In Wien-Favoriten wird am Samstag, den 16. Mai, ein ganz besonderer Grätzlspaziergang stattfinden, der sich auf die Spuren der jüdischen Familie Suschitzky begibt. Diese Familie hat über Generationen hinweg die Politik und Kunst in Wien maßgeblich geprägt. Besonders bekannt ist ihre sozialistische Buchhandlung, die sich in der Favoritenstraße 57 befand. Hier versammelten sich viele Menschen, um sich über politische Ideen und kulturelle Themen auszutauschen.
Wolfgang Suschitzky, ein bedeutender Kameramann und Fotograf, ist nur einer der vielen talentierten Angehörigen dieser Familie. Auch die Frauen der Suschitzky-Familie waren für ihre beeindruckenden Tanzaufführungen bekannt, die die kulturelle Landschaft Wiens bereicherten. Das Engagement der Familie war vielfältig, doch ihr Leben war auch von Verfolgung geprägt, insbesondere während des antisemitischen Klimas unter Bürgermeister Karl Lueger. Während des Austrofaschismus und der NS-Diktatur wurden die Suschitzkys entrechtet, ihre Buchhandlung arisiert und viele Mitglieder der Familie ins Exil gezwungen – einige von ihnen wurden sogar ermordet.
Einblicke in die Geschichte der Suschitzkys
Der Grätzlspaziergang beginnt um 10.30 Uhr in der Favoritenstraße 57 und endet im Arbeiterheim Favoriten. Die Teilnahme an der Tour ist kostenlos, jedoch wird eine Anmeldung unter office@mitten-in-favoriten.at erwünscht. Diese Veranstaltung ist nicht nur eine Gelegenheit, mehr über die Geschichte einer bemerkenswerten Familie zu erfahren, sondern auch ein Beispiel für das kulturelle Erbe, das in Wien lebendig gehalten wird.
Die Erinnerungen an die Suschitzkys sind Teil eines größeren Kontextes, der die jüdische Geschichte in Wien umfasst. Sie verdeutlichen, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und die Geschichten derjenigen zu bewahren, die unter dem Nationalsozialismus gelitten haben. Veranstaltungen wie dieser Grätzlspaziergang tragen dazu bei, das Bewusstsein für diese Themen zu schärfen und die Erinnerung an die Verfolgten lebendig zu halten.