Wiener Innovation: Erdwärme als Schlüssel zur nachhaltigen Stadtentwicklung
In Wien tut sich so einiges in Sachen nachhaltige Energieversorgung! Besonders die Nutzung von Erdwärme wird immer beliebter. Diese kostenlose, jederzeit verfügbare Energiequelle aus dem Erdinneren, hat das Potenzial, Altbauten in der Stadt nicht nur zu heizen, sondern auch zu kühlen. Ja, richtig gehört! Die Erdwärme hat sich in der Hernalser Geblergasse als absolute Innovation erwiesen.
Der Smart Block, ein Pionierprojekt, wurde 2022 in der Geblergasse 11 und 13 ins Leben gerufen. Hier wurden gleich 18 Erdwärmesonden installiert, die jeweils bis zu 100 Meter tief in den Boden reichen. Das Besondere? Diese Sonden entziehen im Winter Wärme aus dem Erdinneren und speichern sie für die heißen Monate des Jahres. Damit wird nicht nur der Heizwärmebedarf erheblich gesenkt, sondern auch eine emissionsfreie Kühlung ermöglicht. Das macht die Sache gleich noch interessanter für all jene, die in diesen Altbauten wohnen.
Erdwärme und Anergienetz
Das Herzstück des Systems in der Geblergasse ist ein erweiterbares Anergienetz. Es verbindet die Gebäude mit Wärmequellen und Wärmespeichern. Nach einer umfassenden Sanierung der Gründerzeitbauten sinkt der Heizwärmebedarf von zuvor 125 auf etwa 36 kWh/m²a – das ist schon eine Ansage! Zuvor waren Gasetagenheizungen mit Radiatoren der Standard, jetzt gibt es eine moderne Lösung. Mit einer Wärmepumpe, die das Wasser im Niedertemperaturbereich zwischen 5 und 18 Grad Celsius transportiert, wird die nutzbare Wärme im Verhältnis von 6-7 zu 1 zum benötigten Strom generiert. Das ist effizient und umweltfreundlich.
Ein weiterer Vorteil dieser neuen Technik: Alte Heizkörper können bei reiner Heiznutzung beibehalten werden. Bei Kühlung jedoch sind Flächenheizungen gefragt. Platz ist zwar oft ein Problem für die Installation von Sonden, jedoch gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit, die Sonden entlang der Fassade auf öffentlichem Grund zu installieren. Ein echter Fortschritt für die Stadtentwicklung!
Die Zukunft ist grün
Die Stadt Wien hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Nutzung von Erdwärme weiter voranzutreiben. Unterstützt durch Fördermittel des Landes Wien, werden immer mehr Projekte realisiert, die den Weg zur Dekarbonisierung ebnen. Das zeigt auch die Auszeichnung des Smart Blocks mit dem Wiener Stadterneuerungspreis und dem Österreichischen Solarpreis 2020. Das ist nicht nur schön fürs Ego der Stadt, sondern auch ein starkes Zeichen für eine nachhaltige Zukunft!
Die Ingenieure und Experten, die hinter solchen Projekten stehen, wie DI (FH) Gerhard Hofer, DI (FH) Felix Heisinger und Andreas Galosi-Kaulisch, arbeiten unermüdlich daran, den Gebäudesektor auf den Pfad zur CO2-Neutralität zu führen. Sie haben innovative Lösungen entwickelt, die nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll sind. Denn der Umbau hin zu erneuerbaren Energien soll schließlich auch für die Bewohner der Stadt attraktiv sein.
In einer Zeit, in der Klimaschutz und Energieeffizienz wichtiger denn je sind, zeigt Wien, dass es auch in der Tradition der Altbauten möglich ist, auf moderne, nachhaltige Lösungen zu setzen. Erdwärme ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten, die uns die Zukunft bietet. Und ganz ehrlich – das fühlt sich einfach gut an!
