Heute ist der 19.04.2026. Im Herzen von Wien-Alsergrund hat die Autorin Nicole List mit ihrem neuesten Werk „Angst vor Männern“ ein Thema angesprochen, das viele Frauen betrifft, aber oft im Verborgenen bleibt. Das Buch basiert auf persönlichen Erfahrungen und Statistiken und ist das Ergebnis eines Moments „entwaffnender Ehrlichkeit“. List thematisiert die Angst von Frauen vor Männern, insbesondere vor Gewalt, und schildert ihren eigenen ersten sexuellen Übergriff, der sich auf einem Dorffest ereignete, als sie erst 14 Jahre alt war.

Durch die Verwendung von Statistiken hebt sie strukturelle Probleme hervor und zeigt auf, dass viele Frauen Strategien zur Selbstschutz entwickeln, die Männern oft fremd sind. Ein Beispiel hierfür ist, dass Frauen nachts nicht arglos mit Kopfhörern nach Hause gehen. Ihre klare Botschaft ist nicht der Hass auf Männer, sondern der Wunsch nach einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Lebensrealitäten von Frauen. Sie hofft, dass Männer zuhören und diese Realität ernst nehmen.

Statistische Realität der Belästigung

Die Relevanz von Lists Buch wird durch eine Umfrage des Delta-Instituts aus dem Jahr 2019 untermauert, die zeigt, dass 68% der befragten Frauen im Alter von 16 bis 24 Jahren von sexistischen Übergriffen berichten. Dabei gaben 36% dieser Frauen an, solche Übergriffe mehr als einmal im Monat zu erleben. Diese Zahlen verdeutlichen, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein weit verbreitetes Problem.

In der Diskussion um sexuelle Belästigung wird oft betont, dass es nicht um einen bestimmten Typ Mann geht, sondern um eine bestimmte Denkweise. So äußern Düsseldorfer Türsteher, dass sich Frauen entsprechend kleiden sollten, wenn sie nicht belästigt werden wollen. Diese Sichtweise zeigt die tief verwurzelten gesellschaftlichen Probleme, die Frauen in ihrem Alltag erfahren.

Einladung zum Dialog

Nicole List möchte mit ihrem Buch nicht nur aufklären, sondern auch einen Dialog anstoßen. Sie plant Workshops und Kooperationen zur Aufklärungsarbeit und sieht ihr Werk als Einladung zur Diskussion mit den Lesern. Das Buch ist für 22,50 Euro in der Buchhandlung List, Porzellangasse 36 erhältlich.

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Eine weitere Dimension zur Problematik sexueller Übergriffe wird durch die BKA-Statistik von 2023 deutlich, die zeigt, dass 30% der 94.000 Tatverdächtigen bei Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung keinen deutschen Pass hatten. Diese Zahlen werfen Fragen zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auf und verdeutlichen, dass die meisten Übergriffe nicht in Partyzonen, sondern hinter verschlossenen Türen in Familien und Partnerschaften stattfinden.

Gesellschaftliche Verantwortung

Der erste Periodische Bericht „Monitor Gewalt gegen Frauen – Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland“, der am 3. Dezember 2024 vorgestellt wurde, unterstreicht die Notwendigkeit, geschlechtsspezifische Gewalt ernst zu nehmen und zu bekämpfen. Er dokumentiert die Anstrengungen von Bund und Ländern zur Erfüllung ihrer menschenrechtlichen Verpflichtungen aus der Istanbul-Konvention und analysiert das Phänomen geschlechtsspezifische Gewalt in Deutschland während des Berichtszeitraums 2020 bis 2022.

Nicole Lists Buch und die begleitenden Diskussionen sind somit Teil eines größeren gesellschaftlichen Prozesses, der Frauen eine Stimme gibt und gleichzeitig Männer dazu auffordert, die Lebensrealitäten ihrer Mitmenschen ernst zu nehmen. Die Hoffnung auf eine Veränderung liegt in einem offenen Dialog und einem besseren Verständnis der Themen, die Frauen täglich beschäftigen.