Heute ist der 25.04.2026 und das Landestheater Niederösterreich steht vor einem bedeutenden Wechsel: Marie Rötzer beendet ihre Intendanz und wird im Herbst 2026 ans Theater in der Josefstadt wechseln, wo sie Herbert Föttinger ablösen wird. Ihr Abschied wird von der Uraufführung des Stücks „Speed – Auf den letzten Metern“ begleitet, das von Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer inszeniert wird. Die Premiere findet am 30. April 2026 statt und wird mit Spannung erwartet.

Rötzer hat Frick und Vischer aufgrund ihrer beeindruckenden Arbeiten im Wiener Theater Bronski & Grünberg eingeladen. Die Inszenierung, die das gesamte Ensemble des Landestheaters einbindet, thematisiert Abschied, Reisen und Sehnsüchte. Die SchauspielerInnen erzeugen das Tempo der Aufführung nicht durch technische Mittel, sondern durch ihre schauspielerische Leistung. Die Handlung spielt in einem Bus, der sich nicht schnell fortbewegt, was die Dynamik der Proben widerspiegelt und den Zuschauern ein Gefühl der Entschleunigung vermittelt.

Ein Blick auf das Ensemble und dessen Veränderungen

Besonders bemerkenswert ist, dass nur drei der neun Ensemblemitglieder nach dem Wechsel der Intendanz bleiben werden. Martin Vischer äußerte, dass bei kleineren Theatern oft die Kontinuität verloren geht, wenn neue Intendanten kommen. Dies könnte auch für die Zukunft des Landestheaters Niederösterreich von Bedeutung sein. Vischer bringt sein Verständnis für die Kollegen an der Josefstadt zum Ausdruck, die das Theater verlassen müssen, und möchte in „Speed“ Raum für Themen wie Abschied schaffen, ohne in eine Betroffenheit zu verfallen.

Das Ensemble wird in „Speed“ alternative Persönlichkeiten spielen, wobei keine Bösewichte existieren. Die Inszenierung enthält zudem keine direkten Anspielungen auf die Charaktere aus dem Film „Speed“, was die Kreativität der Regisseure unterstreicht. Ein Video, das die Fahrt durch Niederösterreich zeigt, wird als Teil der Inszenierung eingebaut und vermittelt ein graues, diesiges Setting. Historische Orte wie das Café Schubert in St. Pölten werden ebenfalls erwähnt und tragen zur Atmosphäre des Stücks bei.

Änderungen im Theaterland Österreich

Der Wechsel in der Intendanz des Landestheaters Niederösterreich ist Teil eines größeren Trends in der österreichischen Theaterlandschaft. So zeigt das Burgtheater auch äußere Veränderungen, die auf interne Wandlungen hinweisen. Intendanzwechsel können unterschiedliche Auswirkungen auf die betroffenen Bühnen haben, und das Schauspielhaus Wien wird zum Koproduktionshaus Teata, das sich auf Diversität und Mehrsprachigkeit konzentriert. Patricia Nickel-Dönicke, die im Herbst 2026 die Intendanz übernimmt, wird die künstlerische und administrative Leitung des Landestheaters übernehmen und über Programm und Engagements entscheiden.

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Die Veränderungen in der Theaterlandschaft sind nicht nur auf das Landestheater beschränkt: Jan Philipp Gloger hat das Volkstheater von Kay Voges übernommen, und im Tanzquartier Wien wird Bettina Kogler von Rio Rutzinger und Isabel Lewis abgelöst. Diese Dynamiken zeigen, dass in der Theaterwelt nicht nur neue Konzepte und Premieren entstanden sind, sondern auch ein tiefgreifender Wandel, der durch Intendanzwechsel angestoßen wird. Das Beispiel von Teata, das am 12. November 2025 seine erste Premiere mit „Das Ende ist nah“ feierte, verdeutlicht, wie wichtig es ist, neue Impulse in die Theaterlandschaft zu bringen.

Für das Landestheater Niederösterreich und die Theaterlandschaft in Österreich insgesamt wird dieser Wandel eine spannende Herausforderung darstellen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die neuen Intendanten und ihre Konzepte auf die bestehenden Strukturen auswirken werden. Eines ist jedoch sicher: Die Inszenierung von „Speed“ wird ein markantes Zeichen für den Abschied von Rötzer und den Beginn einer neuen Ära unter Patricia Nickel-Dönicke sein.

Weitere Informationen zu den Entwicklungen im Theaterbereich finden Sie in diesem Artikel und in dem umfassenden Überblick über die Intendanzwechsel in der Theaterszene hier.