Am Samstag, den 20. Juni, wird der Allerheiligenpark in Brigittenau, Wien, zum Schauplatz eines aufregenden Ereignisses: Das Frauenfußballturnier „Girls* Cup“ steht bevor! Organisiert von der Gebietsbetreuung Stadterneuerung (GB) und dem Verein Breaking Grounds, richtet sich das Turnier an Mädchen, junge Frauen und alle, die sich der Geschlechteridentität zugehörig fühlen. Der gesamte Tag wird ein Fest des Fußballs, der Gemeinschaft und des Miteinanders, das man nicht verpassen sollte.

Der Startschuss fällt um 15 Uhr, wobei die Teameinteilung bereits vor dem Turnierbegin stattfindet. Um 16 Uhr wird die Bezirksvorsteherin Christine Dubravac-Widholm (SPÖ) das Turnier offiziell eröffnen, gefolgt vom Anpfiff der ersten Runde um 16.15 Uhr. Neben dem sportlichen Wettkampf erwartet die Besucher ein spannendes Rahmenprogramm: Ab 16.15 Uhr wird ein Sportkleidertausch angeboten – eine tolle Möglichkeit, um neue Outfits zu finden und gleichzeitig nachhaltige Mode zu fördern. Um 18 Uhr gibt es eine Pause mit Snacks, bevor die zweite Spielrunde um 18.30 Uhr beginnt. Die Siegerehrung findet um 20.45 Uhr statt, und nach einem langen, aufregenden Tag wird das kostenlose Freiluftkino im Rahmen von „Kino ums Eck“ um 21 Uhr starten, wo der Dokumentarfilm COPA 71 über die erste inoffizielle Frauenfußball-Weltmeisterschaft gezeigt wird.

Das Turnier und sein Hintergrund

Die Teilnahme am Girls Cup ist für alle Erfahrungslevel offen – von Anfängerinnen bis hin zu Profis ist jede herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, und vor Ort stehen Umkleidekabinen zur Verfügung. Das Turnier bietet nicht nur eine Plattform für sportliche Talente, sondern auch eine Gelegenheit, Gemeinschaft und Solidarität unter Frauen zu stärken. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Sichtbarkeit und Anerkennung von Frauen im Sport zu erhöhen.

Der Dokumentarfilm COPA 71, der im Anschluss an das Turnier zu sehen sein wird, wirft einen Blick auf eine bedeutende Episode in der Geschichte des Frauenfußballs. Im August 1971 fand in Mexico City die erste inoffizielle Frauenfußball-Weltmeisterschaft statt, an der Länder wie England, Argentinien, Mexiko, Frankreich, Dänemark und Italien teilnahmen. Über 100.000 Fans versammelten sich im Azteca-Stadion, und das Turnier wurde durchgehend im Fernsehen übertragen. Das Ereignis, das von FIFA und nationalen Fußballverbänden abgelehnt wurde, ist aus den Fußballannalen weitgehend verdrängt worden. Der Film erinnert an die mutigen Spielerinnen, die als charismatische Pionierinnen ihrer Sportart in die Geschichte eingingen.

Ein Blick in die Geschichte

Der historische Kontext des Frauenfußballs ist spannend und oft von Kämpfen um Gleichberechtigung geprägt. So war Fußball in der Bundesrepublik Deutschland bis 1970 vom DFB verboten – eine Maßnahme, die Frauen und Mädchen jedoch nicht davon abhielt, Fußball zu spielen und sich zu organisieren. Trotz des Verbots organisierten Frauen in den 1950er und 60er Jahren inoffizielle Mannschaften. Christa Kleinhans gilt als eine der Pionierinnen dieser Bewegung. Erst Ende der 1960er Jahre spielten rund 60.000 Mädchen und Frauen aktiv Fußball, und das Verbot wurde schließlich 1970 aufgehoben, um eine Konkurrenz durch einen eigenen Verband zu verhindern.

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In der DDR hingegen war Frauenfußball nicht verboten, wurde aber auch nicht gefördert. Frauenmannschaften fanden sich vor allem in Betriebssportgemeinschaften. In den 1970ern waren die Bedingungen für Frauen im DFB jedoch stark eingeschränkt – sie mussten mit einem Jugendball spielen, Stollenschuhe waren verboten und die Spielzeit betrug lediglich zwei Mal 30 Minuten. Es war eine Zeit, in der sexistisches Denken über Frauenfußball weit verbreitet war. Trotzdem gab es Fortschritte, wie die Initiativen von Hannelore Ratzeburg, die 1977 die erste Frau im DFB wurde, und die Ausrichtung des DFB-Pokals der Frauen, die 1980 ins Leben gerufen wurde.

Der Girls* Cup am 20. Juni im Allerheiligenpark wird also nicht nur ein Ort des Wettkampfes sein, sondern auch ein Zeichen für den Fortschritt und die Errungenschaften, die Frauen im Fußball erreicht haben. Es ist ein Tag, an dem nicht nur der Fußball gefeiert wird, sondern auch die Gemeinschaft und die Gleichberechtigung, die damit einhergehen.

Mehr Informationen zum Turnier finden Sie in unserem Artikel auf meinbezirk.at.

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