20 Jahre Wiener Seife: Eine Reise von der Tradition zur Innovation
Heute ist der 12. Juni 2026, und in Wien-Favoriten wird ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Die Wiener Seife, ein kleines, aber feines Unternehmen, begeht sein 20-jähriges Bestehen. Gegründet wurde es 2006 von Sonja Baldauf, die aus der Welt des Grafikdesigns kam und keinerlei Vorwissen über die Seifensiederei hatte. Ihre Reise begann, als sie durch eine Fernsehdokumentation auf das Erbe des letzten Seifensieders Wiens, Friedrich Weiss, aufmerksam wurde. Komischerweise konnte sie ihn jedoch nicht mehr kontaktieren, da er im selben Jahr verstarb, in dem sie ihre Idee umsetzte. Was für ein Schicksal!
Die Geschichte von Friedrich Weiss ist nicht nur eine von Handwerk und Tradition, sondern auch von Leidenschaft und Hartnäckigkeit. Seit 1924 war er in der Stadlau als Seifensieder tätig und hielt sein Handwerk nach dem Zweiten Weltkrieg aufrecht. Sein Wissen und seine Rezepturen übernahm Baldauf, als sie ihre erste Manufaktur in der Landstraße eröffnete. Anfangs produzierte sie nur zweimal pro Woche, abhängig von den Bestellungen. Doch bald schon nahm das Unternehmen Formen an, und ihr Ehemann Christoph Heggling, der zuvor Banker war, trat in die Fußstapfen des Seifensieders ein. So entwickelte sich die Wiener Seife von einem Ein-Frau-Betrieb zu einem florierenden Familienunternehmen.
Von der Manufaktur zur Halle
Im Jahr 2022 wagten Baldauf und Heggling den nächsten großen Schritt: Sie bezogen eine eigene Halle im Favoritner Gewerbering. Dort gibt es nicht nur Platz für die Produktion, sondern auch einen Besucherbereich und ein kleines Museum. Eine tolle Gelegenheit, um die Tradition der Seifensiederei lebendig zu halten und den Kunden einen Einblick in die Kunst des Seifensiedens zu geben! Bei Wiener Seife wird viel Wert auf alte Rezepte und hohe Qualität gelegt. Gleichzeitig scheuen sie sich nicht, neue Düfte und Ideen zu integrieren. Diese Kombination aus Tradition und Innovation macht das Unternehmen einzigartig.
Die Wurzeln der Seifensiederei reichen bis ins Hochmittelalter zurück, als das Handwerk vor allem am Stadtrand ausgeübt wurde – aus Gründen des Brandschutzes und wegen des unangenehmen Geruchs. Die Herstellung von Seife war ein aufwendiger Prozess, der billige Tierfette und eine Lauge aus Pottasche oder Natron erforderte. Auch das Lichtziehen, also die Herstellung von Kerzen, wurde oft von denselben Handwerkern betrieben. Ein Verbot in Niederösterreich im Jahr 1576, das die Seifenherstellung aus Unschlitt untersagte, zeigt, wie wichtig der Markt für Importwaren aus Böhmen und Venedig war. Dennoch, die Tradition des Seifensiedens lebt weiter – dank Menschen wie Sonja Baldauf.
Das Wappen der Seifensieder, mit seinem roten Hintergrund und dem goldenen Löwen, der auf drei geschichteten, grünlich-weißen Seifenstücken steht, ist ein Symbol für die lange Geschichte dieses Handwerks. Auch wenn die Seifensiederei mit Herausforderungen konfrontiert ist, bleibt die Wiener Seife ein strahlendes Beispiel dafür, wie man Traditionen bewahren und gleichzeitig neue Wege gehen kann. Wer die Gelegenheit hat, die Manufaktur zu besuchen, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen. Hier riecht es nach frischen Düften und handgemachten Produkten – ein Fest für die Sinne!
Wenn du mehr über die spannende Geschichte der Seifensiederei erfahren möchtest, schau dir die ausführlichen Informationen auf GeschichteWiki an.
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