Im 15. Bezirk, konkret in Mariahilf, brodelt es gewaltig. Die Drogenproblematik ist in aller Munde und sorgt für reichlich Unruhe unter den Anrainern. Viele von ihnen haben sich nun zu einer Petition zusammengeschlossen, um Gehör zu finden. Das Suchthilfezentrum Jedmayer scheint dabei im Mittelpunkt der Diskussion zu stehen. Bezirksvorsteher Dietmar Baurecht von der SPÖ hat bereits bestätigt, dass die Beschwerden der Anwohner zunehmen. „Die Drogensituation hat sich verschlechtert“, sagt er und bringt damit das Unbehagen auf den Punkt.

Die Verlagerung der Drogenszene rund um das Zentrum ist unübersehbar. Offenbar sind die Anwohner nicht nur mit dem Anblick, sondern auch mit dem Geruch und den Geräuschen konfrontiert, die mit dem Drogenkonsum einhergehen. Die Stadt hat zwar Maßnahmen angekündigt, um die Lage zu verbessern, etwa durch die Ausleuchtung von betroffenen Hundezonen und eine bessere Reinigung der Umgebung. Auch die Einzäunung von Parkanlagen mit möglichen Nachtsperren steht zur Debatte. Doch viele fühlen sich nicht ausreichend geschützt und fordern mehr Polizeipräsenz, besonders gegen Dealer. Baurecht hat bereits zweimal an Innenminister Gerhard Karner von der ÖVP geschrieben, doch die Antwort war stets nur ein Verweis an die Polizei Wien.

Die Realität der Drogenpolitik

Die Situation am Suchthilfezentrum Jedmayer ist alarmierend. Im Jahr 2025 wurden dort fast 180.000 Spritzentauschkontakte registriert – das sind beeindruckende 82 Prozent aller Kontakte in Wien! Und trotzdem bleibt das Gefühl der Unsicherheit unter den Anwohnern. „Massenabfertigung“ nennt die ÖVP-Bezirkspolitikerin Martina Hammerer die Umstände. Sie fordert Reformen in der Wiener Drogenpolitik und kritisiert, dass die Drogenkranken nicht auf die 45 Drogenberatungseinrichtungen in der Stadt verteilt werden. Stattdessen wird hier nur Substitution und Spritzentausch angeboten, während die eigentliche Therapie der Suchtkranken auf der Strecke bleibt.

Hammerer ist sich sicher, dass die aktuelle Schutzzone nur eine kurzfristige Lösung ist. Sie wünscht sich eine langfristige Strategie, die den Menschen wirklich hilft. Die Diskussion über Konsumräume wird ebenfalls hitzig geführt. Während Baurecht und seine Parteikollegin Claudia Laschan die Vorteile für Konsumenten und Anrainer betonen, äußert der Wiener Sucht- und Drogenkoordinator Ewald Lochner Skepsis. Er fordert stattdessen einen Ausbau der Behandlungsangebote.

Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen

Die Problematik beschränkt sich nicht nur auf Mariahilf. Auch in angrenzenden Bezirken gibt es Handlungsbedarf. Ein Antrag der ÖVP zur Videoüberwachung rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße fand Zustimmung, während ein ähnlicher Antrag für die Rudolfsheim-Fünfhaus-Seite abgelehnt wurde. Das zeigt, dass die Diskussion über die Drogenproblematik nicht nur lokal, sondern auch auf Wiener Ebene dringend nötig ist. Eine Bürgerversammlung ist in Planung, doch ein Termin steht noch aus.

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Die Drogenlage in Österreich wird regelmäßig durch den „Bericht zur Drogensituation in Österreich“ evaluiert, der jährlich vom Gesundheitsministerium und der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht in Auftrag gegeben wird. Der aktuelle Bericht von 2025 behandelt die Situation des Jahres 2024 und beleuchtet wichtige Entwicklungen in der Drogenpolitik und bei den rechtlichen Rahmenbedingungen.

In der Zwischenzeit bleibt die Frage, wie die Stadt mit der Drogenproblematik umgehen will. Der Handlungsbedarf ist klar, und es bleibt zu hoffen, dass die Stimme der Anwohner gehört wird.