Im Herzen von Wien-Favoriten, wo sich die Straßen und Geschäfte pulsierend bewegen, gibt es ein Thema, das viele Menschen betrifft, aber oft in den Hintergrund gedrängt wird: Darmkrebs. Doris Kiefhaber, die Geschäftsführerin der Österreichischen Krebshilfe, hat sich lautstark für ein österreichweites Modell für Darmkrebs-Screening ausgesprochen. Sie kritisiert die bisherige Umsetzung, die an finanziellen Hürden gescheitert ist, und zeigt sich besorgt über die Unfairness gegenüber den Bundesländern, die kein organisiertes Screening anbieten können. Jährlich erkranken in Österreich rund 5.000 Menschen an dieser tückischen Krankheit, und durch Vorsorgeuntersuchungen wie den FIT-Stuhltest und die Koloskopie könnte man viele dieser Fälle frühzeitig erkennen.
Die Möglichkeit, ab dem 45. Geburtstag alle zehn Jahre eine kostenlose Koloskopie durchführen zu lassen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber auch der FIT-Test, der alle ein bis zwei Jahre im Rahmen der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung verfügbar ist, spielt eine zentrale Rolle. Besonders im Burgenland erhalten Personen zwischen 40 und 80 Jahren seit 2006 automatisch einen Stuhltest per Post. Das ist doch ein Fortschritt, oder? Dennoch bleibt die Frage, warum nicht alle Bundesländer von solch einem Angebot profitieren können.
Pilotprojekte und deren Bedeutung
Um die Situation zu verbessern, sollen im Sommer 2026 Pilotprojekte in Wien und der Steiermark starten. Diese Projekte sind nicht nur ein Lichtblick, sondern sollen auch wertvolle Erkenntnisse für ein bundesweites Screening liefern. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) plant, sich zu 50 % an den Kosten in Wien zu beteiligen. Das klingt nach einem guten Plan! Aber ist es wirklich genug? Kiefhaber und Fachärzte fordern ein organisiertes Screening-Programm, nicht nur für Darm-, sondern auch für Prostatakrebs. Immerhin haben wir seit 2014 ein nationales Früherkennungsprogramm für Brustkrebs. Warum sollte Darmkrebs also weniger wichtig sein?
Eine neue schwedische Studie zeigt, dass die frühzeitige Diagnose von Darmkrebs entscheidend für eine gute Prognose ist. Die Ergebnisse der SCREESCO-Studie, die seit 2014 läuft, sind vielversprechend. Hier wurden über 278.000 Teilnehmer untersucht, und sowohl der FIT-Stuhltest als auch die Koloskopie führten dazu, dass mehr Fälle von Darmkrebs im frühen Stadium erkannt wurden. Dies könnte die Debatte um ein flächendeckendes Screening in Österreich neu entfachen!
Die Rolle der Prävention
Darüber hinaus betont Kiefhaber die Wichtigkeit der Primärprävention durch einen gesunden Lebensstil. Das ist, um ehrlich zu sein, oft leichter gesagt als getan. Aber wie wäre es mit einem gesamtösterreichischen Präventionskonzept? Das könnte nicht nur die Lebensqualität verbessern, sondern auch das Erkrankungsrisiko senken. Und wenn wir schon dabei sind: Ein weiteres Früherkennungsprogramm für Lungenkrebs, vor allem für Risikopatienten wie starke Raucher, könnte der nächste logische Schritt sein.
Die Erkenntnisse, die aus diesen Pilotprojekten gewonnen werden, könnten nicht nur den Umgang mit Darmkrebs revolutionieren, sondern auch die Diskussion über die Notwendigkeit effektiver Screeningprogramme für andere Krebsarten anstoßen. Die Zeit für eine umfassende Lösung ist reif, und es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen endlich handeln!
