Heute ist der 20.09.2026 und in Wien-Währing brodelt es gewaltig. Die Präsentation des Konzepts für den Aumannplatz hat nicht nur die Gemüter erhitzt, sondern auch eine Welle an Bürgerprotesten ausgelöst. Die Änderungen im Vergleich zum Grobkonzept scheinen minimal zu sein, und das stößt vielen Anwohnern sauer auf. Über 3.000 Unterschriften wurden bereits beim Währinger Straßenfest gesammelt – ein klares Zeichen, dass die Währingerinnen und Währinger mit den Plänen für die Umgestaltung und Erweiterung der Fußgängerzone am Aumannplatz nicht einverstanden sind.

Dieter Granser, der Kopf hinter einer engagierten Bürgerplattform, hat klare Vorstellungen. Er fordert, dass die Fußgängerzone zwischen Klostergasse und Vinzenzgasse bestehen bleibt und eine Fahrspur stadteinwärts nicht eingeplant ist. Granser ist richtig sauer über die fehlenden Rückmeldungen zur Kartenaktion aus dem Mai und Juni. Wo sind die Zahlen, die zeigen, wie viele sich eine Fahrspur gewünscht haben? Fragen über Fragen.

Proteste und Petitionen

Das Thema lässt die Anwohner nicht kalt. Eine Petition gegen Teile des Verkehrskonzepts hat mittlerweile über 614 Unterschriften erreicht und wird im Gemeinderat behandelt. Sie fordert den Erhalt der wichtigen stadteinwärts führenden Verkehrsverbindung in der Währinger Straße. Ein Sitzung des zuständigen Petitionsausschusses fand bereits am 4. September statt. Die Forderungen sind klar: Transparente Gesamtverkehrsplanung, sichere Schulwege, mehr Bürgerbeteiligung und eine Umsetzung nur bei gesicherter Finanzierung ohne neue Schulden. Unterstützung kommt nicht nur aus der Bevölkerung, sondern auch von der Bezirkspolitik. Der FPÖ-Bezirksparteiobmann Udo Guggenbichler ist für die Attraktivierung des Aumannplatzes, lehnt aber die Sperre einer zentralen Verkehrsverbindung ab.

Die Kritik am Grobkonzept reißt nicht ab. Oliver Möllner, der Stellvertreter des Bezirksvorstehers von der ÖVP, hat es ebenfalls in der Mangel genommen. Er fordert, dass Investitionen lieber in Schulen und Kindergärten fließen sollten, statt in die Umgestaltung des Aumannplatzes. Das zeigt, dass die Währinger nicht nur um ihren Platz kämpfen, sondern auch um die Prioritäten ihrer Stadt. Und das zu Recht!

Ein Blick über den Tellerrand

Die Diskussion um den Aumannplatz ist nicht nur lokal, sondern spiegelt auch einen größeren Trend wider. In Dornbirn beispielsweise arbeiten 15 zufällig ausgewählte Bürger:innen an einem neuen Gesamtverkehrskonzept. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann und Vizebürgermeister Julian Fässler betonen die Wichtigkeit von Bürgerbeteiligung. Hier wird ein Modellprojekt zur Förderung von Transparenz und Mitgestaltung erprobt. Die Währinger könnten sich vielleicht eine Scheibe davon abschneiden. Es geht darum, eine Mobilitätsstrategie zu entwickeln, die nicht nur technische und politische Aspekte, sondern auch die Lebensrealitäten der Bürger:innen im Blick hat.

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Bürger:innen sollen ihre Erfahrungen und Meinungen zur Mobilität einbringen, und das ganz ohne Scheu. Das könnte auch für Währing ein Weg sein, um die verfahrene Situation um den Aumannplatz zu entschärfen. Manchmal muss man einfach die Menschen mit ins Boot holen. Vielleicht könnte ein bisschen mehr Mitgestaltung auch in Wien Währing zu einem besseren Ergebnis führen – für alle!