfen der Frauennotruf unter 01 71 71 9, die Wiener Frauenhäuser unter 05 77 22, das Gewaltschutzzentrum Wien unter 01 585 32 88, Tamar unter 01 334 04 37 und Die Möwe Wien unter 01 532 15 15.

Fichte, Flucht und neue Zugverbindungen

Seit dem 28. Oktober steht eine 31 Meter hohe Fichte aus Vorarlberg am Wiener Rathausplatz. Zum Beginn des Christkindlmarkts am 13. November soll sie beleuchtet werden. Ein bisserl Wald mitten in der Stadt.

Für Aufregung sorgte auch ein 13-jähriger Bub, der aus der Klinik Donaustadt floh, nachdem er wegen Schmerzen dorthin gebracht worden war. Er war in der Wiener Auszeit-WG untergebracht und wurde inzwischen von seinem Vater dorthin zurückgebracht. Wie der Bub die Klinik verlassen konnte, ist Gegenstand laufender Ermittlungen.

Ab 13. Dezember gilt ein neuer Bahnfahrplan. Der REX7 fährt zwischen Wien und Fischamend künftig halbstündlich. Der REX8 fährt zwischen Wien und Bratislava zusätzlich um 21:14 Uhr; zwischen 5 und 24 Uhr gibt es stündliche Verbindungen. Der REX1 startet werktags zusätzlich um 3:59 Uhr vom Wiener Hauptbahnhof nach Wiener Neustadt.

Vom Friedhof bis zur Trattoria

Der Hernalser Friedhof liegt am Leopold-Kunschak-Platz 7, 1170 Wien. Erreichbar ist er mit der S45, den Straßenbahnlinien 2 und 43 sowie der Buslinie 42A. Der heutige Friedhof wurde am 1. November 1872 eröffnet.

Seine Vorgeschichte reicht weiter zurück: Der frühere Ortsfriedhof lag bei der Pfarrkirche am St.-Bartholomäus-Platz und wurde 1784 aufgelassen. Ein danach Richtung Ottakring angelegter Friedhof wurde 1872 geschlossen und später in eine Park- und Erholungsanlage am Lorenz-Bayer-Platz umgewandelt.

Prägend sind die neugotische Friedhofskapelle, Familiengräber und die restaurierten Hernalser Arkadengrüfte aus dem späten 19. Jahrhundert. In den Arkaden liegen Grabstätten verschiedener Stilrichtungen – vom Biedermeier- und Empiregrab bis zu modernen Marmorwänden. Richtung Schafberg steigt das Gelände stark an. Oben ziehen sich lange Reihen von Einheitsgräbern durch parkähnliche Spazierwege. Vom alten Hernalser Friedhof wurden unter anderem die Gräber des österreichischen Feldmarschalls Charles de Croix Graf Clerfayt und des Dichters Ferdinand Sauter hierher übertragen.

Ein paar Gassen weiter beziehungsweise in einer anderen kulinarischen Tonlage hat Andrea Cipriano sein Lokal neu aufgestellt. Sein früheres Restaurant Cucina Cipriano eröffnete er 2018; im Jänner gab er es zunächst ab, um in Grado ein Hotel zu führen. Dann kehrte er zum Kochen zurück und eröffnete unter dem Namen Rita_Trattoria neu.

Serviert wird nur abends, die Wochenenden bleiben der Familie. Auch das Konzept hat sich verändert: Aus moderner Fischküche wurde eine zeitgemäße, günstigere Trattoria-Küche, eine „Cucina povera“. Die Karte ist nicht mehr in Antipasto, Primo, Secondo und Dolce gegliedert, sondern in „Kleiner Hunger“ und „Großer Hunger“. Darauf stehen etwa Prosciutto di Parma, Carpaccio von gekochter Rinderzunge, Pferdetatar und grüne Polenta mit Schneckensugo.

Baustelle im Hochhaus Herrengasse

Das Hochhaus Herrengasse wurde 1932 in der Wiener Altstadt eröffnet und steht heute unter Denkmalschutz. Vor einem Jahr kaufte das Investorenkonsortium Thalhof und ALRAG das Gebäude; der Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.

Derzeit werden Fassade, Fenster, Haustechnik und Aufzüge saniert. Bei einigen Bewohnern herrscht Unsicherheit über die Mietverträge, dazu kommen Beschwerden über die laufende Baustelle – Staub, Lärm und der ganz normale Ärger, wenn das eigene Zuhause plötzlich eine Baustelle ist.

Bei den Arbeiten müssen Denkmalschutz, Sicherheit, Barrierefreiheit, Brandschutz und Wärmedämmung miteinander vereinbart werden. Das Bundesdenkmalamt erklärt, die Sanierung werde sorgfältig und abgestimmt durchgeführt, einschließlich restauratorischer Untersuchungen.

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